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Fossil Q Explorist HR (4. Gen) im Test: Mein Einstieg in die Smartwatch‐Welt

Bild: TechnikNews
(Beitragsbild: © 2018 TechnikNews)

Seit dem Release der LG G Watch, die im Jahr 2014 vorgestellt wurde und eine der ersten Watches mit Android war, wollte ich eine Android‐Smartwatch haben. Erst jetzt – vier Jahre später – habe ich mir die Fossil Q Explorist HR gekauft und für TechnikNews getestet. Meine Erfahrung nach einer Woche.

Unboxing und Ersteinrichtung

Das Unboxing und die Ersteinrichtung der Uhr habe ich bereits in dem hier verlinkten Beitrag dokumentiert. Deshalb werde ich diese zwei Prozesse hier nur kurz zusammenfassen. In der würfelförmigen Box aus Pappe, auf die einige Logos und Aufschriften gedruckt wurden, befinden sich die Q Explorist HR und ein Ladepuck, der sich mithilfe eines Magnetens an die Rückseite der Smartwatch heftet. Dieser ist allerdings sehr schwach – schon mit einem leichten Ziehen am Kabel konnte die Verbindung zwischen Puck und Uhr trennen.

Das ist der Lieferumfang der Fossil Q Explorist HR (Bild: TechnikNews, 2018)

Design, Aussehen und Verarbeitung

Vom Design der Fossil Q Explorist HR bin ich absolut beeindruckt, das hat sich seit meinem ersten Eindruck von der Uhr nicht mehr geändert.

Das Gehäuse meiner Konfiguration besteht aus schwarzem Edelstahl und ist sehr gut verarbeitet, hier findet man absolut keine Mängel. Kratzer oder Dellen kann ich zum aktuellen Zeitpunkt auch kein feststellen, obwohl ich mehrmals bei Kanten im Haus vorbeigeschrammt bin. Der Durchmesser des Gehäuses der Uhr beträgt 45mm, was genau die richtige Größe für meine Arme ist. Für Damen oder Leute, die etwas dünnere Arme haben, empfehle ich allerdings die Fossil Q Venture HR mit einer Displaydiagonale von nur 40mm.

Die Fossil Q Explorist HR ist ein optischer Hingucker (Bild: TechnikNews, 2018)

Die Q Explorist HR ist neben der Q Venture HR die erste Smartwatch von Fossil, die wasserdicht ist. Und zwar hält sie eine Wassertiefe von 30m aus (wir reden hier von 3 ATM – für alle, die mit der Angabe etwas anfangen können).

Die Größe des Displays der Uhr ist leider unbekannt. Schätzungsweise reden wir hier von einem Durchmesser zwischen 40 und 45 Millimetern. Beim Display selbst handelt es sich um ein AMOLED‐Panel. Diese Entscheidung kann ich sehr begrüßen, da dadurch der Schwarzwert des angezeigten Bildes sehr gut ist. Der Bildschirm ist ausreichend scharf und die Wiedergabe der Farben geht auch in Ordnung. Leider gibt es von Fossil auch zur Auflösung keine genauen Infos. Positiv ist mir aufgefallen, dass ich keinen einzigen Kratzer im Displayglas finden konnte. Hier wurde also höchstwahrscheinlich GORILLA‐Glas verbaut. Negativ ist mir hingegen aufgefallen, dass es schwer ist, den Inhalt des Displays bei direkter Sonneneinstrahlung zu erkennen.

Sollte man mal keine Lust haben, über den Touchscreen durch Inhalte zu scrollen, so kann man auch die digitale Krone auf der Seite dafür verwenden. Diese kann man zudem drücken, wodurch man dann mehrere Sachen machen kann: Durch ein einfaches Drücken gelangt man zum Ziffernblatt oder zur App‐Übersicht. Ein langes Eindrücken der digitalen Krone startet den Google Assistant. Dieser kann Befehle über das eingebaute Mikrofon aufnehmen und Dinge über den verbauten Lautsprecher vorlesen. Allerdings habe ich den Sprachassistenten nie wirklich benutzt.

Die Armbänder kann man ganz einfach auswechseln. Anbringen kann man jedes beliebige 22mm‐Armband. Mein Band ist das aus schwarzem Silikon. Dieses ist sehr steif, am Arm fühlt es sich dennoch angenehm an.

