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LG 38WN95C-W im Test: Damit lässt es sich arbeiten

Lg 38WN95C-W Beitragsbild
Bild: TechnikNews
(Beitragsbild: © 2021 TechnikNews)

Heute gibt es einmal etwas Neues auf TechnikNews. Ich konnte für einige Wochen einen Monitor, den LG 38WN95C-W, testen. Wie ich diesen finde, erkläre ich hier.

Bisher testeten wir immer nur Smartphones, Laptops, Tablets, Smartwatches und ähnliche Dinge. Doch gerade in Zeiten wie diesen möchten viele Laptop-Nutzer ein festes Setup im Homeoffice haben. Und für ein perfektes Schreibtisch-Setup braucht es nun mal einen Monitor. Nun wisst ihr, wie es zu diesem Test kam.

Da normale Bildschirme aber eher „langweilig“ sind, entschied ich mich gleich dazu, ein Ultrawide-Modell zu testen. Und so landete der LG 38WN95C-W, der auf der CES 2020 vorgestellt wurde, irgendwann vor meiner Haustüre. Schauen wir uns das gute Stück doch einmal näher an.

Unboxing und Montage

Die Verpackung des LG-Monitors ist riesig. Daher empfehle ich, dass man sich genug Platz zum Auspacken sucht. Öffnet man die Schachtel, fällt einem gleich einmal eine kleinere Box ins Auge. Diese enthält das Netzteil und etwaige Verbindungskabel. Sie kann vorerst auf die Seite gelegt werden. Entfernt man das obere Styropor-Teil, bekommt man Zugang zum Monitor und den Komponenten für den Standfuß.

LG 38WN95C-W Verpackung

Die Verpackung des Monitors ist riesig. (Bild: TechnikNews)

Um den Standfuß aufzubauen, müsst ihr die beiden Teile zusammenstecken und an der fix eingebauten Schraube drehen, bis beide fest verbunden sind. Man braucht für diesen Schritt kein zusätzliches Werkzeug. Danach müsst ihr den Monitor mit der Rückseite nach oben auf den Boden legen, sodass ihr den eben zusammengebauten Standfuß fixieren könnt. Nun könnt ihr das Konstrukt problemlos hinstellen und restliche Schutzfolien abziehen.

Design und Verarbeitung

Der LG 38WN95C-W bringt ein sehr schlichtes Erscheinungsbild mit sich. Die Displayränder sind sehr dünn und auf allen Seiten gleichmäßig, man findet nur ein LG-Logo vor. Der Aluminium-Standfuß sieht sehr modern aus und auch das Curved-Display macht optisch einiges her. Das waren auch schon alle Dinge, die man auf den ersten Blick sieht.

Alle „unschönen“ Bestandteile des Monitors versteckte LG nämlich auf irgendeine Art und Weise. Der Steuerknüppel und die Lautsprecher verbaute man auf der Unterseite, alle Anschlüsse befinden sich auf der Rückseite und Kabel können mit einer mitgelieferten Halterung schön hinter dem Standfuß nach unten geführt werden. Dieses Plastikstück kommt nämlich auf die Rückseite des Fußes und erleichtert so das Kabelmanagement enorm.

Der Monitor selbst ist in alle nur denkbaren Richtungen verstellbar. Man kann die Höhe, die Neigung und die Drehung anpassen. Dieser Aspekt ist gar nicht einmal so unwichtig, wie man vielleicht meinen möchte. Ein optimaler Blickwinkel auf das Display ist für eine gute Sitzposition essenziell. Und eine solche beugt Schmerzen im Rücken und ähnliche Dinge vor. Hier bekommt LG also ein großes Lob von mir. Man konnte ein modernes Design schaffen, das dennoch sehr funktional ist.

Die Verarbeitung ist auch auf einem sehr hohen Niveau. Der Standfuß besteht aus Aluminium und ist sehr stabil. Beim Material des Monitors setzte man auf Kunststoff. Das Ganze wirkt aber keinesfalls minderwertig.

Anschlüsse, Steuerung und integrierte Lautsprecher

Kurz habe ich schon angedeutet, dass man alle Anschlüsse auf der Rückseite platzierte. Und davon gibt es tatsächlich jede Menge. Für die Verbindung mit einem Laptop, einem stationären Mac oder einem PC stehen Thunderbolt 3 (USB-C), HDMI und DisplayPort zur Auswahl.

Der LG 38WN95C-W lässt sich aber auch als Hub betreiben, sofern man bei der Verbindung mit dem Computer auf Thunderbolt setzt. Dank des Klinkensteckers und der USB-3.0-Anschlüsse hat man die Möglichkeit, SD-Kartenleser, Mikrofone, Festplatten, Lautsprecher und weiteres Zubehör anzuschließen. Gleichzeitig wird ein Laptop auch mit bis zu 64 Watt geladen. Im besten Fall hat man also ein Kabel für alle Anschlüsse.

Unterm Strich sollte also für jeden die passende Auswahl an Ports dabei sein. Ich hätte mir lediglich noch mehr USB-C-Anschlüsse gewünscht, da bei mir nicht mehr alles einen USB-A-Stecker hat.

