Smart #5 Summit Edition im Test: 400 kW Laden, das beste Elektro-SUV 2026?

Smart #5 Summit Edition, damit erfindet sich Smart wieder einmal neu. War die Marke in der Vergangenheit vor allem für winzige City-Flitzer wie den ikonischen Fortwo bekannt, zeigt das Pendel nun in eine völlig andere Richtung. Nach dem erfolgreichen Neuanfang mit dem Smart #1 und dem leicht gewachsenen Smart #3 steht nun das bisher größte Modell der Firmengeschichte vor uns: Der Smart #5. Wir haben die besonders auffällige „Summit Edition“ für zwei Wochen im Alltag getestet.
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- 1 tl;dr: Wirklich noch smart?
- 2 Videobericht:
- 3 Design und Äußeres: Offroad-Charme trifft auf wuchtige Maße
- 4 Kofferraum, Frunk und Camping-Qualitäten
- 5 Innenraum: Luxus, Platz ohne Ende und smarte Details
- 6 Infotainment & Software: AMD-Power und OLED-Brillanz
- 7 Fahrdynamik und Assistenzsysteme: 2,4 Tonnen, die (tatsächlich) Spaß machen
- 8 Verbrauch: Relativ hoch, aber erwartbar
- 9 Ladeleistung: Der unangefochtene 400-kW-Champion
- 10 Mein persönliches Fazit: Die neue Referenz in seiner Klasse?
tl;dr: Wirklich noch smart?
Der Smart #5 ist das bisher größte und stärkste Elektro-SUV der Marke, das uns im Test in der robusten und auf Offroad getrimmten „Summit Edition“ vorliegt. Mit brachialen 589 PS dank Allradantrieb beschleunigt das wuchtige Fahrzeug in unter 5 Sekunden von 0 auf 100 km/h, wobei der Verbrauch aufgrund der klobigen Bauform und des Dachgepäckträgers naturgemäß höher ausfällt. Der absolute Wahnsinn ist jedoch die Ladeleistung: Mit bis zu 400 kW am DC-Schnelllader pumpt sich der Akku in unglaublichen 15 bis 16 Minuten von 10 auf 80 Prozent voll.
Auch im Inneren punktet der Smart #5 mit einem riesigen Platzangebot auf allen Sitzen, bis zu knapp 2.900 Litern Stauraum bei umgeklappten Sitzen, exzellenter Materialqualität und blitzschneller Infotainment-Hardware samt AMD-Prozessor und brillanten OLED-Displays. Zu den wenigen Schwächen zählen eine aktuell noch sehr fehleranfällige Laderoutenplanung im Navigationssystem, ein etwas schwerfällig schließender Frunk sowie das massive Leergewicht von 2,4 Tonnen, das auf der Straße natürlich spürbar bleibt.
Videobericht:
Design und Äußeres: Offroad-Charme trifft auf wuchtige Maße
Der Smart #5 in der Summit Edition macht direkt auf den ersten Blick klar, dass er kein typisches Stadtauto mehr ist. Das Design ist kantig, bullig und mit zahlreichen Offroad-Elementen gespickt. Die markante Lackierung in einem matten Farbton steht dem Wagen hervorragend, erfordert allerdings bei der Pflege etwas Vorsicht – auf klassische Waschstraßen sollte man mit Mattlack im Zweifel lieber verzichten, um Kratzer zu vermeiden. Ein echtes Highlight der Summit Edition ist das optionale Dachgerüst für rund 2.000 Euro Aufpreis samt der markanten seitlichen Leiter. Diese Leiter, die sich mit einem speziellen Schlüssel aus der Mittelkonsole entriegeln und herunterklappen lässt, verleiht dem Auto einen echten Expeditions-Look. Smart-typisch gibt es auch hier liebevolle Easter-Eggs, wie etwa einen kleinen aufgedruckten Pandabären, der optisch die Leiter hinaufklettert, während das Smart-Logo den massiven Dachkäfig ziert.
- Bild: TechnikNews
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An der Front dominieren tief gezogene Voll-LED-Scheinwerfer, bei denen leider kein aktives Kurvenlicht verbaut wurde. Ein wirklich cooles Technik-Feature bleibt uns in Europa zudem leider verwehrt: In der chinesischen Version ist in der Frontschürze ein Projektor integriert, der ein 100 Zoll großes Bild an eine Wand werfen kann, um bei Ladepausen Filme zu schauen. Dieses Feature wurde für unseren Markt aus Wartungs- und Kostengründen gestrichen. Dennoch wirkt die Front mit ihren an einen Jeep erinnernden Designelementen äußerst imposant. Abgerundet wird das bullige Äußere durch 20-Zoll-Räder und eine extrem flach abfallende Heckscheibe, die dem wuchtigen Heck eine ganz eigene Dynamik verleiht.