Juhu! Ein Herzfrequenzsensor! (Bild: TechnikNews, 2018)

Auf der Rückseite findet man dann noch einen Herzfrequenzsensor. So einen gibt es heuer zum ersten Mal in einer Fossil‐Smartwatch.

Armbänder und Konfigurationen

Neben meiner Konfiguration mit dem schwarzen Silikonarmband und dem schwarzen Gehäuse aus Edelstahl gibt es noch einige anderen Variationen der Fossil Q Explorist HR. So beinhaltet das Sortiment zum Beispiel eine Version mit einem goldenen Gehäuse und einem schwarzen Armband aus Leder. Dann gibt es drei Modelle, deren Gehäuse silber sind. Das erste gibt es in Kombination mit einem dunkelbraunen Lederarmband, eine Variante gibt es in Verbindung mit einem hellbraunen Armband aus Leder und die dritte Version gibt es mit einem Band aus silbernem Edelstahl.

Wie ich oben schon erwähnt habe, kann man aber an jedem Modell ein Armband mit einer Bandbreite von 22mm anbringen. Die Preise zu den eben angeführten Konfigurationen gibt es dann weiter unten.

Spezifikationen

In der Fossil Q Explorist HR werkelt der Snapdragon Wear 2100 von Qualcomm. Vor meinem Kauf habe ich oft gelesen, dass dieser Prozessor wegen seines Alters und seiner angeblich langsamen Geschwindigkeit kritisiert wird. Nach meiner Woche mit der Fossil Q Explorist HR kann ich aber all das nicht unterschreiben. Ich hatte keine Performance‐Probleme mit meiner Uhr – Apps starten auch immer realtiv zügig.

Fossil gibt an, dass der Akku der Q Explorist HR den Nutzer durch einen Tag bringen soll. Beim ersten Einrichten der Uhr konnte ich die angegebene Zeit nicht erreichen – hier wurde die Uhr sehr schnell leer. Nach einigen Ladezyklen erreiche ich nun sogar knapp über einen Tag Nutzungszeit, bevor meine Uhr wieder aufgeladen werden muss. Angemerkt sei hier allerdings, dass ich das Always‐On‐Display deaktiviert habe und dass ich die Uhr während dem Schlafen immer ausschalte.

Der interne Speicher der Smartwatch ist 4GB groß. Hier werden primär Apps und das Betriebssystem abgelegt. Auch kann man aber Musik von Google Play Music darauf speichern, um Songs unterwegs ohne Internetverbindung anhören zu können. Der verbaute RAM ist 512MB groß. Diese Größe reicht für eine Smartwatch komplett aus – laufende Apps stürzten bei mir zu keinem Zeitpunkt ab.

An Sensoren wurde ein Beschleunigungssensor, ein Umgebungslichtsensor und ein Gyroskop verbaut. Der Beschleunigungssensor wird unter anderem dazu genutzt, um das Display der Uhr zu aktivieren, wenn der Nutzer den Arm hebt. Das klappte in den meisten Fällen auch sehr zuverlässig. Alternativ dazu kann man die digitale Krone auf der Seite drücken, um die Uhr aufzuwecken. Eine Navigation durch die Software der Uhr mithilfe von schnellen Bewegungen des Handgelenkes wird ebenfalls durch den Beschleunigungssensor ermöglicht. Das klappte allerdings nicht so gut.

Die Verbindung zum Smartphone wird über Bluetooth hergestellt. Das klappte in fast allen Fällen auch prima. Lediglich ein paar Mal musste ich miterleben, dass sich Uhr und Smartphone nicht mehr fanden, wenn ich etwas weiter weg gewesen war. Ein Öffnen der Wear OS‐App auf meinem Moto G4 Plus schaffte hier Abhilfe.

Zum ersten Mal gibt es GPS in einer Fossil‐Smartwatch. Dieses wird zum Tracken von Strecken und Entfernungen bei Workouts und zum Navigieren mit Google Maps verwendet. Meine Erfahrungen mit GPS in der Uhr gibt es weiter unten.

Ebenfalls gibt es heuer NFC zum ersten Mal in einer smarten Uhr von Fossil. Verwendet wird dieser Chip beim bargeldlosem Bezahlen mit Diensten wie Google Pay. Leider konnte ich das nicht testen, da der Service bei mir in Österreich nicht verfügbar ist.

