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Xiaomi Mi 11 im Test: Kein Preis-Leistungs-Killer mehr, aber …

Xiaomi Mi 11 Titelbild
Bild: TechnikNews
(Beitragsbild: © 2021 TechnikNews)

Das Xiaomi Mi 11 ist das erste Smartphone mit dem neuen Snapdragon 888, welches bereits im Dezember in China vorgestellt wurde. Nun kommt es auch auf den deutschen Markt, wir haben es getestet.

Das Xiaomi Mi 11 übernimmt das bekannte Design der Vorderseite vom Mi 10 Pro und verändert dafür das Erscheinungsbild der Kamera komplett. Ich war zuerst vom neuen Kameradesign irritiert, doch nun liebe ich es. Es ist endlich kein langer Streifen mit verschiedensten Kameras mehr, sondern ein runder Kasten mit drei Kamerasensoren drinnen. Die Rückseite ist entweder Blau oder Schwarz, kommt auf die Farbvariante an. Fingerabdrücke sind gut zu sehen, aber nicht sehr auffällig. Ungefähr so gut wie beim Mi 10 Pro.

Die Verarbeitung ist sehr gut. Das Gerät fühlt sich sehr hochwertig an und liegt trotz des großen Displays gut in der Hand.

Xiaomi Mi 11: Display

Das Display stammt von Samsung und das sieht man auch. Es ist 6,81 Zoll groß und löst mit WQHD+ (3.200 x 1.440) auf. Außerdem zeigt es Inhalte mit 120 Hertz und auf OLED an, dies auch zusammen mit der WQHD+-Auflösung. Für ein so großes Smartphone, welches durch seine Spezifikationen auch sehr gut zum Konsumieren von Medien gemacht ist, ist es mit 196 Gramm doch noch relativ leicht. Klingt vielleicht komisch, doch ständig über 200 Gramm herumtragen zu müssen, nervt stark.

Xiaomi Mi 11 Display

Das Display des Mi 11 ist eines der besten auf dem Markt. (Bild:TechnikNews)

Die Kombination aus der Auflösung und der hohen Bildwiederholrate geht voll auf. Inhalte laufen butterweich über das Display und auch Filme kann man ohne Probleme auf dem großen und hochauflösendem Display schauen. Das war genau der große Kritikpunkt beim Display des Mi 10 Pro, nun liefert man diese Spezifikationen auch unter 1000 Euro. Das Display ist mit 507 Candela außerdem sehr hell, ich hatte nie Probleme bei starkem Sonnenlicht.

Der einzige Kritikpunkt liegt bei der Form des Displays. Dieses ist an allen vier Ecken abgerundet, was einen komischen Eindruck macht.

Hardware

Auch die Hardware kann in (fast) allen Belangen überzeugen. Der eingangs erwähnte Snapdragon 888 ist der aktuell schnellste Android-Prozessor auf dem Markt. Nur wird dieser scheinbar zu wenig gekühlt. Bei vielem Filmen und aufwendigen Spielen zieht der Prozessor viel Akku und das Gerät wird merkbar warm. Das war aber nicht schlimm, im Alltag meistert das Mi 11 alle Anwendungen mit Bravour. Die Smartphone-Prozessoren sind allesamt heutzutage so schnell geworden, den wirklichen Unterschied merkt man nur bei aufwendigen Spielen, Emulationen oder sehr viel Multitasking. Apropos Multitasking, das Gerät gibt es nur mit 8 Gigabyte RAM. In China gibt es noch eine Version mit 12 Gigabyte Arbeitsspeicher, in Deutschland wird nur bei den Speicheroptionen ein Unterschied gemacht. Es gibt eine Version mit 128 Gigabyte und eine mit 256 Gigabyte, wobei beide nicht mit einer microSD-Karte erweiterbar sind. Dafür ist Dual-SIM möglich.

An Netzwerktechnologie ist alles möglich. 5G, WLAN 6 und Bluetooth 5,2 sind mit an Bord. Ein Feature, was ich bei vielen Smartphones vermisse, ist ein Infrarotsensor. Dieser ist beim Mi 11 vorhanden, womit man seinen TV ansteuern kann.

Hervorheben möchte ich die Stereo-Lautsprecher, welcher mit Harman/Kardon (Samsung) entwickelt worden sind. Diese bieten zwar keinen starken Bass, dafür aber sehr saubere Hochtöne. Dafür fehlt wiederum eine IP-Zertifizierung.

Xiaomi Mi 11: Kamera

Das Kamerasystem des Mi 11 besteht aus drei Kameras auf der Rückseite und einer 20 Megapixel Selfie-Kamera. Die Hauptkamera auf der Rückseite ist eine 108 MP Weitwinkelkamera, welche mit einer 13 MP Ultraweitwinkelkamera und einer 5 MP Makrokamera kombiniert wird. Auf dem Papier ist das Ganze nicht so gut wie beim Mi 10 Pro. Das liegt wohl daran, dass in sehr naher Zukunft noch weitere Geräte in der Mi-11-Reihe erscheinen werden. Es gab bereits ein Leak zum Mi 11 Ultra, Informationen zu einem Lite-Modell liegen uns auch schon vor.