Kofferraum, Frunk und Camping-Qualitäten
Ein Elektro-SUV dieser Größe muss auch in Sachen Praktikabilität und Stauraum abliefern. Der Smart #5 bietet unter der vorderen Haube einen sogenannten Frunk, der sich bequem über eine dedizierte Taste auf dem neuen, deutlich klassischer designten Fahrzeugschlüssel öffnen lässt. Der Frunk ist zwar nicht riesig, reicht aber locker für das Verstauen des Ladekabels aus. Einziges Manko an dieser Stelle ist das Schließen, welches relativ viel Druck erfordert und bei der Haube etwas Vorsicht verlangt, um keine unschönen Beulen ins Blech zu drücken.
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Der eigentliche Kofferraum im Heck ist dafür umso beeindruckender ausgefallen. Standardmäßig schluckt er knapp 600 Liter Volumen. Klappt man die Rücksitze um, entsteht ein gigantisches Ladeabteil mit über 2.000 Litern. Smart hat das Fahrzeug zudem so clever konstruiert, dass sich bei Bedarf auch die Vordersitze komplett umklappen lassen. Wirft man nun eine Matratze hinein, erhält man eine ebene Liegefläche von beeindruckenden 2,90 Metern Länge. Zusammen mit diversen 12-Volt-Anschlüssen und der integrierten Vehicle-to-Load-Funktion, über die sich externe elektrische Geräte betreiben lassen, wird der Smart #5 zum perfekten Begleiter für den nächsten Camping-Trip. Für den Anhängerbetrieb ist ebenfalls gesorgt, denn die elektrisch ausfahrbare Anhängerkupplung darf bis zu 1,6 Tonnen gebremst ziehen. Angesichts des massiven Fahrzeuggewichts von 2,4 Tonnen hätten wir uns hier vielleicht sogar noch etwas mehr Zuglast gewünscht, doch für die allermeisten Einsatzzwecke dürfte das völlig ausreichen.
Innenraum: Luxus, Platz ohne Ende und smarte Details
Steigt man in den Smart #5 ein, wird man von einer Raumfülle begrüßt, die in dieser Klasse absolute Maßstäbe setzt. Besonders auf der Rücksitzbank hat man schier endlosen Platz zur Verfügung. Selbst großgewachsene Personen haben vor den Knien gefühlt drei Fäuste Platz, auch wenn die Vordersitze weit zurückgefahren sind. Die Kopffreiheit ist hervorragend und die Rücksitze lassen sich zudem elektrisch verstellen, wodurch eine sehr bequeme Liegeposition für längere Strecken eingenommen werden kann. Über den Köpfen erstreckt sich ein großes Panoramaglasdach mit einem elektrischen Sonnenrollo, das sich bequem per Sprachbefehl öffnen lässt. Allerdings wird die Sicht in den Himmel bei der Summit Edition durch den wuchtigen Dachgepäckträger deutlich eingeschränkt. Sehr modern wirken die verstellbaren LED-Lesespots im Fond, die optisch an kleine Kameralinsen erinnern.
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Was die Materialauswahl betrifft, hat Smart einen riesigen Sprung gemacht und liefert echtes Premium-Feeling. Selbst in den unteren Türbereichen rund um die Lautsprecher kommt weiches Kunstleder zum Einsatz, hartes und kratzempfindliches Plastik sucht man hier vergebens. Die Verarbeitungsqualität ist tadellos, nichts knarzt oder knackt, selbst wenn das Auto lange in der prallen Sonne stand. Vorne thronen Fahrer und Beifahrer auf bequemen, olivgrünen Sitzen. Eine wuchtige Mittelkonsole trennt die beiden Plätze und bietet neben massig Stauraum auch zwei kabellose Ladepads für Smartphones. Diese laden mit satten 50 Watt und sind aktiv belüftet, damit die Geräte beim schnellen Laden nicht überhitzen. Positiv fällt auch auf, dass selbst das Handschuhfach von innen komplett mit feinem Velours ausgekleidet ist.
