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Kontaktloses Zahlen mit dem Smartphone in Österreich: Diese Möglichkeiten gibt es

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(Beitragsbild: © 2018 pixabay.com)

Während in Deutschland die Verbreitung bei bargeldlosem Zahlen mit dem Smartphone weiter zunimmt, scheint sich in Österreich nicht recht viel zu tun. Etwa werden Apple und Google Pay nicht unterstützt, keine Bank bietet Apps und vieles mehr. Doch es gibt Möglichkeiten, wie es trotzdem geht. Ich habe es einen Monat lang ausprobiert.

Es könnte doch so einfach sein: Würde Apple Pay oder Google Pay in Österreich verfügbar sein, müsste man sein Konto nurmehr mit einem Bankkonto oder einer Kreditkarte verknüpfen und schon kann man loslegen. Während Deutschland mit Google Pay schon vorzeigt, wie das geht, hinken wir Österreicher hinterher. Zwar gibt es schon Banken wir die Sparkasse, die kontaktloses Zahlen mit dem Smartphone anbieten. Diese Apps benötigen aber eine NFC‐SIM (wtf?) und ausgewählte Smartphones, um zu funktionieren. Neben der Raiffeisen Bank unterstützt noch fast keine Bank kontaktloses Zahlen mit dem Smartphone bzw. bietet eine App an. Auch bei meiner Bank gibt es noch keine App. Nach langem Suchen bin ich nun auf die für mich optimale App gestoßen.

Das wäre die beste Lösung für kontaktloses Zahlen mit dem Smartphone in Österreich

Klar: Die einfachste Lösung wäre, dass in Österreich neben Deutschland nun auch hier Google Pay eingeführt wird, Apple Pay dann später hoffentlich auch. Dort verbindet man sein Bankkonto oder die Kreditkarte und das Geld wird beim Bezahlen abgebucht. Auch eine PayPal‐Integration gibt es, zumindest bei Google Pay. Wie es bei Apple Pay hierzulande ausschaut, ist noch unklar. Oder die Banken bieten selbst eine App an. Die Raiffeisen Bank hat seit wenigen Wochen so eine App – ob diese ausgereift ist, konnte ich mangels Konto dort nicht ausprobieren.

Oder man weicht auf Apps aus – wie ich es getan habe. Das waren meine Erfahrungen.

Alternative: Apps für kontaktloses Zahlen mit dem Smartphone nutzen

Glaubt mir: Ich habe zahlreiche Apps ausprobiert, ja, wirklich viele. Die eine App benötigt eine Verfizierung mit Reisepass und Bonitätscheck, die andere wird in Österreich noch nicht angeboten und noch viel mehr. Mit Boon habe ich nun die wohl unkomplizierteste App unter dem Haufen von Apps gefunden. Diese benötigt keine Verfizierung mit einem Pass, keine Bonitätsprüfung oder sonstiges.

Lädt man sich die App herunter, muss man sich ein Konto anlegen. Dann kann man sich zwischen zwei Plänen entscheiden: Boon Basic oder Boon Plus. Etwa kann man bei Boon Plus statt 250 Euro an maximalem Guthaben über 5000 Euro auf seinem virtuellen Boon‐Konto besitzen. Die wohl größte Einschränkung in Boon Basic ist das Aufladelimit von maximal 250 Euro pro Monat. Zwar habe ich dieses Limit nie erreicht, da ich nur im Supermarkt damit bezahlt habe, bei intensiveren Nutzung stößt man hier aber schnell an seine Grenzen.

Nach Nachfrage bei boon, kosten beide Modelle 1,49 Euro/Monat nach 3‐monatigem kostenlosen Testzeitraum. Die beiden Modelle unterscheiden sich zwischen der Verfizierungsmethoden – das heißt, wer mehr ausgeben und aufladen möchte, muss einen Ausweis an boon übermitteln. „So könnten auch Minderjährige theoretisch das Basic‐Angebot ohne Probleme nutzen, es wird lediglich das Geburtsdatum bei der Registration überprüft, welches man natürlich beliebig eintragen kann”, sagt mir ein Mitarbeiter. Etwa möchten einige Kunden auch anonym die App nutzen können, deswegen biete man beide Angebote an. Dies sei rechtlich so in Ordnung, so ein boon Mitarbeiter.

