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OPPO Find X3 Neo 5G im Test: Flaggschiffwürdiges Design, und sonst?

(Beitragsbild: © 2021 TechnikNews)

Das Find X2 Neo hat uns Anfang des Jahres in unserem Test mit Einschränkungen seitens der UVP sehr überzeugt. Der Nachfolger, das OPPO Find X3 Neo, bringt auf den ersten Blick einige Verbesserungen mit sich.

Neben dem Flaggschiff-Prozessor Snapdragon 865 bekommt man auch einen mit Sony entwickelten Sensor, nämlich den IMX766. Ob das Gerät für die unverbindliche Preisempfehlung von 799 Euro überzeugen kann, erfahrt Ihr in den folgenden Zeilen.

Design – Sehr erfrischend

Das schwarze Modell in unserem Test finde ich persönlich extrem schön. Im mittelmäßigen Licht ist es einfach ein eher dunkles Schwarz, aber bei Lichteinfall wirkt es wie ein Himmel voller glitzernden Sterne. Daraus kommt auch ein blauer Schimmer. Als Material setzt es auf das sogenannte OPPO-Glow-Verfahren. Es handelt sich um eine körnige Rückseite, die sich auf Gorilla Glass 5 sehr hochwertig anfühlt.

Oben und unten wurde der Rahmen komplett abgeflacht und während er unten aus Aluminium besteht, kommt oben ein gerader Glasstreifen zum Einsatz, was extrem hochwertig wirkt. Das Smartphone kann deshalb selbst ohne Hilfe stehen. Die Übergänge sind alle sehr angenehm und die Platzierung des Kamerabalkens wirkt recht harmonisch.

Aber während man letztes Jahr die Find X2 Neo und Lite Modelle noch etwas zum Find X2 Pro zuordnen konnte, geht es dieses Jahr mit der Zuordnung zum Find X3 Pro gar nicht. Man sieht absolut nicht, dass es sich hierbei um Geräte der gleichen Reihe handelt.

Das Smartphone ist wirklich leicht, dünn und ein Handschmeichler bei seiner Größe. Nach einigen 220 Gramm schweren Flaggschiffen der letzten Wochen sind 184 Gramm und 8 Millimeter beim Find X3 Neo fast schon surreal. Die Vorderseite ist dann hingegen eher unspektakulär: Die Abrundungen links und rechts sind sehr angenehm zum Wischen, wir haben oben links ein kleines Punch-Hole für die Frontkamera und mit dazu ein großes Display. Das alles sehen wir nun schon seit über einem Jahr. Die Unterscheidung aktueller Smartphones liegt viel mehr auf der Rückseite.

OPPO Find X3 Neo 5G Vorderseite

Vorderseite des Find X3 Neo. (Bild: TechnikNews)

Wenn ich einen Nachteil aufzählen müsste: Die Ecken des Smartphones stehen sehr weit hervor, was auf den ersten Blick nicht sehr schön aussieht.

OPPO Find X3 Neo 5G Ecken Vorderseite

Bild: TechnikNews

Display – Durchschnittlich

Im Prinzip ist das Find X3 Neo immer noch ein Reno 5 Pro+, von der Position her schon kein Find. Deswegen findet man hier weder Quad-HD+, noch 120 Hertz, noch 10 Bit oder sonstige Technologien, die man aus Flaggschiff-Bildschirmen kennt. Es handelt sich einfach um ein normales Full-HD+ 90 Hertz AMOLED Panel mit ausreichender Helligkeit. Im Prinzip gibt es keine Unterschiede zum Vorgänger. Wenn man das Display nur von vorne betrachtet, bietet das Find X3 Lite für den halben Preis nicht weniger. Software- als auch hardwareseitig ist die Mühe bei weitem nicht wie bei einem echten Find. Die Abtastrate von 180 Hertz ist nur ausgelegt auf Stellen, die 90 Bilder pro Sekunde unterstützen.

OPPO Find X3 Neo 5G Display

Bild: TechnikNews

Anfang 2020 hätte ich noch sagen können, es sei ein gutes Display, aber dieses Jahr ist es, besonders bei einer unverbindlichen Preisempfehlung von 800 Euro, maximal ausreichend.

Lautsprecher, Vibrationsmotor und Entsperren

OPPO spendiert dem Find X3 Neo als erstes Nicht-Flaggschiff-Gerät einen linearen Vibrationsmotor. Endlich ist damit das Vibrationsfeedback zu gebrauchen und es massiert einem nicht mehr die Hand. Da jedoch immer noch nur ein Z-Achsen-Motor verbaut ist, braucht man sich vom haptischen Feedback nicht allzu viel erhoffen. Aktuelle Flaggschiffe sind da nach wie vor einen Schritt weiter. Auch die Lautsprecher sind nicht die besten auf dem Markt. Stereo gibt einem zwar einen dreidimensionalen Effekt, aber bei hoher Lautstärke vibriert das ganze Smartphone und die Tonqualität ist auch schlechter als etwa bei einem Samsung Galaxy A52.

