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Huawei Watch 2 angetestet: Der Kompromiss aus Fitness-Gadget und Smartwatch

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(Beitragsbild: © 2017 TechnikNews.NET)

Nach dem Vorgänger mit einigen Schwächen will Huawei mit der Watch 2 nun einige Kinderkrankheiten verbessern. Ob die Huawei Watch 2 wirklich hält was sie verspricht? Mein Test.

Die Huawei Watch 2 kommt anders als der Vorgänger mit dem neuen Android Wear 2.0. Außerdem ist die Uhr nun nicht mehr so klobig und kommt mit zwei Knöpfen an der Seite. Statt elegant setzt Huawei nun eher auf sportlich. Doch: ist das der Ersatz für ein Fitness-Gadget? Ich konnte die Uhr einige Wochen ausführlich testen.

Verarbeitung und Aussehen

Die Huawei Watch 2 wirkt sehr hochwertig verarbeitet und besteht aus einem kratzfesten Display. Das 22mm-Armband lässt sich auch ganz einfach ohne zusätzliches Werkzeug einfach austauschen. Das mitgelieferte Band ist zwar nicht das Gelbe vom Ei, ging aber absolut in Ordnung. Am Rand finden sich zwei Knöpfe, wobei der obere als Home-Taste dient und der untere individuell belegt werden kann. Auch wenn es anfangs anders scheint, besteht die Lünette nicht aus Metall, sondern aus Kunststoff. Das dazugehörige AMOLED-Display bietet darüber hinaus eine Diagonale von 1,2 Zoll mit einer Auflösung von 390 x 390 Pixeln. Auch unter direkter Sonneneinstrahlung war es noch einigermaßen gut ablesbar.

Die Knöpfe haben einen guten Druckpunkt und lassen sich individuell belegen. (Bild: TechnikNews.NET)

Zusätzlich ist die Fitness-Smartwatch noch nach IP68 wasserfest und hält einem Wasserdruck bis zu zwei Metern tiefe stand. Somit war auch schwimmen und duschen in meinem Test ohne Probleme möglich. Allerdings passierte es beim Schwimmen öfters, dass durch das Wasser am Display besimmte Aktionen ausgeführt wurden. Für den Sport gibt es auf der Rückseite dann noch einen Herzfrequenz-Sensor, welcher kontinuierlich den Puls des Trägers misst. Dieser hat unter sowohl als auch über Wasser immer sehr akkurate Ergebnisse geliefert. Darüber hinaus gibt es noch ein GPS-Modul – somit ist das Aufzeichnen von Aktivitäten problemlos ohne Smartphone möglich. Durch einen Klick auf die untere Taste kommt man in die Trainings-App, von dieser man aus mehreren Sportarten wählen kann. Aktuell stehen zur Auswahl: Cardio, Fettverbrennung, Indoor-Cycling, Laufband, Laufen, Zu Fuß, Outdoor-Cycling und Sonstiges.

Die Huawei Watch 2 besteht leider nicht aus Metall, sondern aus Kunststoff. (Bild: TechnikNews.NET)

Das Innere: sehr flott und stromsparend

Die Huawei Watch 2 kommt im Inneren mit einem Snapdragon Wear 2100 mit 1,1 Ghz daher. Zur Seite stehen diesem 768MB Arbeitsspeicher und bietet dadurch ein flottes Multitasking und Wechseln zwischen Apps. Auch haben während des Tests Apps sehr schnell gestartet und auf Eingaben hat die Watch zügig reagiert. Zu Rucklern kam es nur während der Standortermittlung mittels GPS beim Starten eines Trainings. Für Apps stehen außerdem vier Gigabyte an internen Speicher zur Verfügung. Dieser ist, wie auch bei anderen Smartwatches, sehr knapp bemessen.

Was ist für eine Uhr neben den obigen Aspekten noch sehr wichtig? Der Akku – dieser sorgt mit einer Kapazität von 420mAh für eine Akkulaufzeit von etwa einem Tag. Im intelligenten Stromsparmodus erreichte ich während meines Tests sogar zwei Tage. In beiden Fällen war Bluetooth immer mit dem Smartphone verbunden und WLAN immer an – Hut ab. Hat man aber für ein Training das GPS durchgehend aktiviert, hielt der Akku knapp 30 Minuten durch. Durch die etwas unpraktische Ladeschale ist die Smartwatch aber mittels Quickcharging in zwei Stunden wieder voll.

Allerdings hat sich Huawei eine gute Lösung überlegt, wenn der Akku unter 5% geht. Dann zeigt die Smartwatch auf dem Display nurmehr die aktuelle Uhrzeit dar und zählt Schritte. Die Software und alles im Hintergrund wird dabei abgeschalten – in diesem Modus kommt man noch einen ganzen Tag durch. In Summe bleibt die Uhr dann drei Tage eingeschalten, wenn auch nicht immer nutzbar. Jedoch macht sie das, was eine Uhr eigentlich tun soll: die Uhrzeit drei Tage ohne Akkuladung anzuzeigen.

