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Vivo X80 Lite im Test: Gute Frontkamera, aber…

Vivo X80 Lite im Test
Bild: TechnikNews
(Beitragsbild: © 2022 TechnikNews)

Mit dem Vivo X80 Lite stellte der chinesische Hersteller zum ersten Mal eine günstigere Lite-Version der X-Serie vor. Es wird in Österreich für eine unverbindliche Preisempfehlung von 449 Euro angeboten, was schon darauf schließen lässt, dass es absolut gar nichts mit dem X80 Pro zu tun hat.

Laut Vivo handelt es sich eher um die Weiterführung der kostengünstigen V-Serie, welche ihren Fokus speziell auf die Qualität der Frontkamera legt. So auch das neue X80 Lite, das mit einer 50 Megapixel Frontkamera ausgestattet ist und somit für hervorragende Selfies sorgen soll. Aber ist das wirklich so? Und wie schneiden das Display, die Performance sowie die Akkulaufzeit ab? All das schauen wir uns nun in diesem ausführlichen Testbericht an.

Haptik & Design – Rückschritte

Das Vivo X80 Lite misst 159,2 Millimeter in der Höhe, 74,2 Millimeter in der Breite und ist mit 7,8 Millimeter angenehm dünn. Es ist definitiv kein kleines Smartphone, aber besonders groß, sodass man es nie problemlos mit einer Hand bedienen kann, ist es auch nicht. Für heutige Verhältnisse besitzt es eine relativ gewöhnliche Größe.
Während der Rahmen beim Vivo V23 5G – welcher laut Vivo der indirekte Vorgänger ist – aus hochwertigem Aluminium in Hochglanzoptik besteht, kommt beim X80 Lite Kunststoff in Hochglanzoptik zum Einsatz, welcher ein eher minderwertiges Gefühl in der Hand vermittelt und außerordentlich anfällig für Fingerabdrücke ist. Ein Kunststoffrahmen für eine UVP von 449 Euro ist heutzutage zwar keine Überraschung mehr, aber schade ist es trotzdem, da das V23 5G für uns eines der hochwertigsten Smartphones im Bereich von 500 Euro war bzw. nach wie vor ist.
Immerhin kann die Rückseite überzeugen. Diese besteht aus Glas, welches aufgrund der matten Oberfläche äußerst resistent gegenüber Fingerabdrücke ist. Außerdem fühlt es sich erstklassig in der Hand an und sieht in den Farben „Diamond Black“ und „Sunrise Gold“ wunderschön aus. Wir haben das schwarze Modell zum Testen bekommen. Im richtigen Lichteinfall sieht es – wie es der Name bereits vermuten lässt – tatsächlich so aus, als wäre die Rückseite mit kleinen Diamanten bedeckt. Beim goldenen Modell kommt ein Farbwechselglas zum Einsatz, was mit dem V23 5G eingeführt wurde. Dieses spezielle Glas kann unter UV-Licht die Farbe wechseln, was extrem beeindruckend ist.
Die Vorderseite erweckt leider nicht den Eindruck, dass es sich beim Vivo X80 Lite um ein aktuelles Mittelklasse-Smartphone für 449 Euro handelt, denn die Ränder um den Bildschirm könnten definitiv dünner sein. Beim V23 5G sind die Ränder sichtbar dünner. Dass hier auch eine Notch verwendet wird, obwohl Vivo im Vergleich zum Vorgänger nur eine Frontkamera verbaut, ist nicht mehr wirklich zeitgemäß.

Ordentliche Verarbeitung

In Sachen Verarbeitung gibt es kaum einen Grund zur Kritik. Das Smartphone wirkt sehr stabil, die Rückseite lässt sich nicht eindrücken und zwischen Vorder- bzw. Rückseite und dem Rahmen gibt es keinen sichtbaren Spalt. Hinzu kommen gut platzierte Tasten, welche bombenfest im Gehäuse sitzen, jedoch einen noch besseren Druckpunkt besitzen könnten.