Bevor wir auf innere Werte zu sprechen kommen, reden wir noch einmal über den Weg, in die Software zu gelangen. Der In-Display-Fingerabdrucksensor ist von der Geschwindigkeit eventuell der beste optische auf dem Markt, aber von der Zuverlässigkeit noch etwas entfernt. Oftmals muss man den Finger zweimal drauflegen und aufgrund der dünnen Bauweise und dem inneren Design ist er ganz unten positioniert. Das bedeutet, dass man immer etwas umgreifen muss, um ihn zu erreichen. Ansonsten gibt es wie üblich noch eine schnelle 2D-Gesichtserkennung.

Software – ColorOS 11

Als Benutzeroberfläche kommt ColorOS 11 über Android 11 zum Einsatz. Im Vergleich zu ColorOS 7 handelt es sich hierbei um eine große Verbesserung. Besonders die Animationen beim Starten von Apps wurden verbessert, denn das Öffnen geht flüssig von langsam zu schnell mit 90 Bildern pro Sekunde. Die verschwommenen Hintergründe und etlichen Zusatzfunktionen müssen ebenfalls gelobt werden. So wurden endlich schwebende Fenster ergänzt, die es so ähnlich auch bei der MIUI gibt.

ColorOS 11 mag ich echt gerne und sollte alle Nutzer von Anfang an zufriedenstellen können. Das macht sie als eine einfach zu verstehende und konstant laufende UI richtig gut. Das Problem mit den Updates gibt es aber nach wie vor. Alle Neuerungen sind bisher nur auf wenigen Geräten benutzbar, hier muss definitiv mehr kommen.

Performance

Das diesjährige Neo verabschiedet sich endlich von einem Mittelklasse-Prozessor und UFS 2.1 Speicher. Dennoch erhält man nicht den diesjährigen Flaggschiff-SoC, sondern „nur“ den Snapdragon 865 aus dem Vorjahr. Der Arbeitsspeicher ist immer noch auf LPDDR4X Standard. Ausschließlich von der Alltagsperformance ist das natürlich absolut ausreichend und flüssig genug. App-Starts sind extrem schnell und es gibt keine Ruckler in der Benutzung. Erst bei Spielen macht sich einiges deutlich: Aufgrund der dünnen Bauweise gehört das Find X3 Neo in dem Bereich zu einem der schlechteren Modelle mit Snapdragon 865. In Genshin Impact, einem der aufwändigsten Spiele, erreicht es nur durchschnittliche 53 Bilder pro Sekunde. Die Instabilität fällt auf. Da es aber immer noch ein 865 ist, reicht er für einfacherer Spiele vollkommen aus.

OPPO Find X3 Neo 5G Gaming Bilder pro Sekunde Genshin Impact

FPS in Genshin Impact. (Bild: TechnikNews)

Akkulaufzeit & Aufladen – 65W SuperVOOC 2.0

Beim Akku verwendet das Find X3 Neo eine Kapazität von 4.500 mAh. Mit einer Bildwiederholrate von 90 Hertz komme ich im Alltag auf sechs bis sieben Stunden Display-On-Time. Die Akkulaufzeit ist somit gut und reicht für einen Tag. Besonders sticht natürlich wieder das Aufladen des Smartphones hervor, denn hier wendet das Find X3 Neo die typische 65 Watt SuperVOOC 2.0 Technologie an, die das Smartphone in nur 33 Minuten von 0 auf 100 Prozent auflädt. Für Notsituationen ist das eine perfekte Möglichkeit, um schnell viel Tank aufzufüllen. Im Alltag auf jeden Fall eine sehr praktische Funktion.

OPPO Find X3 Neo 5G 65W SuperVOOC 2.0 Aufladegeschwindigkeit

Aufladegeschwindigkeit. (Bild: TechnikNews)

Kamera – Starke Hauptkamera

In Sachen Kamera verbaut der Hersteller den IMX766 mit OIS, der zusammen mit Sony entwickelt wurde. Hier gibt es keinen Unterschied zum Find X3 Pro.

Nutzungserlebnis in der Kamera-App

Das Nutzungserlebnis in der Kamera-App ist sehr angenehm, der Fokus schlägt selbst das S21 Ultra. HDR direkt im View-Finder kann sehr angenehm sein, aber diese Szenenverbesserung empfehle ich zu deaktivieren, da die Farben hin und her springen.