Software

Auf der Fossil Q Explorist HR läuft Wear OS von Google. Bei der Version handelt es sich um 1.4, die auf Android 8.0 Oreo basiert und die aktuell höchstmögliche Version ist. Ich selbst habe Wear OS als Erweiterung zum Smartphone wahrgenommen – das Betriebssystem probiert also nicht, das Smartphone zu ersetzen, was mit der Apple Watch und watchOS sehr oft der Fall ist.

Update: Mittlerweile erhielt die Uhr Wear OS 1.5.

Auf der Fossil Q Explorist HR läuft Wear OS 1.4 (Bild: TechnikNews, 2018)

Das Ziffernblatt sieht man sofort, wenn man die Uhr einschaltet. Dieses kann man durch ein Wischen nach links oder rechts ändern. Ist kein passendes Ziffernblatt in der vorinstallierten Sammlung, so kann man sich eines aus dem Play Store herunterladen. Wenn man sich dann schlussendlich entschieden hat, wie seine Uhr aussehen soll, kann man durch ein langes Drücken einzelne Elemente des ausgewählten Styles noch bearbeiten.

Will man seine neuen Benachrichtigungen sehen, so reicht ein Wisch nach oben. Durch Swipen von links nach rechts können einzelne Nachrichten gelöscht werden. Alle Mitteilungen eliminiert mithilfe der Schaltfläche am Ende der Liste mit allen Nachrichten. Zu diversen Shortcuts gelangt man, wenn man den Finger am Ziffernblatt von oben nach unten zieht.

Zu allen installierten Apps gelangt man durch Drücken auf die digitale Krone. Weitere Apps können über den vorinstallierten Play Store heruntergeladen und teils unabhängig von Smartphone benutzt werden. Mir ist allerdings aufgefallen, dass man immer nur eine App auf einmal herunterladen darf, wenn man keine Fehlermeldung bekommen will.

Alles in allem sind meine ersten eigenen Erfahrungen mit Wear OS durchwegs positiv. Die Bedienung ist einfach und geht schnell ins Blut über. Zudem sind Dinge wie die Kontrollen für die Wiedergabe ein praktisches Feature, da man so sein Smartphone öfters in der Hosentasche lassen kann.

Aufzeichnen von Sportarten

Um Sportarten mit der Fossil Q Explorist HR aufzuzeichen, ist Google Fit bereits vorinstalliert. Dadurch, dass Android und Wear OS zwei sehr offene Systeme sind, kann man auch Apps von Drittanbietern zum Tracken seiner Workouts verwenden. Hier empfehlen sich zum Beispiel Runtastic oder Strava.

Ich habe allerdings immer Google Fit verwendet. Das hat hauptsächlich einen Grund: Man kann seine Musik steuern, während das Tracking läuft. Zudem ist es möglich, dass man zum Aufzeichnen von Routen das GPS des Smartphones und das GPS der Uhr in Kombination verwendet. Dadurch dauert es kaum fünf Sekunden, bis Google Fit die Startposition vor dem Workout gefunden hat und man beginnen kann. Positiv ist mir aufgefallen, dass alle Strecken fast ohne Fehler aufgezeichnet wurden und dass bei Nutzung des GPS von Smartwatch und Smartphone in Kombination der Akkuverbrauch der Uhr nur sehr niedrig ist.

Man kann aber auch das Smartphone daheim lassen und nur das GPS der Uhr verwenden. Das Tracking ist dann gleich genau wie gerade eben beschrieben. Allerdings dauert es länger, bis die Startposition gefunden wird und der Akkuverbrauch ist merkbar höher.

Zusammenfassung und Fazit

Zugegeben war ich vor dem Kauf der Q Explorist HR ziemlich skeptisch. Von den Vorgängern hat man leider nur sehr wenig Gutes gehört. Nach der einen Woche der Nutzung muss ich allerdings zugeben, dass das pessimistische Denken im Vorfeld umsonst war.