Der Stromanschluss für den Monitor wurde ebenfalls auf der Rückseite integriert. Der einzige Nachteil bei der Stromzufuhr ist, dass das Netzteil sehr groß ist, wodurch es sich schwerer verstecken lässt. Man muss aber auch dazu sagen, dass man dieses technisch gesehen nicht mehr verkleinern hätte können.

Die Steuerung des Monitors erfolgt über einen einzigen Knüppel auf der Unterseite von diesem. Er kommt beim Ein- und Ausschalten, beim Wechseln der Bildeingänge, beim Anpassen der Bildeinstellungen und beim Justieren der Helligkeit zum Einsatz. Alternativ gibt es eine Controller-Software für Windows und macOS. Diese kommt aber mit nicht so vielen Funktionen, daher ist sie eher weniger empfehlenswert. Die Steuerung über den Knopf am Monitor ist allerdings auch ein wenig umständlich. Hier muss wohl jeder selbst entscheiden, was er bevorzugt.

LG 38WN95C-W Steuerknüppel

Bild: TechnikNews

Der LG 38WN95C-W beherbergt auch Lautsprecher. Diese klingen überraschend gut bei niedriger Lautstärke. Ab einer Lautstärke von schon 25 Prozent übersteuern sie aber und klingen dann auch nur mehr unangenehm laut.

Display und Bildqualität

Kommen wir nun zum wichtigsten und spannendsten Teil von meinem Testbericht, dem Display und der Bildqualität.

Behandeln wir zu Beginn aber erst einmal die Grunddaten. Der Bildschirm misst 38 Zoll in der Diagonale und ist gebogen. Das ist bei einem Seitenverhältnis von 21:9 bei der Größe auch bitter nötig. So behält man alle Inhalte leichter im Blick, ohne den Kopf viel drehen zu müssen. Die Bildwiederholungsrate liegt bei 144 Hertz, sofern man das Gerät mit DisplayPort benützt. Zudem ist eine hohe Abdeckung der Farbräume gegeben. Wir sprechen von 98 Prozent im DCI-P3-Farbraum und von 135 Prozent im sRGB-Farbraum. Auch wird HDR unterstützt, was heißt, dass Farben besser und lebendiger aussehen.

Mit dabei sind ebenfalls G-Sync von Nvidia und FreeSync von AMD. Beide Technologien werden beim Gaming benötigt, sie synchronisieren die Bildfrequenz des Monitors mit der Leistung der Grafikkarte. Das Ergebnis ist, dass die Anzahl der Bilder pro Sekunde, die die Grafikkarte produzieren könnte, nicht dem Wert des Monitors voraus zieht. Durch diesen Prozess kommt es zu keinen abgeschnittenen Bildern beim Zocken.

LG 38WN95C-W Displayränder

Bild: TechnikNews

Durch die hohe Auflösung und die gewaltige Displaygröße bekommt man eine riesige Arbeitsfläche. Man kommt im Endeffekt auf einen Bereich, der ungefähr viermal so groß als bei einem 16:9-FHD-Display ist. Daher ist das Arbeiten und das Multitasking ein Traum – mehr dazu später.

Sollte man mit den Eigenschaften des Bildes, das der Monitor standardmäßig ausgibt, nicht zufrieden sein, kann man Änderungen am Bildprofil vornehmen. Einerseits gibt es vorgefertigte Modi, die auf die Namen „HDR Effect“, „Cinema“, „sRGB“ und „Reader“ hören. Für einfache Anwendungszwecke sollte hier auf jeden Fall ein passendes Profil dabei sein. Ansonsten baute LG auch noch weitere, detailliertere Einstellungen ein. Zu diesen gehören die Auto-Helligkeit, der Kontrast, die Schärfe, Super Resolution, welches die Auflösung bei Filmen und Spielen erhöht, und weitere Regler für die Farbwiedergabe. Dabei können die RGB- und Gamma-Werte angepasst werden. Gamma bestimmt dabei einfach gesagt, wie helle und dunkle Bereiche gezeigt werden.

Für Testzwecke ließ ich auch einmal den EIZO-Monitortest mit dem vordefinierten Farbprofil drüber laufen. Dabei fielen mir zwei Dinge auf, die der LG-Monitor nicht so gut bewerkstelligen konnte. Einerseits konnte beim Testbild der Kreis nicht ganz rund dargestellt werden, andererseits konnte ich beim Farbübergang Kanten noch eindeutig erkennen.

Doch wie machen sich die aufgeführten Punkte im Alltag bemerkbar? Das Bild des Monitors ist bombenscharf und extrem farbgetreu. Ein Dual-Monitor-Setup ist auch nicht mehr notwendig, weil man durch die große Bildschirmdiagonale und das Seitenformat von 21:9 denselben Effekt bekommt. Und durch die Curved hat man alles im Blick, ohne dass man seinen Kopf viel drehen muss. Noch dazu verleiht diese dem Monitor einen modernen Look.

Anwendungszwecke

Es gibt drei Bereiche, in denen ich den LG 38WN95C-W näher ausprobieren konnte.

