Das Blockieren von Werbung entzieht uns die Finanzierung!
Das Recherchieren und Verfassen von Artikeln kostet viel Zeit. Das Betreiben unserer Infrastruktur kostet Geld.
All das wird mit Werbeeinnahmen finanziert.
Wir mögen Werbung ebenso wenig – deswegen verzichten wir auf nervige Banner und Pop-Ups.
Bitte gib uns eine Chance und deaktiviere Deinen Adblocker!
Alternativ kannst Du uns hier freiwillig unterstützen.

Folgen:


VW California eHybrid (2025) im Test: Wo ist der Camping-Modus?

VW California eHybrid Beitragsbild
Bild: TechnikNews
(Beitragsbild: © 2026 TechnikNews)

Der VW California ist eine Legende. Doch mit dem Wechsel auf die T7-Plattform (Multivan) bricht eine neue Ära an. Zum ersten Mal gibt es den „Cali“ als Plug-in-Hybrid (PHEV) mit Allradantrieb. Wir haben den neuen Camper durch den Alltag manövriert und auf einen Roadtrip nach Belgien entführt. Dabei klären wir die brennendste Frage: Wo ist der Campingmodus?

tl;dr: Ein teurer Spaß, ohne Camping-Modus

Der neue VW California (T7) eHybrid punktet im Test mit einer für PHEVs beeindruckenden Ladeleistung von 50 kW DC und 11 kW AC sowie einem hervorragenden Travel Assist. Der neue Akku umfasst 19,7 kWh, und sorgt für annehmbare rein elektrische Strecken. Die Software wurde spürbar verbessert und läuft nun deutlich stabiler als in früheren Generationen. Eine große Enttäuschung gibt es jedoch beim Heizkonzept: Ein echter Camping-Modus über die Hochvoltbatterie fehlt, diese dient lediglich einer 30-minütigen Vorklimatisierung. Stattdessen muss die klassische Benzin-Standheizung ran, die im Test zudem durch sporadische Aussetzer negativ auffiel.

Schnelles Laden: 50 kW DC als echtes Alleinstellungsmerkmal

Eines der technischen Highlights des neuen California eHybrid ist zweifellos die Ladeinfrastruktur. Während viele Plug-in-Hybride am Markt noch immer an langsamen 3,7 kW- oder maximal 7,2 kW-Ladepunkten versauern, geht Volkswagen beim T7 (und dem neuen Golf GTE, hier im Test) einen deutlichen Schritt weiter. Das Fahrzeug beherrscht nun das dreiphasige Wechselstrom-Laden (AC) mit bis zu 11 kW. Dies verkürzt die Ladezeit an öffentlichen Säulen oder der heimischen Wallbox massiv, sodass der Akku in unter zwei Stunden wieder voll einsatzbereit ist.

Noch beeindruckender ist jedoch die Integration eines CCS-Anschlusses für das Gleichstrom-Laden (DC). Mit einer Spitzenleistung von 50 kW lässt sich der Akku während einer kurzen Autobahnrast in rund 25 Minuten von 10 auf 80 Prozent bringen. Für einen Camper ist das ein enormer Mehrwert, da die elektrische Reichweite so auch auf Langstrecken effizient genutzt werden kann, um beispielsweise die Zielregion lautlos und lokal emissionsfrei zu erkunden.

Die Heizungs-Problematik: Fehlender Camping-Modus über Hochvolt

Trotz der vorhandenen Hochvoltbatterie gibt es beim Thema Heizen eine herbe Enttäuschung für nachhaltige Technik-Fans. Entgegen der Hoffnung vieler Nutzer lässt sich die große Antriebsbatterie nicht für einen dauerhaften Camping-Heizbetrieb nutzen. Das System erlaubt lediglich eine sogenannte Vorklimatisierung. Diese läuft für maximal 30 Minuten und ist primär dazu gedacht, das Fahrzeug vor Fahrtantritt auf Temperatur zu bringen. Ein echter „Camping-Modus“, der den Innenraum über Stunden elektrisch heizt, ist aktuell nicht implementiert und soll nach aktuellem Kenntnisstand erst mit einem zukünftigen Facelift Einzug halten.

Für die Wärme im Stand ist daher weiterhin eine klassische, benzinbetriebene Standheizung zuständig. Im Rahmen unseres Testberichts zeigte sich diese jedoch nicht von ihrer besten Seite. Wir mussten mehrfach sporadische Aussetzer registrieren, bei denen die Heizung den Dienst versagte oder gar nicht erst startete. In einem Fahrzeug dieser Preisklasse, das primär für das Übernachten in der Natur konzipiert wurde, ist eine unzuverlässige Heizung ein kritisches Manko, das Volkswagen dringend über Software-Updates oder Hardware-Revisionen in den Griff bekommen muss.

