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Soundcore Frames im Test: Ein Blick in die Zukunft?

Anker Soundcore Frames Titelbild
Bild: TechnikNews
(Beitragsbild: © 2021 TechnikNews)

Mit den Soundcore Frames hat der chinesische Hersteller Anker seine erste Brille mit Lautsprechern veröffentlicht. TechnikNews hat sie getestet. 

Eine Brille und Lautsprecher zugleich? Dieses Konzept ist nicht neu, andere Firmen wie Bose oder Razer haben das schon lange. Doch Soundcore probiert mit den Frames einen anderen Ansatz. Anstatt eines Modells gibt es viele verschiedene, mit derselben Technik. Wir haben die Brille im Alltag getestet.

Unboxing und Ersteinrichtung

Mein Testgerät ist in der „Landmark“ Ausführung, die Brille gibt es in 10 Designs. Denn genauso wie bei der Fossil Series 6 gibt es einen „Computer“, welcher in verschiedene Designs eingesetzt ist. In diesem Fall sind es die Bügel, welche auch austauschbar ist. Aber dazu später mehr im Text. Neben der Brille und dem Bügel liegt noch das Ladekabel, sowie ein Case und ein Putztuch bei.

Die Ersteinrichtung verlief ebenfalls sehr simpel. Die Brille musste kurz geladen, dann angeschaltet werden (durch berühren von zwei Stellen am Bügel) und dann mit dem Smartphone verknüpft werden. In der App konnte dann direkt das erste Update geladen werden.

Design und Verarbeitung

Die Frames gibt es in 10 Ausführungen, alles Brillen (aber nicht verfügbar mit medizinischen Gläsern). Sie sind also rein optisch unterschiedlich, von den Features aber alle gleich. Mir persönlich gefällt ein klassisches Schwarz, wer aber eher schlichtere Designs haben möchte, für den gibt es auch entsprechende Modelle. Die Gläser sollen laut Anker „99 % der UVA/UVB Strahlen herausfiltern“, außerdem resistent gegen Brüche und Kratzspuren sein. Das war schwer zu testen, angenehm (in der Sonne) fühlten sich die Gläser aber definitiv an. Nicht vergleichbar mit günstigen Sonnenbrillen. Da es aber gerade Winter ist, konnte ich längere Zeiträume nicht testen. An beiden Seite der Brille befinden sich ein Soundcore Logo, dies dient als Orientierung für die Wischgesten, hätte trotzdem ein wenig minimalistischer ausfallen können.

Die Verarbeitung ist nicht herausragend, für eine Brille mit Fokus auf die Technologie aber ausreichend. Das Material ist merklich Plastik, alles andere wäre aber auch noch schwerer als durch die Technik schon.

Soundcore Frames: Tragekomfort

Das Gestell ist definitiv dicker als das von normalen Sonnenbrillen, doch einen großen Unterschied im Tragekomfort spürt man erst nach ein paar Stunden Nutzung. Ein Vorteil, welchen ich während der Nutzung schätzen gelernt habe war, dass die Brille mit Mütze besser funktioniert. Doch durch die Bauart gibt es natürlich keinerlei Geräuschunterdrückung. Im Gegenteil, wer nah an euch sitzt wird durchaus mitbekommen, dass ihr Musik hört. Für das Büro oder die Bahnfahrt taugt die Brille also nicht. Vielmehr könnte die Brille beim Sport oder beim Fahrradfahren gut geeignet sein, da man dadurch trotzdem seine Umgebung mitbekommt.

Anker Soundcore Frames Tragekomfort

Die Soundcore Frames sitzen so gut wie eine normale Sonnenbrille (Bild: TechnikNews)

Technische Daten

Anker verbaut zwei Lautsprecher pro Bügel, wobei einer vor und einer hinter dem Ohr sitzt. Die beiden Lautsprecher vor dem Ohr haben einen 25 x 8 mm großen Treiber, hinter dem Ohr ist der Durchmesser des Treibers 8 mm. Mikrofone sind ebenfalls vorhanden, somit kann auch telefoniert werden, oder auf Spracheingaben reagiert werden. Als Audio-Codecs unterstützt die Brille den SBC und den AAC Codec. Ein Sensor erkennt, ob die Brille getragen wird oder nicht. Die beiden 110 mAh Akkus werden über ein magnetisches Kabel geladen, diese sind aber proprietär, leider kein USB-C.

Soundqualität

Die Soundqualität war überraschend gut. Vier Lautsprecher erzeugen einen lauten Klang, wobei die Bassregionen eher schwach dargestellt werden. Einen starken Bass habe ich aber auch nicht erwartet. Es geht bei dem Produkt auch nicht darum, die beste Soundqualität mit der besten Geräuschunterdrückung zu erzeugen, sondern einen Lautsprecher so portabel und stylisch wie möglich zu machen. Dies ist Anker definitiv gelungen, ich kann mir definitiv vorstellen damit im nächsten Sommer über den Strand zu laufen. Die Soundcore Frames sind damit nicht das erste Produkt, wozu ich greifen werde, wenn ich Musik hören möchte, sondern wenn ich unterwegs nebenbei Musik konsumieren möchte.