Die Huawei Watch 2 lässt sich mit eigener Ladestation aufladen, die hinten an der Uhr fixiert wird. (Bild: TechnikNews.NET)

Android Wear 2.0: Nun endlich eigenständiger

Mit dem großen Versionsupdate für Android Wear werden die Watches mit dem Google-Betriebssystem nun endlich eigenständiger. Etwa lassen sich Apps nun direkt im Play Store auf der Uhr installieren, ohne diese zwangsweise auf dem Smartphone haben zu müssen. Dazu kommt noch der Google Assistant, der durch einen langen Klick auf den oberen Knopf aufgerufen werden dann. Dieser kann mittels integriertem Mikrofon der Watch 2 Aktionen per Spracheingabe ausführen.

Komplett unbrauchbar fand ich hingegen die Tastatur die nun auch mit der neuesten Version mit an Board ist. Das Tippen, etwa für Antworten auf Nachrichten, ist nahezu unmöglich und durch die schlechten Vorschläge für mich nicht produktiv. Nett finde ich allerdings die Kurzantworten, die anhand der erhaltenen Nachricht automatisch anzeigt werden. Die Spracheingabe für Nachrichten gibt es natürlich weiterhin und funktionierte ohne Probleme.

Man kann bei aktiver Bluetooth-Verbindung auf der Huawei Watch außerdem Anrufe entgegennehmen. Das eingebaute Mikrofon bringt zwar nicht die schönste Sprachqualität mit sich, gibt aber Inhalte deutlich genug beim Gesprächspartner wieder. Hingegen ist der Lautsprecher ein kompletter Fehlgriff. Die Lautstärke ist auch bei maximaler Einstellung nicht viel besser und auch beim “an das Ohr halten” viel zu leise. Auch ist dieser für das Telefonieren durch die schlechte Sprachqualität leider nicht zu gebrauchen. Somit ist Telefonieren mit der Huawei Watch 2 zwar ein nettes Feature, die Konkurrenz zeigt etwa mit der Apple Watch Series 3 wie das besser geht.

Wasser macht dem Fitness-Gadget nichts aus. Auch schwimmen ist ohne Probleme möglich. (Bild: TechnikNews.NET)

Fazit: Da geht noch mehr

Auch mit der zweiten Ausgabe der Huawei Watch bleibt die Uhr weiterhin ein Kompromiss zwischen einem Fitness-Gadget und einer Smartwatch. Einerseits bietet sie für eine Fitness-Watch zu wenige Infos und andererseits eine viel zu kurze Akkulaufzeit bei aktiviertem GPS. Die Aufgabe einer Smartwatch erledigt sie zwar gut, obwohl auch hier Dinge wie Telefonieren und Ladeschale mich nicht sehr überzeugt haben. Jedoch ist sie für den aktuellen Preis von rund 220 Euro in den Farben Carbon Black mit Sportarmband und Concrete Grey mit Concrete-Grey-Sportarmband ein wirkliches Smartwatch-Schnäppchen mit guter Akkulaufzeit.

Der integrierte Pulsmesser zeichnet den Puls den ganzen Tag über auf. (Bild: TechnikNews.NET)

Die Uhr kommt dazu noch in einer LTE-Variante, die durch das integrierte Modul dadurch noch unabhängiger vom Smartphone wird. Diese ist derzeit in den Farben Carbon Black mit Carbon-Black-Sportarmband und Dynamic Orange für einen Preis von etwa 300 Euro zu haben. Wie lange bei dieser die Akkulaufzeit liegt, konnte ich leider nicht testen – vermutlich aber weniger. Somit ist die Huawei Watch 2 ein gelunger Nachfolger der Huawei Watch, aber noch nicht ganz ausgereift. Mal sehen, was wir nächstes Jahr von Huawei in Punkto Smartwatch sehen werden.

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David Wurm

David ist an der aktuellen Technik fasziniert und bloggt daher gerne über Spiele und alles was Smartphones, Tablets, Computer und Gadgets betrifft. Fotografiert in der Freizeit auch gerne.

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2 Kommentare bei "Huawei Watch 2 angetestet: Der Kompromiss aus Fitness-Gadget und Smartwatch"

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Lukas
Gast
Lukas

Guter Testbericht und im Gegensatz zu anderen Seiten auch etwas kritisch!
Allerdings muss ich sagen, dass man sowieso mit einer Smartwatch nicht telefoniert. Somit ist dieser Punkt für mich eigentlich egal, ich werd mich mal nach den aktuellen Preisen für die Watch umschauen und vielleicht zuschlagen.

David Haydl
Redakteur

Super Artikel!

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