Display – solide

Beim Display kommt exakt das gleiche Panel wie im V23 5G zum Einsatz. Es handelt sich um einen 6,44 Zoll großen OLED-Bildschirm, welcher mit 2.404 x 1.080 Pixel ausreichend scharf auflöst, sodass bei der alltäglichen Nutzung keine einzelnen Pixel zu erkennen sind. Des Weiteren unterstützt der Bildschirm eine flüssige Bildwiederholrate von 90 Hertz, wodurch Animationen sowie das Scrollen zwar angenehm flüssig, jedoch nicht allzu flüssig wie bei den meisten Konkurrenten wirken. 120 Hertz wären bei einer UVP von 449 Euro durchaus angemessen gewesen.
Vivo X80 Lite Display

Die Notch ist nicht mehr wirklich zeitgemäß. (Bild: TechnikNews)

Farben werden im Modus „Professionell“ ausreichend natürlich wiedergegeben, aber insgesamt ist das Display minimal zu kalt kalibriert, was allerdings während der alltäglichen Nutzung nicht störend auffällt. OLED-typisch haben wir es hier mit perfekten Schwarz- sowie Kontrastwerten zu tun. Die Blickwinkelstabilität sowie die Helligkeit sind dem Preis angemessen. Bei direkter Sonneneinstrahlung könnte es zwar gerne noch etwas heller werden, um Inhalte noch besser ablesen zu können, aber insgesamt geht die Helligkeit des X80 Lite völlig in Ordnung.

Software – Funtouch OS 12

Als Software kommt die hauseigene Benutzeroberfläche Funtouch OS in Version 12, auf Basis von Android 12 zum Einsatz. Die Einstellungen sind sehr übersichtlich, es gibt einen App-Drawer und etliche sinnvolle Zusatzfunktionen, wie beispielsweise ein gutes Always-On-Display, einen Dunkel- sowie Augenschutzmodus und einige dynamische Effekte. Hier kann zum Beispiel die Animation beim Entsperren über den ins Display integrierten Fingerabdrucksensor verändert werden.

Eine Gestensteuerung ist selbstverständlich auch mit an Board, jedoch sehen Animationen bei Weitem nicht so schön wie beim X80 Pro aus, was vielleicht am deutlich schwächeren Prozessor liegt.

Performance – zu wenig

Im Inneren werkelt der Dimensity 900 aus dem Hause MediaTek, der von 8 GB RAM unterstützt wird. Der interne Speicher ist stolze 256 GB groß und kann via MicroSD-Karte erweitert werden, was sehr lobenswert ist.

Die alltägliche Performance ist zwar nicht schlecht, aber definitiv viel zu wenig für eine UVP von 449 Euro. Apps starten und schließen nicht ganz so schnell, wie man es von einem Smartphone in dieser Preisklasse erwarten würde. Es kommt immer mal wieder zu kleineren Rucklern und Verzögerungen, was bereits bei nicht aufwendigen Dingen auffällt. Spiele können zwar mit einer ordentlichen Grafik gezockt werden, aber nochmal: das ist zu wenig für 449 Euro, vor allem weil der Dimensity 900 schon 2,5 Jahre alt und dementsprechend nicht mehr wirklich zukunftssicher ist. Für diesen Preis verbauen fast alle Konkurrenten deutlich bessere Prozessoren.

Akku – lobenswert

Der Akku ist 4.500 mAh groß und kann mit dem mitgelieferten 44 Watt Netzteil in etwa einer Stunde vollgeladen werden. Hier sind ein paar Konkurrenten zwar noch etwas besser, aber auch mit der Ladezeit des Vivo X80 Lite bin ich zufrieden.

Die Akkulaufzeit gefällt uns sogar noch etwas besser als die Ladezeiten. Am Ende der Tage hatte das Smartphone bei einer Screen-On-Time von 5 bis 6 Stunden noch zwischen 45 und 55 Prozent Akku übrig, was selbst für Heavy-User völlig ausreichend sein sollte, durch einen Tag ohne Ladung zu kommen. Großes Lob an Vivo.

Kamera – durchschnittlich

Auf der Rückseite bekommen wir ein Triple-Kamera-Setup geboten, welches wir bereits aus dem V21 und V23 kennen. Der Hauptsensor mit 64 Megapixel ist durchschnittlich groß und soll dank der lichtstarken Blende von f/1.89 relativ viel Licht aufnehmen können. Mit dazu gibt es die typische 8 Megapixel Ultra-Weitwinkelkamera mit einer Sensorgröße von 1/4 Zoll, die wir in fast allen Smartphones für 200 bis 400 Euro zu sehen bekommen. Für Makroaufnahmen ist ein 2 Megapixel Sensor zuständig. Positiv sticht die Frontkamera hervor, die mit 50 Megapixel auflöst, recht groß ist und sogar einen Autofokus mit an Board hat. Eine zweite Frontkamera wie beim V23 gibt es leider nicht.