Die erste Tätigkeit ist Programmieren. Das war im Vollbildschirm-Modus ohne Schwierigkeiten möglich. Ich konnte bis zu drei Dokumente öffnen, ohne dass ich viel horizontal scrollen musste. Das Ganze funktionierte auch noch mit vier Fenstern, da wurde es dann aber schon ein wenig eng. Eine gute Einstellung ist auch das Öffnen von zwei Dokumenten, sodass daneben noch ein Browser, ein Smartphone-Simulator oder ein Terminal Platz findet. Dabei ist auffallend, dass mein MacBook Pro beim Wechsel in den Vollbildmodus ein wenig ins Stottern kam.

LG 38WN95C-W Programmieren

Fürs Programmieren ist der LG 38WN95C-W perfekt. (Bild: TechnikNews)

Ein zweiter Anwendungsfall sind Multitasking-Workflows. In meinem Fall war das häufig eine Kombi aus einem Schulmeeting, meinen Notizen-App und einem Browser. So konnte ich beim Unterricht aufpassen und den Stoff mitschreiben und recherchieren, ohne die Fenster wechseln zu müssen. Für meine Arbeit bei TechnikNews öffnete ich immer meinen Texteditor Ulysses, den Browser und Slack, was auch hervorragend funktionierte. Und falls man sich einmal ein wenig antriebslos fühlt, ist auf der einen Seite des Monitors Raum für die Arbeit, während auf der anderen Seite ein YouTube-Video, ein Film, eine Serie, Twitter oder Reddit platziert werden kann. Das würde ich aber natürlich nie machen😇.

Kommen wir noch einmal auf den Filmkonsum zurück. Das bietet sich bei dem gegebenen Seitenverhältnis natürlich sehr an. So kann man einen Film im Vollbild starten, ohne dass man schwarze Balken oben und unten bekommt. Noch dazu wirkt das Erlebnis durch das große Display und die Curved noch gewaltiger.

LG 38WN95C-W Multitasking

Multitasking funktioniert auch prima. (Bild: TechnikNews)

Der LG 38WN95C-W ist aber natürlich auch für andere Bereiche sehr praktisch. Auf die Schnelle fallen mir Audioschnitt und Videoschnitt ein. Dabei sieht man durch die große Arbeitsfläche eine große Ansicht der Timeline und zusätzlich alle wichtigen Regler, die fürs Bearbeiten benötigt werden. Und beim Videoschnitt bekommt man noch dazu eine hochauflösende Ansicht des Ergebnisses. Das Bearbeiten von detaillierten Fotos und Grafiken ist in meinen Augen nicht so gut auf dem Monitor. Die Schwierigkeit sind nicht die Farben des Monitors, sondern die Curved. Wir erinnern uns: Beim beschriebenen Monitor-Test konnte der 38WN95C-W den Kreis des Testbildes nicht ganz korrekt darstellen, wodurch man nicht so genau arbeiten kann. Beim einfachen „Regler-Schieben“ muss man sich aber keine Gedanken machen, da in dem Fall die Farben vorrangig sind, nicht die Pixel.

Damit dürfte nun wohl auch klar sein, für wen der Monitor gedacht ist. LG richtet sich damit eindeutig an Pro-Nutzer und Gamer, die höhere Ansprüche als einfache Anwender haben.

Preise und Verfügbarkeit

Der LG 38WN95C-W ist bei Amazon und verschiedenen Händlern erhältlich. LG will dafür um die 1600 Euro haben.

LG 38WN95C-W: Fazit

Der LG 38WN95C-W liefert weitestgehend ab. Besonders gut gefielen mir der integrierte Hub, die herausragende Bildqualität mit vielen Anpassungsmöglichkeiten und das flexible Einstellen einer Position für einen besseren Blickwinkel. Einige Kritikpunkte liegen mir aber auch am Herzen. Das Bearbeiten von hochauflösenden Fotos ist einer davon, da man mit dem Monitor Abstriche bei der Genauigkeit machen muss. Das Steuern des Monitors ist auch ein wenig umständlich, da die Controller-Software nicht so sehr ausgereift ist und das Betätigen des Knüppels „lange“ dauert. Zudem hätte ich mir mehr USB-C-Anschlüsse auf der Rückseite gewünscht.

Wir bedanken uns für die Bereitstellung des LG 38WN95C-W.

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David Haydl

David wohnt in Graz und ist nun schon seit mehr als drei Jahren bei TechnikNews. Seit Kurzem trägt er auch den Titel des Chefredakteurs, worauf er total stolz ist. Er versorgt die Seite regelmäßig mit News, Testberichten und dem TechnikNews Weekly, dessen Einführung seine Idee war. In seiner Freizeit liest er gelegentlich, hört viel (und eindeutig zu laut) Musik und einige Podcasts zu allen möglichen Themen zwischendurch und geht gerne Laufen. Die restliche Zeit, die dann noch übrig bleibt, genießt er mit seiner bezaubernden Freundin oder vor der laufenden Glotze.

David hat bereits 925 Artikel geschrieben und 102 Kommentare verfasst.

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