Ergebnisse

Am Tag erkennt man heutzutage kaum noch einen Unterschied zwischen verschiedenen Smartphones, aber das Find X3 Neo schneidet hier eigentlich immer sehr schön ab. Die Farben sind manchmal gesättigt, aber immer sehr angenehm zu betrachten. Der Dynamikumfang ist auf einem hohen Niveau und nicht so aggressiv. Die Unterschiede findet man hauptsächlich bei Nacht. Mit dem Nachtmodus hat das OPPO Find X3 Neo sehr schöne Farben, die realistisch sind und einen schönen Look darstellen. Vom Detailgrad ist es auf einem sehr hohen Niveau und schlägt selbst das S21 Ultra. Dass aber auch der IMX766 vergleichsweise klein ist, zeigt sich besonders in Situationen mit noch weniger Licht.

Die Ultra-Weitwinkelkamera ist dann nur noch mittelmäßig. Am Tag viel zu übersättigt und in dunklen Situationen zeigen sich die Unterschiede beim Detailgrad. Nur vom Sichtfeld ist sie aber breit genug, fast auf Samsungs 13 mm Niveau. Zum Benutzen für einfache Bilder absolut ausreichend, ansonsten empfehle ich das Verwenden der Hauptkamera. Die 2x optische Zoomkamera ist nur minimal besser als ein digitaler Crop in die Hauptkamera und zudem ist er sehr schwer zu verwenden. Oft sieht man nach dem Fotografieren durch die Blende f/1.8, dass die Hauptkamera für das Bild verwendet wurde. Bei höheren Zoomstufen hilft sie auch kaum weiter.

Videoqualität

Während die Hauptkamera Videos in 4K mit bis zu 60 FPS aufnehmen kann, gehen bei den anderen Kameras leider nur 30 FPS. Insgesamt ist die Videoqualität ziemlich gut, die Farben sind realistisch und gesättigt. Nun ist der Nachtmodus für Videoaufnahmen, aufgrund des neuen Sensors, auch endlich ein wenig zu gebrauchen, dennoch empfehle ich noch immer nicht, unter diesen dunklen Bedingungen zu filmen.

Insgesamt sticht beim OPPO Find X3 Neo nur die Hauptkamera hervor, die zu dem Preis tatsächlich ein Kaufargument ist.

Fazit

Das Find X3 Neo ist tatsächlich in den meisten Bereichen besser geworden, da das eigentliche Reno dahinter eine andere Marktposition hat. Der Vorgänger, das Find X2 Neo, kostete mit einem Snapdragon 765G zum Start ähnlich viel. Mit einem Flaggschiff-SoC, einer IMX766 Hauptkamera und 65W Fast-Charging wurde die diesjährige Konkurrenzfähigkeit stark verbessert. Allerdings wurde auch die Konkurrenz besser. Das Xiaomi Mi 11 bietet ein 1.440p 120 Hertz Samsung E4 AMOLED-Display und einen Snapdragon 888. Dann gibt es auch noch ein Samsung Galaxy S21, welches ebenfalls mit einem 120Hz Display ausgestattet ist, mit einer IMX555 Hauptkamera daherkommt und obendrauf noch vom starken Exynos 2100 angetrieben wird. Beide kosten auch etwa 800 Euro in der unverbindlichen Preisempfehlung.

Im Prinzip ist das Find X3 Neo nicht das Modell, welches mit den anderen Flaggschiffen konkurrieren sollte. Es ist immer noch ein Reno, ein vom Design und Aufladen nicht zu bemängelndes Smartphone, das 200 Euro zu teuer auf den Markt gekommen ist. Auch wenn die Kamera besser geworden ist, kann es als Gesamtpaket noch nicht mithalten. Ich würde es für 600-700 Euro weiterempfehlen, besonders wegen dem Design und der Hauptkamera.

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Allgemeiner Hinweis zu Artikeln im "OPPOblog"

Dieser Artikel ist im TechnikNews OPPOblog erschienen – dem ganz eigenen Blog für OPPO-Fans. OPPOblog berichtet unabhängig und wird nicht von der Marke "OPPO" betrieben.

Yinan Xia

Yinan interessiert sich schon sehr lange für Technik, insbesondere Smartphones. Daher fing er vor einem Jahr mit einem YouTube-Kanal an und berichtet nun für TechnikNews über aktuelle Technik, die ihn interessiert.

Yinan hat bereits 14 Artikel geschrieben und 3 Kommentare verfasst.

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