Vivo X80 Lite Kamera

Die Triple-Kamera des Vivo X80 Lite. (Bild: TechnikNews)

Fangen wir zunächst mit der Hauptkamera an, die nahezu die gleichen Ergebnisse wie das V23 schießt. Vivo übertreibt es leider ziemlich mit den Farben, denn jedes Bild sieht viel zu übersättigt aus. Schon deutlich besser gefällt uns der Dynamikumfang, der seit Jahren eine große Stärke der Vivo-Smartphones ist. Recht durchschnittlich fällt hingegen die Schärfe aus. Die Aufnahmen bei Lowlight gehen im Nachtmodus zwar in Ordnung, aber den Weißabgleich könnte Vivo mit zukünftigen Updates gerne noch etwas verbessern.

Die Qualität der Ultraweitwinkel Kamera kann eher weniger überzeugen. Auch hier gefällt uns der Dynamikumfang zwar sehr gut, aber Farben werden zu unnatürlich wiedergegeben und Details lassen ordentlich zu wünschen übrig, was besonders an den Rändern auffällt. Für 449 Euro erwarte ich mehr.

Wie bei nahezu allen anderen Smartphones in der Mittel- bis Oberklasse ist die Bildqualität der 2 Megapixel Makrokamera auch beim X80 Lite sehr enttäuschend. Aufnahmen lassen einige Details vermissen und Farben werden zu blass dargestellt.

Gute Frontkamera

Die 50 Megapixel Frontkamera gefällt mir sehr gut. Es bleiben einige Details erhalten und Gesichtsfarben werden schön natürlich wiedergegeben. Der Dynamikumfang ist ordentlich und Portrait-Aufnahmen können sich ebenfalls sehen lassen. Zudem arbeitet der Autofokus schnell und stets zuverlässig. Lediglich bei schlechten Lichtverhältnissen gibt es noch ein wenig Luft nach oben. Gefühlt hatte das V23 5G eine noch etwas bessere Frontkamera, aber auch das X80 Lite verfügt eine der aktuell besten Frontkameras in einem Smartphone.

Sonstiges – guter Fingerabdrucksensor, enttäuschender Vibrationsmotor und mehr

Positiv hervorheben, möchte ich den Fingerabdrucksensor im Display, der super zu erreichen ist und das Gerät schnell und zuverlässig entsperrt.

Vivo verbaut leider nur einen Mono-Lautsprecher auf der Unterseite, der zum einen leicht zu verdecken ist und zum anderen auch nicht sonderlich gut klingt. Er wird zwar ausreichend laut, klingt aber sehr dünn. Hier sind fast alle Konkurrenten deutlich überlegen.

Zu guter Letzt möchte ich mich dem Vibrationsmotor widmen, der bei allen aktuellen Mittelklasse-Smartphones von Vivo eine große Schwäche darstellt und so ist es leider auch beim X80 Lite. Er fühlt sich sehr billig an und klingt eher störend. Hier sind Xiaomi, Realme und OnePlus spürbar besser.

Fazit

Abschließend lässt sich sagen, dass es sich beim Vivo X80 Lite um kein schlechtes Smartphone handelt. Mit der Akkulaufzeit, dem ordentlichen Display, der guten Frontkamera und dem großen Flash-Speicher besitzt das Smartphone einige Stärken, die wir so allerdings auch schon beim Vivo V23 5G gesehen haben, das aktuell gleich viel kostet. Hinzu kommt, dass das ähnlich teure V23 5G hochwertiger ist und darüber hinaus über einen stärkeren Prozessor sowie ein noch besseres Selfie-Erlebnis verfügt.

Von daher würden wir das Vivo X80 Lite zum momentanen Zeitpunkt eher nicht weiterempfehlen, selbst dann nicht, wenn Ihr viel Wert auf eine gute Frontkamera legt, denn dafür gibt es mit dem ähnlich teuren V23 5G eine bessere Alternative. Wenn Ihr allerdings gar keinen Wert auf die Frontkamera legt und lediglich auf der Suche nach einem guten Mittelklasse-Smartphone seid, lohnt sich auch das V23 5G für den aktuellen Preis eher weniger. Stattdessen empfehlen wir Euch, einen Blick auf das Realme GT Neo 2, OnePlus Nord 2T oder Samsung Galaxy S21 FE zu werfen.

Wie bedanken uns bei Vivo Österreich für die Bereitstellung des Vivo X80 Lite! 

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Fabian Menzel

Fabian ist schon seit Mitte September 2020 ein Teil von TechnikNews und versorgt die Seite regelmäßig mit diversen News, aber auch mit einigen Testberichten zu Smartphones. Ihm macht es unglaublich viel Spaß und er ist extrem dankbar, so ein tolles Team an seiner Seite zu haben. In seiner Freizeit hört er gerne Musik und fotografiert gelegentlich mit seinem Huawei P50 Pro.

Fabian hat bereits 273 Artikel geschrieben und 22 Kommentare verfasst.

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