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Poco X4 Pro im Test: Marketing oder Alleskönner?

Poco X4 Pro Beitragsbild
Bild: TechnikNews
(Beitragsbild: © 2022 TechnikNews)

Das Poco X4 Pro ist eines der aggressivsten Preis-Leistungskiller. Es ist ein richtig gutes Gerät, aber es gibt Sachen, die etwas unstimmig wirken. Denn dieses Gerät hat ein sehr kritisches Marketing. Doch taugt das Gerät was?

Das Poco X4 Pro ist ein richtiger Klopper in der Hand. 6,67 Zoll sind Flaggschiff-Größe, dazu dieser kantige Rahmen, das nicht abgerundete Display und die dem großen Akku geschuldete Dicke. Zusätzlich diese Breite. Auch wenn das Gerät ist daher nichts für kleine Hände ist, hat es dafür einiges zu bieten. Wir schauen uns in diesem Beitrag die Punkte an, die für das Poco X4 Pro sprechen, aber auch die, wo Poco Abstriche gemacht hat.

Display

Direkt mal vorweg: Das Display des Poco X4 Pro ist für diesen Preis unschlagbar. Sie haben hier natürlich mehr auf die Specs geachtet. Dementsprechend gibt es eine scharfe FHD+-Auflösung, eine 120-Hertz-Bildwiederholrate und OLED-Technik für gute Kontrastwerte und perfektes Schwarz. Das Gesamtpaket wird mit einer schön hellen Helligkeit vervollständigt. Das ist ein Display, was von den Spezifikationen in einem 600 Euro Smartphone gut aussehen würde. Die Displayränder sind auch erstaunlich dünn und dieses dicke Kinn, wie bei einigen anderen Geräten bei dem Preis, ist hier nicht existent. Es gibt wirklich nur eine Sache, die hier nicht gut ist, nämlich die Regenbogenverfärbungen, welche bei schrägen Blickwinkeln sehr stark sind.

Und die Frontkamera in diesem kleinen Loch, die müsste in meinen Augen nicht mithilfe dieses silbernen Rings so auf den Präsentierteller gesetzt werden. Das sieht ein bisschen so aus, als wäre da eine Schutzfolie schlecht aufgebracht. Aber gut, das sind wirklich sehr spezifische Anforderungen. Wenn man es jetzt einmal aus der Sicht eines normalen Menschen betrachtet, ist dieses Display hier für diesen Preis wirklich ausgezeichnet. Auch dessen Größe. Wer hier drauf Videos guckt, WhatsApp nutzt oder ähnliche Sachen erledigt, der hat hier ein Top-Gerät. Dieses Display ist sogar besser als das aus dem 499 Euro teuren OPPO Find X5 Lite, wobei das Poco nicht einmal im Ansatz so viel kostet. Das Display ist dennoch keines aus einem Flaggschiff, da es nicht aus einem flexiblen Material besteht. Ein flexibles Display würde dafür sorgen, dass diese Regenbogenfarben kaum zu sehen sind. Leider gibt es ein solches hier nicht, das ist allerdings üblich in diesem Preisgebiet und auch darüber hinaus. Und sobald man den Dark-Mode aktiviert, sind die Regenbogenfarben kaum noch ein Problem. Für den Preis werdet ihr kein besseres Display finden, zumindest nicht mit aktueller Hardware. 

Design und Haptik

Kommen wir zur Rückseite, was gerne einmal ein Punkt ist, bei dem in diesem Preisgebiet gespart wird. Und Xiaomi hat selbst hier, wie sonst auch immer, abgeliefert. Der Rahmen sowie die Rückseite bestehen aus hochwertigen Materialien, die Rückseite genauer gesagt aus Glas und die fühlt sich viel teurer an, als das Gerät eigentlich ist. Dieses Design erinnert mich stark ans Mi 11 Ultra aus dem letzten Jahr, nur in kantig. Und auch wenn die Hauptkamera von der Seite sehr deplatziert wirkt, so sieht sie doch hochwertig aus. Bei der Anzahl der Aufdrucke und Schriften hätte man allerdings sparen können. Neben einem großen Poco-Logo und Hinweisen zur 108-Megapixel-Auflösung und der AI Tripple Camera gibt es auch noch einen eigenartigen roten Punkt.