Aber durch das „offene“ Design können die Menschen um euch herum hören, dass ihr Musik hört. Bei voller Lautstärke sind die Frames schon fast ein Mini-Lautsprecher.  Sie sind also eher für den Strand, die Promenade oder fürs spazieren gehen gedacht, als in der Bahn oder im Café. Es gibt aber einen „Privatsphäre Modus“, welcher laut Soundcore den Klang in ruhigen Umgebungen drosseln soll, ohne an Qualität zu verlieren. Im Alltag war das aber nur so, als wenn die Lautstärke allgemein verringert wird.

Eine der besten use-cases war für mich das Telefonieren. Noch nie war es so bequem für mich, für den gegenüber sollte es aber kein langes Gespräch werden. Die Mikrofonqualität ist auf dem Level von günstigen TWS, ein paar Minuten sollten damit aber kein Problem sein. Es ist aber sehr entspannt möglich, mit der Brille zu telefonieren, da kein „Knopf im Ohr sitzt“ oder ein Handy ans Ohr gehalten werden muss. Fast wie im James-Bond-Film hört man eine Stimme „hinter sich“, auf welche man Antworten kann.

Soundcore Frames: App

In der Soundcore App gibt es einige Einstellungen, welche getroffen werden können. So gibt es verschiedene Equalizer-Modi, wobei mir der „Bass Booster“ am besten gefallen hat. Er gleicht den geringen Bass der kleinen Lautsprecher ein wenig aus. Es kann aber auch ein individueller EQ eingestellt werden. Die App bietet ebenfalls auch den Akkustand der Brille sowie der „Open Surround Sound“, welcher aktiviert oder deaktiviert werden kann. Diese Einstellung bietet verbessertes Stereo, sorgt aber auch für weniger Bass. In der App kann ebenfalls die automatische Erkennung der Brille (Musik stoppen oder starten) ausgestellt werden, ebenfalls können Updates in der App geladen und installiert werden.

Soundcore Frames App

Die App der Soundcore Frames hat viele Einstellungsmöglichkeiten (Bild: TechnikNews)

Die Medien können sowohl durch Spracheingabe, als auch per Gestensteuerung kontrolliert werden. Doppel tippen zum Start/pause, Swipe nach vorne oder nach hinten vom Logo springt einen Track vor oder zurück. Dies kann auf beiden Seiten individualisiert werden, zum Beispiel per Kontrolle der Lautstärke oder zum Starten vom Google Assistant oder Siri. Die Gesten haben im Alltag 8/10 Mal funktioniert, eine gute Quote und auch einfach zu verstehen. Die Spracheingabe ist bisher nur auf Englisch, mit „Volume up“ kann zum Beispiel die Lautstärke kontrolliert werden (unabhängig von Siri oder dem Google Assistant).

Akkulaufzeit der Soundcore Frames

Die Akkulaufzeit wird vom Hersteller mit 5 1/2 Stunden angegeben, was ich ungefähr bestätigen kann. Ich war meistens eher bei 5 Stunden, die Schnelladefunktion gibt der Brille in 10 Minuten aber wieder 1 1/2 Stunden Musikwiedergabe.

Anker Soundcore Frames Laden

Die Soundcore Frames werden mit einem hauseigenen Ladegerät wieder geladen (Bild: TechnikNews)

Preise und Verfügbarkeit

Die Soundcore Frames gibt es in mit 10 verschiedenen Gläsern für 199 Euro UVP beim Hersteller oder bei Amazon.

Soundcore Frames: Fazit

Die Soundcore Frames sind für mich ein kleiner Blick in die Zukunft. Die Veröffentlichung im Winter irritiert mich derweil, das Produkt wäre perfekt für den Sommer gewesen. So wird die Brille bei mir erst einmal ein wenig im Case liegen bleiben, ehe ich sie im nächsten Sommer am Strand testen werde. Denn aktuell habe ich keinen wirklichen Nutzen für sie. Ein Brillenträger könnte sie nicht tragen, da sie keine Option für medizinische Gläser haben, da bleibt der Sommer das einzige use-case.

Ihr müsst vor dem Kauf also ganz sicher sein zu wissen, was ihr mit der Brille machen werdet. Denn für 180 Euro ist es kein „Spaßkauf“, sondern eine Menge Geld. Der Preis ist aber ähnlich zur Konkurrenz von Razer und Bose, diese haben aber keine austauschbaren Gläser. Ich finde das Konzept sehr cool und denke, dass es eine Zukunft haben wird, aber aktuell ist diese noch einfach zu teuer für die meisten.

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Nils Ahrensmeier

Nils ist sehr interessiert in Mobile-Geräte wie Smartphones, Wearables und Kopfhörer. Er schreibt seit 2019 auf TechnikNews - vor allem News und Testberichte. In seiner Freizeit spielt er Schlagzeug und Klavier oder geht seinem Hobby, der Leichtathletik, nach.

Nils hat bereits 253 Artikel geschrieben und 25 Kommentare verfasst.

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