Weiterlesen:  Vivo V70 im Test: Gutes Smartphone mit wenigen Schwächen

Software und Bedienung: Ein großer Schritt nach vorne mit kleinen Schatten

In Sachen Software hat Volkswagen seine Hausaufgaben gemacht. Das Infotainment-System des 2025er Modells basiert auf der neuesten Generation und merzt (hö hö) die Kopfschmerzen aus, die Nutzer bei den frühen MIB3-Versionen oft ertragen mussten. Die Bedienung ist flüssig, die Menüstrukturen sind logischer aufgebaut und die Systemstabilität war während unseres gesamten Testzeitraums tadellos. Das digitale Cockpit harmoniert nun deutlich besser mit dem zentralen Display.

Allerdings hält VW unverständlicherweise an einem Detail fest, das bereits seit der Einführung des Golf 8 für Kritik sorgt: Die Touchslider für die Temperaturwahl und die Lautstärke unterhalb des Bildschirms sind auch beim neuen California weiterhin unbeleuchtet. In der Nacht ist die Bedienung dieser Funktionen somit reine Intuition oder Glückssache. Es bleibt ein technisches Rätsel, warum ein ansonsten so durchdigitalisiertes Fahrzeug an dieser Stelle eine so offensichtliche Usability-Lücke lässt.

Travel Assist: Entspanntes Gleiten auf dem Weg nach Belgien

Auf den Autobahnen in Richtung Belgien konnte der California zeigen, wo seine neuen Stärken liegen. Der Travel Assist fungiert hier als hervorragender Copilot. Das System hält nicht nur die Spur und den Abstand zum Vordermann äußerst präzise, sondern reagiert auch vorausschauend auf Geschwindigkeitsbegrenzungen und Kurvenradien. Wie man es von VW gewohnt ist, agiert der Assistent sehr souverän und vermittelt zu jeder Zeit ein sicheres Gefühl. Der Komfortgewinn durch die erneuerte MQB-Plattform ist hier deutlich spürbar, der California fährt sich weniger wie ein Transporter und vielmehr wie ein komfortabel abgestimmter PKW, was gerade auf langen Etappen die Ermüdung des Fahrers massiv reduziert. Wer nochmal ein Plus an Komfort mehr haben möchte, der kann sich das Adaptive Fahrwerk „DCC“ mit dazu konfigurieren.

Das Smart Home im Fond: Die California App im Einsatz

Ein wesentlicher Teil des Camping-Erlebnisses im T7 findet über das neu entwickelte Smart Home System statt. Im hinteren Bereich des Fahrzeugs ist ein spezielles Display verbaut, das als zentrale Steuereinheit für alle Wohnraumfunktionen dient. Das eigentliche Highlight ist jedoch die California App. Solange die Zündung des Fahrzeugs aktiviert ist, lässt sich das Smartphone mit dem System koppeln und fungiert als vollwertige Fernbedienung.

Über die App lassen sich sämtliche Füllstände im Blick behalten. Man sieht auf einen Prozent genau, wie es um das Frischwasser und das Grauwasser steht. Besonders wichtig für Camper ist die Überwachung der beiden 12V-Zusatzbatterien, die unabhängig von der Hochvoltbatterie die Versorgung der Kühlbox und der Beleuchtung übernehmen. Apropos Licht: Die App ermöglicht eine extrem detaillierte Programmierung der Innenbeleuchtung. Von einzelnen Zonen bis hin zu verschiedenen Dimm-Szenarien für unterschiedliche Tageszeiten lässt sich das Ambiente bis ins kleinste Detail individualisieren. Das funktioniert in der Praxis sehr intuitiv und unterstreicht den modernen Anspruch des Fahrzeugs.

Die „Sommerküche“ im California ist recht kompakt und klein gehalten. Erfüllt aber ihren Zweck. Mit einer kleinen Gaskartusche wird der Gaskocher gespeist. Ein kleines Waschbecken sorgt für saubere Hände und Geschirr, allerdings ist die Brause etwas billig verarbeitet. Ebenfalls billig ist die „Duschfunktion“ am Heck des Fahrzeugs gibt es ein Ventil zum Anschluss eines Brausekopfes, der im Lieferumfang enthalten ist. Diese Dusche lohnt eher für die Füße, wenn man vom Strand kommt.

Roadtrip nach Belgien: Praxistest beim Camping

Unser Weg führte uns bis zur belgischen Küste. Hier spielte das Hybrid-Konzept seine Stärken in der Fahrdynamik aus. Die Kombination aus Elektromotor und Verbrenner sorgt für einen ordentlichen Durchzug, der den voll beladenen Camper mühelos über Steigungen schiebt. In den engen Gassen belgischer Kleinstädte punktet der California zudem mit seiner PKW-ähnlichen Wendigkeit und der geringeren Fahrzeughöhe, die den Zugang zu vielen Parkplätzen erleichtert. Die 360 Grad Area View Kamera sorgt für heile Felgen und einfache Parkmanöver.