Poco X4 Pro Kameraelement

Die Kamera des Poco X4 Pro. (Bild: TechnikNews)

Es gibt fünf Kameras hier in diesem Gehäuse – denkt man – aber was Xiaomi hier getan hat, lässt mich stutzig werden. Sie haben von „Pro Grade Kamera“ geredet, was einfach nicht wahr ist. Erstens sind hier statt fünf Kameras, wie der Anschein vermuten lässt, nur drei Kameras verbaut und das andere ist ein lediglich Blitz und das Wort „AI“, was auf der anderen Seite schon einmal steht. Auch wenn wir uns die Videoqualität anschauen, kann man nicht von einer „Pro Grade Kamera“ sprechen. Die Auflösung ist nämlich auf FullHD begrenzt und das Bildrauschen ist stärker, als es mit diesem Sensor sein müsste. Hier ist leider keine Mühe in die Optimierung geflossen. Der Ultraweitwinkel ist hardwareseitig nicht besonders gut und auch kaum optimiert. Die Makrokamera sollten wir vermutlich einfach ignorieren, ein einfacher Crop mit der Hauptkamera ist nämlich qualitativ deutlich besser. Und ein weiteres „Pro Grade“ fehlt, womit ich OIS, also eine optische Bildstabilisierung, meine. Der Vergleich im Video zeigt dennoch, wie gut das Poco X4 Pro für den Preis immer noch ist. Klar ist die Qualität nicht auf dem Level eines 650-Euro-Smartphones, aber für diesen Preis gibt es durchaus schlechteres. 

Hardware und Performance

Im Poco X4 Pro drin läuft der Qualcomm Snapdragon 695 5G, welcher laut Poco eine atemberaubende Performance liefern soll. Ich habe die Performance mit ein paar Smartphones verglichen, welche ich aktuell im Test habe, wobei das Poco mit knapp 2650 Punkten im kombinierten Geekbench gut wegkommt. Das ist zwar keine herausragende Leistung, aber für den Preis findet man wohl nur schwer etwas Besseres, abseits vom Poco F3, was ja vom selben Hersteller kommt. Apps starten und schließen angenehm flott, Spiele gehen in der Regel gut und flüssig vonstatten, große Ruckler sieht man nicht und auch sonst ist das Gerät angenehm zu bedienen.

Akku und Aufladen

Einen weiteren Punkt, den Xiaomi hier bewirbt, ist das Aufladen. 67 Watt ist wirklich nicht schlecht, da ist Xiaomi wirklich fast allen Mitbewerbern ein wenig voraus, abseits von teureren, im Preis gesunkenen Geräten. In ungefähr einer halben Stunde lädt dieser Akku voll, danach hält er auch wirklich lange, wobei der stromsparende Chip hier drin gut mithilft. Ich kann mit Freude berichten, dass eine Laufzeit von einem Tag absolut kein Problem ist. Man kann einen ganzen Serienmarathon durchführen und der Akku wird durchhalten. Sollte er dann doch einmal leer gehen, könnt ihr in 10 Minuten die Hälfte wieder auffüllen, denn das Netzteil liegt in der Box bei. Sehr gut, Xiaomi.

Probleme

Ja, es gibt auch Sachen, bei denen Poco hier ganz bewusst gespart hat, was sie auch versuchen, vor Euch zu verstecken. Hauptsächlich bei Punkten, die nicht auf dem Datenblatt auftauchen, ist das der Fall, wie zum Beispiel bei der Software.