Die Kameras machen dennoch gute Fotos. Gerade der 108 Megapixel Hauptsensor überzeugt. Dieser kann in hellen und dunklen Umgebungen gute Fotos machen, beim Ultraweitwinkel jedoch nicht. Gerade bei wenig Licht wirken Fotos “matschig” und haben wenig Details. Gut ist dennoch die Makro-Kamera, welche auf nahe Entfernung viele Details einfängt. Nur den Nutzen möchte ich infrage stellen, eine Telekamera wäre für mich sinnvoller gewesen. Diese kann der digitale Zoom nicht ersetzen.

Videos

Viel Marketing wird auch bei der Videofunktion gemacht. Die maximale Auflösung liegt bei 8K mit 30 Bildern pro Sekunde, 4K sind mit 60 Bildern und 1080p mit 120 Bildern pro Sekunde möglich. Die Videos sind sehr gut, doch wer viel mit 8K oder 4K aufnimmt, wird das im Speicherplatz sichtlich merken. Dieser ist wie bereits erwähnt nicht per SD-Karte erweiterbar, doch sonst können die Videos in der Cloud oder auf einer Festplatte gespeichert werden.

Gerade bei der Software im Video-Bereich war Xiaomi sehr kreativ. Das Klonen von Personen macht Spaß und ist kinderleicht, per Klick die “Zeit einfrieren” oder mit der “Parallelen Welt” die Welt auf den Kopf stellen ebenfalls. Das sind keine Effekte, die wirklich für “Professionelles Filmen” gedacht sind. Dafür brachte Xiaomi sie auf ein Smartphone, wofür man im Normalfall eigentlich ein Schnittprogramm brauchen würde. Dies habe ich bisher bei keinem anderen Hersteller gesehen, das gibt einen Pluspunkt.

Akku

Der Akku mit 4600 Milliamperestunden hat mir ebenfalls gut gefallen. Es hat ein bisschen gebraucht, bis die AI mein Nutzungsverhalten gelernt hat, aber danach war die Akkulaufzeit gut. Meine Werte lagen mit Verwendung von WQHD+ und 120 Hertz und ohne Energiesparmodi bei 6 Stunden Bildschirmzeit. Bei leichterer Benutzung sind aber sicher auch bis 10 Stunden drin. Das sind sehr gute Werte und ich habe mir nie Sorgen um den Akku machen müssen.

Wenn der Akku trotzdem leer war, dann wurde der mit schnellen 55 Watt in nur 41 Minuten von 0 bis 100 wieder aufgeladen. Der Akku des Mi 11 kann sogar mit bis zu 50 Watt per drahtlosem Laden gefüllt werden, das kann bisher kein anderes Smartphone auf dem europäischen Markt (nur das Mi 10 Ultra, was nur in China erschien). Ich hatte aber kein Ladegerät, welches diese hohe Anzahl unterstützt. Das Mi 11 kann andere Geräte zudem mit 10 Watt drahtlos laden. Perfekt, um seine Kopfhörer unterwegs zu laden.

Software

Auf dem Gerät läuft MIUI 12, basierend auf Android 11. MIUI hat sich mit der 12. Version um einiges verbessert, gerade in der Nutzerfreundlichkeit. Es bietet viele Einstellungsmöglichkeiten und fühlt sich sehr schnell an. Der App-Drawer unterteilt die Apps sehr übersichtlich in Kategorien, was gerade bei Nutzern mit vielen Apps sehr hilfreich ist. Die Benachrichtigungstöne sind wie der Klingelton an die Natur angelehnt und mit vielen Animationen versehen. Nur die Bloatware (TikTok und ein paar Spiele) möchte ich hier stark verurteilen, doch diese kann direkt nach der Einrichtung gelöscht werden. Trotzdem möchte ich diese bei einem 800-Euro-Gerät erwähnen.

Leider gibt Xiaomi kein offizielles Upgrade-Versprechen, Samsung verspricht gleich drei Upgrades, Oppo und OnePlus nur zwei. Xiaomi hat bisher seinen Mi-Geräten erfahrungsgemäß auch zwei Upgrades gegeben, es gibt nur keine Versprechen.

Xiaomi Mi 11: Fazit

Das Xiaomi Mi 11 fühlt sich nur wie ein “S”-Upgrade an. Es gibt bisher noch keine offiziellen Informationen zu einem möglichen Pro- oder Ultra-Modell, welches im Bilde fehlt. An der Performance gemessen ist das Gerät definitiv ein Flaggschiff, doch gerade bei den Kameras, der IP-Zertifizierung oder dem fehlendem Upgrade-Versprechen fehlt der letzte Schliff. Hier kann das Gerät nicht mit einem S21 Ultra oder iPhone 12 Pro Max mithalten. Dies könnte aber eine mögliche Pro- oder Ultra-Version beheben, auf die wir nun gespannt warten. Durch verschiedenste Vorbesteller-Boni wurde der Preis bereits auf zirka 600 Euro gesenkt, dafür ist das Gerät sehr gut. Für 800 Euro wäre es aber noch ein Stückchen zu teuer, gerade 100 Euro Aufpreis für mehr Speicher ist zu viel, andere Hersteller verlangen 50 Euro.

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Nils Ahrensmeier

Nils ist sehr interessiert in Mobile-Geräte wie Smartphones, Wearables und Kopfhörer. Er schreibt seit 2019 auf TechnikNews - vor allem News und Testberichte. In seiner Freizeit spielt er Schlagzeug und Klavier oder geht seinem Hobby, der Leichtathletik, nach.

Nils hat bereits 141 Artikel geschrieben und 16 Kommentare verfasst.

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