Weiterlesen:  Lucid Air Pure im Test: viel Luxus trotz Basisversion?

In den kühleren Nächten an der Küste wurde jedoch die eingangs erwähnte Heizungsthematik zum dominierenden Thema. Während die Smart Home Funktionen und die Überwachung via App das Leben an Bord extrem vereinfachen, trübte die Unzuverlässigkeit der Benzin-Standheizung das ansonsten sehr positive Bild. Es ist schade, dass die eigentlich vorhandene elektrische Energie der Hochvoltbatterie hier nicht effizienter für den stationären Betrieb genutzt werden kann, um solche Aussetzer zu umgehen. Zudem stinkt die Standheizung natürlich während des Betrieb, ist allerdings nicht so laut wie bei älteren Modellen.

Schlafen im Camper: Oben und unten möglich

Während meines Roadtrips habe ich beide Schlafoptionen getestet: das Aufstelldach und die Matratze im unteren Bereich. Mein Fazit? Oben habe ich zwar besser geschlafen, allerdings war es dort spürbar kälter, da die Fliegengitter kaum Schutz vor der Witterung bieten, da kommt selbst die Standheizung an ihre Grenzen. Das elektrische Dachzelt ist sehr komfortabel, fährt zügig ein und aus und lässt sich sogar bequem per App steuern. Ein wichtiger Tipp für die Praxis: Beim Einfahren sollte die Schiebeklappe zum Dach unbedingt offen bleiben, damit der Stoff nicht versehentlich eingeklemmt wird.

Mein Eindruck nach 2 Wochen: Ein Technologieträger mit Nachbesserungsbedarf

Der VW California T7 eHybrid ist zweifellos der modernste und digitalste Camper, den Volkswagen je gebaut hat. Die Ladeleistungen von 11 kW AC und 50 kW DC sind in diesem Segment vorbildlich und machen das PHEV-Konzept absolut alltagstauglich. Die Software hat einen riesigen Sprung gemacht und auch der Travel Assist arbeitet auf absolutem Top-Niveau. Die realistische Reichweite lag bei 75km bei wärmeren Temperaturen außerhalb der Autobahn. Auf der Autobahn selbst ist der Akku nach 40-50 km aufgebraucht.

Der durchschnittliche Benzinverbrauch bei Autobahntempo 130 km/h lag bei 12 Liter auf 100 Kilometer. Während im kombinierten Betrieb öfter die 6-7 Liter auf 100 Kilometer erreicht wurden. Für einen über 2,5 Tonnen schweren Camper ist das ein guter Wert.

Dennoch bleibt ein fader Beigeschmack beim Thema Wintertauglichkeit und vor allem beim Preis. Dass die Hochvoltbatterie nicht für einen dauerhaften Camping-Heizmodus genutzt werden kann und die Benzin-Standheizung im Test durch Aussetzer auffiel, passt nicht ganz zum sonstigen High-Tech-Anspruch. Wer mit den unbeleuchteten Slidern und der Heizungs-Thematik leben kann, erhält jedoch ein Fahrzeug, das in Sachen Konnektivität und Fahrkomfort neue Maßstäbe im Segment der kompakten Reisemobile setzt. Es bleibt zu hoffen, dass Volkswagen mit dem kommenden Facelift den versprochenen vollelektrischen Heizmodus nachliefert.

Preislich liegt der von uns getestete California bei schlappen 107.108,20 € (inkl. 19% MwSt.) was wirklich eine menge Geld ist. Wer aber bei den diversen Angeboten online etwas günstigeres bekommt, kann sich über einen durchaus guten Camper, mit ein paar Kinderkrankheiten freuen.

>> Die besten Amazon-Deals <<

Dominik Lux

Dominik ist 23 Jahre alt und sehr interessiert an neuer Hardware bei Smartphones, sowie im VR- und AR-Bereich. Er schreibt gerne Artikel über diese Themen. Er hat einen Fable für Smartphones und Gadgets, als auch für die Elektromobilität. Somit schreibt er momentan fleißig im Mobilitätsressort hier auf TechnikNews.

Dominik hat bereits 170 Artikel geschrieben und 9 Kommentare verfasst.

Web | X (Twitter) | Insta | YouTube | Paypal-Kaffeespende | Custom Desktop RTX 2070 Super, AIO Wakü | iPhone 17 Pro Max
Benachrichtigungseinstellungen
Benachrichtigungen über
guest
Dein Name, der öffentlich angezeigt wird.
Wir werden Deine Mailadresse nicht veröffentlichen.

0 Kommentare
neueste
älteste beste