Xiaomi hat hier MIUI 13 vorinstalliert, was auf Geräten wie dem Xiaomi 12 Pro eine großartige Software ist. Sie liefert auf diesem Smartphone flüssige Animationen, begleitet von vielen haptischen Feedbacks, einer Menge Features sowie dem neusten Android. Aber der Poco Launcher auf dem X4 Pro ist all das nicht. Gut, ich kann Poco noch zugutehalten, dass haptische Feedbacks eingesetzt wurden, denn der Vibrationsmotor ist besser als für den Preis üblich. Die Rückstoßeffekte beim Herunterziehen der Statusleiste sind auf den ersten Blick vorhanden, aber etwas lieblos gemacht. Beim erstem Mal gibt es nämlich den Effekt, danach aber nicht mehr. Warum?

Wenn wir auf dem Startbildschirm landen, werden Animationen langsam zum Desaster. Im Video sieht man deutlich den Unterschied zwischen den richtigen Xiaomi-Geräten mit der nicht beschnittenen Software und dem Poco mit dem Poco Launcher. Zudem ist hier nur Android 11 vorhanden! Wie das OPPO Find X5 Lite, kommt dieses Gerät hier mit veralteter Software auf den Markt. Sicher, für normale Leute ist die Kamera und Leistung vermutlich wichtiger als die Android-Version und die Animationen, aber das OPPO Find X2 Neo fühlt sich trotz eines schwächeren Chips sehr viel ausgereifter bei der Nutzung an. Die Software von diesem hat zweistufige, liebevolle Animationen statt diesen nicht physikalisch korrekten Animationen, die der Praktikant kurz vor der Kündigung hingeärmelt hat – salopp gesagt.

Werbung im System

Und leider ist mir Werbung im System aufgefallen. Genauer gesagt wird dieser Extra-Screen bei App-Installationen gerne einmal mit Anzeigen gefüllt. Das macht das Gefühl einfach billiger – ganz abgesehen davon, dass hier ein gutes Stück Bloatware vorinstalliert ist. Es gibt zwei Ordner voller vorinstallierter Apps, die noch zusätzlich mit weiteren Werbeapps am unteren Rand gefüllt sind. Außerdem hätte der WLAN-Empfang bei meinem Gerät wirklich besser sein können, wenngleich ich mir ziemlich sicher bin, dass das wirklich nur ein Einzelfall ist – hoffe ich zumindest. Trotzdem muss ich sagen, dass die Software immer noch die schwächste Eigenschaft an dem Smartphone ist, auch wenn sie definitiv besser als früher ist.

Positive Dinge

Dafür, und das hat mich beides überrascht, gibt es hier einen Spritzwasserschutz. Ihr könnt mit dem X4 Pro also beim Händewaschen sorgenfrei den Wasserhahn aufdrehen und eine Dusche sollten die Stereolautsprecher mit ihrem anständigen Sound ebenfalls übertönen können.

Poco X4 Pro Rückseite

Poco X4 Pro. (Bild: TechnikNews)

Fazit

So viel Kritik in diesem Testbericht auch geäußert wurde, so ist das Poco für den Preis doch ein überdurchschnittlich gutes Gerät, welches wir durchaus empfehlen können. Doch man muss sich den Nachteilen durchaus bewusst sein, denn Marketing erzählt nicht die ganze Geschichte hinter einem Smartphone. Für eine bessere Performance könnte auch das Poco F3 spannend sein, denn das hat einen deutlich performanteren Prozessor und ist nur minimal kostspieliger. Den Testbericht dazu findet ihr hier.

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Kenneth Fritsche

Kenneth ist schon seit längerem technikbegeistert und fing im Jahr 2019 mit YouTube an. Dort lädt er bis heute regelmäßig Videos hoch und schreibt nun für TechnikNews über die neuste Technik.

Kenneth hat bereits 12 Artikel geschrieben und 0 Kommentare verfasst.

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