… es gibt aber auch Nachteile

Klingt alles schön und gut, es gibt aber auch Nachteile. So muss man jedes Mal sein boon‐Konto manuell via Banküberweisung wieder aufladen. Bei boon Plus wird das Konto nach Unterschreiten eines definierten Limits mittels eingegebener Kreditkarte automatisch wieder aufgeladen. Eine Aufladung mit PayPal unterstützt man aktuell nicht. Ob es diese Unterstützung in Zukunft geben wird, kann man uns zu jetzigem Zeitpunkt nicht sagen.

Funktioniert das wirklich überall?

Ich habe während meines Tests viele Geschäfte und Supermärke besucht, bei denen es immer – wenn auch erst beim zweiten Versuch – problemlos funktioniert hat. Anfangs habe ich öfters probiert als Spaß an der Kassa „mit NFC zahlen bitte” oder „mit dem Smartphone zahlen bitte” zu sagen, bei dem man mit den oft kuriosesten Blicken angeschaut wurde. Auch hat man mir hier öfters gesagt, man unterstütze das hier noch nicht. Stimmt nicht: Jedes Geschäft, welches MasterCard kontaktlos (=NFC) akzeptiert, unterstützt auch das Zahlen mit dem Smartphone. Im Endeffekt muss man nur sagen „mit Karte zahlen bitte”, die Person an der Kassa aktiviert das Terminal und man hält sein Smartphone dagegen. Klappt perfekt.

Das heißt: Die Infrastruktur in Österreich steht – egal wie klein das Geschäft ist. Somit würden auch Banking‐Apps oder Google Pay bzw. Apple Pay ohne Probleme bei uns großflächig funktionieren.

Fazit: Irgendwie trotzdem ein Chaos

Auch wenn es mittlerweile einige Apps gibt, welche auch ohne umständlicher Verifizierung brauchbar sind, ist das kontaktlose Zahlen mit dem Smartphone in Österreich noch ein Chaos. Es geht irgendwie immer noch zu kompliziert, keiner weiß so wirklich darüber bescheid und die Banken haben auch noch keine funktionstüchtigen Systeme entwickelt. Das obwohl jedes Geschäft mittlerweile mit einem NFC‐Terminal ausgestattet ist und nahezu jedes kontaktloses Zahlen mit MasterCard akzeptiert.

Es gibt auch für Österreich nur eine Traumlösung, genau wie in Deutschland: Apple oder Google Pay unterstützen, sein Konto dort mit PayPal verknüpfen, bei PayPal einen Abbucher vom Bankkonto einstellen – perfekt. So kommt man auch ohne Verifizierung aus und man ist nicht auf die Banken angewiesen. So weigern sich viele in Deutschland, etwa die Apps fürs Smartphone der Sparkasse oder anderer Banken zu nutzen.

Zu guter Letzt habe ich noch bei der Sparkasse nachgefragt, ob eine App für kontaktloses Zahlen mit dem Smartphone für die Zukunft geplant ist. Man bietet aktuell so eine App – zumindest ohne NFC‐SIM – nicht an und hat keine weiteren Infos für die Zukunft. Die Raiffeisen Bank hat mir hingegen bestätigt, dass es eine App für kontaktloses Zahlen seit wenigen Wochen bereits gibt und diese immer beliebter wird.

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David Wurm

David hat TechnikNews im Februar 2015 gestartet. Er ist an der aktuellen Technik fasziniert und bloggt gerne über Technik bzw. alles was Smartphones, Tablets, Computer und Gadgets betrifft. Ist sonst in der Freizeit sonst oftmals mit Fotografie beschäftigt.

David hat bereits 382 Artikel geschrieben und 209 Kommentare verfasst.

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