Am Design und an der Verarbeitung der Uhr kann ich absolut gar nichts aussetzen. Beim Aussehen erkennt man einfach, dass Fossil schon mehrere Jahrzehnte in diesem Geschäft tätig ist. Auf Letzteres kann man aus meiner Sicht auch die gute Verarbeitung zurückführen. Aktuell habe ich noch keinen einzigen Kratzer in meiner Uhr. Gut finde ich auch, dass Fossil sich für eine universelle Wechseloption bei den Armbändern entschieden hat. Auch mit dem Display war ich größtenteils sehr zufrieden. Es könnte nur ein Spur heller sein, damit man Infos am Bildschirm auch bei direkter Sonneneinstrahlung gut erkennen kann.

Dann fiel mir noch die sehr konstante Performance positiv auf. Ruckler musste ich nie miterleben und Apps starten auch immer zügig. Gemischte Gefühle habe ich bei der erreichten Akkulaufzeit. Wenn man zur Konkurrenz schaut, könnte die Akkulaufzeit zwar noch ein wenig besseren sein, die meistens erreichte Nutzungszeit von knapp über einem Tag geht aber in Ordnung.

Sehr begrüße ich, dass nun GPS, NFC und ein Schutz gegen Wasser mit an Bord sind. Dank dem verbauten GPS muss ich nun mein Smartphone nicht mehr zwingend zum Laufen mitnehmen. Weniger begrüße ich im Vergleich dazu, dass es ein paar Mal Probleme beim Herstellen einer Verbindung zwischen Smartphone und Smartwatch gab.

Alles in allem glaube ich, dass die Fossil Q Explorist HR nun die perfekte Smartwatch für sehr viele Leute ist. Einerseits fällt sie im Alltag durch das schlichte Design kaum auf, andererseits kann man sie nun auch problemlos für Workouts verwenden. Wenn man allerdings kein Fan vom Snapdragon Wear 2100 ist, sollte man warten, bis Uhren mit dem kommenden Snapdragon Wear 3100 von Qualcomm vorgestellt werden.

Preise und Verfügbarkeit

Die Fossil Q Explorist HR gibt es bei Fossil selbst, bei Amazon und bei mehreren kleineren Händlern. Die beiden Modelle mit den Edelstahl‐Armbändern kosten 299€, alle anderen Konfigurationen sind für 279€ zu haben.

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David Haydl

David wohnt in Graz und ist nun schon seit einem Jahr bei TechnikNews. Technik hat ihn schon immer durch sein Leben begleitet, dies möchte er hier gerne schriftlich festhalten. Aktuell schreibt er Artikel zu diversen Neuigkeiten in der Technikwelt, Apptests und den TechnikNews Weekly, welcher seine Idee war. Hin und wieder erscheinen von ihm auch Testberichte und Kolumnen.

David hat bereits 200 Artikel geschrieben und 47 Kommentare verfasst.

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Markus L.
Gast
Markus L.

Danke für den Beitrag.
ich hatte bereits eine Fossil (die Q Marshal) bei der nach 1 Jahr und 10 Monaten ein Pixelfehler im Display auftrat.
Nachdem ich die Uhr zum Kundenservice (Garantiefall) gegeben habe, kam jetzt di Antwort, dass ich mir die neue Explorist aussuchen darf, da sie mein Display nicht raparieren können.
Ich freue mich jetzt schon auf meine Explorist (mit deutlich mehr Features als meine erste Genaeration Fossil) und hoffe der Kundenservice bleibt auch weiterhin so gut!
Man kauft bei Fossil einfach das komplettpaket

LG.

dragon-tmd
Gast

Die Uhr hat leider einen sinnfreien, knapp 2mm großen Rand um das eigentlich Display herum. Damit sehen fast alle Watchfaces echt seltsam aus. Denn die Lünette beginnt viel später. Optisch ist das imho ein fail. Der Qualcomm 2100 ist für etwas aufwendigere Watchfaces zu langsam, die ganze Uhr laggt dann extrem. Installiert euch dazu einfach mal die App Watchmaker.

Akkulaufzeit: bei Always‐on und Gesten (Out of the box): 11 Stunden. Deaktiviert man das , kommt man auf knapp 2 Tage. Über Nacht verliert der Akku fast 30% daher Flugmodus aktivieren, Akku laden oder ausschalten!

David Röser
Gast
David Röser

Die Uhr hat keinen Lautsprecher.

Jannik
Gast
Jannik

Wird die auch so warm wie der Vorgänger beim Einrichten, Apps installieren etc.?