Infotainment & Software: AMD-Power und OLED-Brillanz
Das digitale Erlebnis im Smart #5 ist ein absolutes Highlight. Angetrieben wird das komplette System von einem extrem leistungsstarken AMD-Prozessor, der für eine unglaublich flüssige Bedienung sorgt. Das Wischen und Zoomen auf der hochauflösenden Navigationskarte fühlt sich so blitzschnell an, als würde das Display mit 100 oder gar 120 Hertz Bildwiederholrate arbeiten. Der Fahrer blickt auf ein übersichtliches Fahrer-Informationsdisplay hinter dem Lenkrad sowie auf ein riesiges Head-up-Display, das die Straße mit Augmented-Reality-Inhalten überlagert.
Die eigentliche Show spielt sich jedoch auf den beiden massiven 13-Zoll-OLED-Displays ab, die sich nahtlos über die Mitte bis zum Beifahrer erstrecken. Der Beifahrer hat somit seinen völlig eigenen Bildschirm und kann während der Fahrt via Bluetooth-Kopfhörern Filme über Amazon Prime oder Apple TV schauen, als DJ via nativer Spotify-App fungieren oder sogar eine Nintendo Switch per Kabel anschließen und zocken. Das Betriebssystem bietet liebevolle Spielereien, wie etwa ein hochdetailliertes 3D-Modell des Fahrzeugs auf dem Homescreen oder alternativ einen animierten Planeten mit einem niedlichen Löwen-Avatar.
Wir müssen an dieser Stelle leider die Navigationssoftware deutlich kritisieren. Die Laderoutenplanung macht teilweise immer noch völlig absurde und unbrauchbare Fehler. Obwohl das Auto an extrem schnellen DC-Ladesäulen in wenigen Minuten vollladen kann, plant das System teils unverständlich lange Standzeiten von knapp zwei Stunden an einer 360-kW-Säule ein oder lotst den Fahrer auf Langstrecken völlig unnötig an langsame AC-Ladesäulen. Hier muss Smart dringend mit einem Over-the-Air-Update nachbessern, denn die grandiose Hardware des Autos wird in diesem Punkt durch die unausgereifte Software massiv ausgebremst.
Fahrdynamik und Assistenzsysteme: 2,4 Tonnen, die (tatsächlich) Spaß machen
Mit 589 PS aus zwei Elektromotoren ist der Smart #5 Summit Edition geradeaus eine absolute Rakete. Der Sprint von 0 auf 100 km/h gelingt in unter 5 Sekunden. Im Sportmodus schiebt das SUV derart brutal an, besonders jenseits der 100 km/h Marke scheint der vordere Motor noch einmal einen extra Boost freizuschalten, dass man das immense Leergewicht von 2,4 Tonnen beim reinen Beschleunigen fast völlig vergisst. Das Fahrwerk ist passend zum Offroad-Design eher straff abgestimmt, federt Unebenheiten aber grundsolide weg und vermittelt in schnellen Kurven ein absolut sicheres Gefühl. Spezielle Offroad-Fahrmodi passen die Kraftverteilung zudem dynamisch an Untergründe wie Schnee, Sand oder Fels an.
Die Assistenzsysteme, zusammengefasst unter dem Begriff „Smart Pilot“, verrichten ihre Arbeit im Alltag erfreulich unauffällig und zuverlässig. Der Lenkassistent hält das Fahrzeug souverän in der Mitte der Spur und führt auf Wunsch sogar automatisierte Spurwechsel durch. Der Abstandstempomat bremst extrem weich ab und erkennt zuverlässig vorausfahrende Fahrzeuge, was sogar durch aufleuchtende Bremslichter oder Blinker im Display visualisiert wird. Besonders angenehm im Alltag ist die Tatsache, dass sich das oft kritisierte EU-Geschwindigkeitswarn-Gebimmel mit einem einfachen und dauerhaften Tastendruck auf die Sterntaste am Lenkrad sofort deaktivieren lässt.
Auf der Landstraße bleibt es im Innenraum angenehm ruhig. Auf der Autobahn sorgen die massiven Verstrebungen des Dachgepäckträgers bei höheren Geschwindigkeiten jedoch für spürbare Windgeräusche. Durch die Kombination aus enormem Gewicht, der Aerodynamik einer Schrankwand und dem unvorteilhaften Dachaufbau fällt der Stromverbrauch auf der Autobahn entsprechend hoch aus.
Verbrauch: Relativ hoch, aber erwartbar
Der Verbrauch ist gelinde gesagt, relativ erwartbar für die größe und die blockförmige Form des #5. Im Alltag hatten wir im gesamten Testzeitraum einen Durchschnittlichen Verbrauch von 25 kWh auf 100 km. Auf der Autobahn bei 130 km/h wird man schon desöfteren mal eine 3 beim Verbrauch sehen. Das macht der große Akku und die sehr schnelle Ladeleistung zwar wieder wet. Aber erwähnen sollte man dies schon. Windschnittig ist nämlich alles, nur der Smart #5 nicht.
Ladeleistung: Der unangefochtene 400-kW-Champion
Kommen wir zur absoluten Paradedisziplin des Smart #5, nämlich dem Laden. Dank der extrem fortschrittlichen 800-Volt-Architektur verspricht Smart eine DC-Ladeleistung von bis zu 400 kW. In unserem Test haben wir den Wagen mit 12 Prozent Restakku an einen Schnelllader angeschlossen, nachdem wir ihn zuvor über das Infotainment-System manuell vorkonditioniert hatten. Innerhalb von wenigen Sekunden schoss die Ladeleistung in absurde Höhen und wir konnten auf dem Display des Laders einen unfassbaren Spitzenwert von 395 kW protokollieren. Das ist schlichtweg Spitzenklasse und deklassiert viele weitaus teurere Luxus-Elektroautos mühelos.
| Parameter | Wert |
| Ladetyp | CCS (DC) |
| HPC-Typ | Alpitronic 400 kW HyperCharger |
| Geladene Energie | 75,2050 kWh |
| Ladedauer | 00:15:43 |
| Akku-Status (SoC) | 12 % -> 85 % |
| Spitzenleistung (Peak) | 395 kW |
Noch beeindruckender als der bloße Peak-Wert ist die stabile Ladekurve. Die Ladeleistung wird extrem lange auf einem extrem hohen Niveau gehalten. Selbst bei einem Ladestand von bereits 83 Prozent flossen in unserem Test immer noch erstaunliche 168 kW in den großen Akku. Das Resultat ist, dass eine Standardladung von 10 auf 80 Prozent in der Realität lediglich rund 15 bis 16 Minuten dauert, womit Smart seine eigene Werksangabe von 18 Minuten sogar noch unterbietet. Wer an der Ladesäule steht, kann im Auto auf dem Zentraldisplay förmlich zuschauen, wie die Prozentpunkte im Sekundentakt nach oben klettern. An der Wallbox zuhause oder an städtischen Ladesäulen nimmt der Smart #5 zudem serienmäßig sehr gute 22 kW über Wechselstrom auf. Durch diese extrem kurzen DC-Ladezeiten verliert der potenziell höhere Autobahn-Verbrauch auf der Langstrecke völlig seinen Schrecken, da die Ladepausen ohnehin kaum für einen Kaffee ausreichen.
Mein persönliches Fazit: Die neue Referenz in seiner Klasse?
Der Smart #5 in der Summit Edition ist ein zutiefst beeindruckendes Stück Technik. Er markiert endgültig den erfolgreichen Wandel von Smart vom Kleinwagenhersteller zum ernstzunehmenden Premium-Anbieter. Das Platzangebot im Innenraum ist phänomenal, die Materialqualität ist über jeden Zweifel erhaben und das durch den AMD-Chip befeuerte Infotainment-System ist im Alltag rasend schnell. Die massiven Fahrleistungen von 589 PS machen unglaublich viel Spaß, doch das unangefochtene und alles überragende Highlight bleibt die brachiale Ladeleistung von knapp 400 kW, die Ladepausen auf ein absolutes Minimum reduziert.
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Natürlich gibt es auch berechtigte Kritikpunkte, wie das immense Gewicht von 2,4 Tonnen und die teils unbrauchbare Software der Laderoutenplanung, die dringend einen Bugfix seitens des Herstellers benötigt. Doch abseits davon schnürt Smart hier ein Gesamtpaket, das den Markt massiv aufmischen wird. Für ein ähnliches Budget, das heutzutage ein vollausgestatteter Verbrenner-SUV verschlingt, bekommt man mit dem Smart #5 ein massiv überlegenes Fahrzeug mit einer der modernsten Elektro-Plattformen am Markt. Wer ein geräumiges, technikaffines, hervorragend verarbeitetes und vor allem extrem schnell ladendes Familien-SUV sucht, kommt am neuen Flaggschiff von Smart schlichtweg kaum noch vorbei.















