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Surface Pro 6 im Test: Das Convertible für jeden Zweck?

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(Beitragsbild: © 2019 TechnikNews)

Microsoft ist mit seiner Surface-Reihe durchaus erfolgreich. Ich wollte mir somit das Surface Pro 6 mal etwas genauer anschauen. Was das Notebook-Tablet alles auf dem Kasten hat, und wie überzeugt ich bin, schauen wir uns in folgendem Test an.

Das Surface Pro 6 wurde im Oktober 2018 offiziell vorgestellt. Dort hat man es neben dem Surface Laptop 2 (zum Testbericht) und dem Surface Studio 2 der Öffentlichkeit präsentiert. Ich hatte das Business-Convertible nun einige Wochen auf dem Prüfstand. Oder doch nicht nur Business? Wir klären diese Frage – jetzt im Test.

Unboxing

Bereits von außen sieht man auf der Verpackung, welches Gerät man gleich in den Händen hält. Die Verpackung ist auch schlicht gehalten, zudem findet man das gewählte Betriebssystem und Farbe des Surface Pro 6 direkt auf der Oberseite. Schiebt man die Verpackung auf, liegt das Surface direkt oben auf. Darunter gibt es noch Dinge wie Netzteil, Ladekabel und einiges an Papier. Dinge wie der Surface Pen und Tastatur(!) sind standardmäßig nicht im Lieferumfang enthalten. Eine fehlende Tastatur macht bei einem Notebook überhaupt keinen Sinn.

Verarbeitung und Design

Das Surface Pro 6 ist sehr gut verarbeitet. Es wackelt nichts, der Ständer verschiebt sich nicht von selbst und die Knöpfe fühlen sich gut an. Ansonsten gibt es auch nichts zu meckern – auch Dinge wie der Klinkenanschluss oder micro-SD-Slot sind gut ausgearbeitet. Es ist auch ziemlich schlank und leicht: das Surface Pro 6 ist nur 0,85 cm dünn und wiegt gerade einmal 771 g.

Bild: © 2019 TechnikNews

Ansonsten hat sich das Design der Surface-Reihe seit dem ersten Modell nicht wirklich verändert. Die mittlerweile sechste Ausgabe sieht so ziemlich gleich aus, wie das Modell aus 2013. Allerdings sollte man sich beim Transport in Rucksäcken eine Hülle für das Surface Pro 6 zulegen, da das Gehäuse ziemlich schnell Dellen bekommt. Es ist auch ziemlich anfällig für Kratzer.

Ausstattung und Display

Die Ausstattung des Surface ist allerdings ziemlich mager. Microsoft hat seit dem ersten Modell die Anschlüsse nicht wirklich aufgestockt. So gibt es etwa keinen modernen USB-C-Anschluss, bzw. Thunderbolt 3. Es gibt – für die Möglichkeit zum Anschließen eines Docks – nur den Surface-Connect-Anschluss, für welches man ein Surface Dock um knapp 230 Euro braucht. An Anschlüssen gibt es insgesamt 1xUSB 3.0, Mini DisplayPort, microSD-Kartenleser und eine Kopfhörer-/Mikrofonbuchse. Wieso man hier noch nicht auf USB 3.1 setzt, ist unverständlich.

Aufgeladen wird das Surface Pro 6 nicht mittels USB-C. (Bild: © 2019 TechnikNews)

Während man bei den Anschlüssen definitiv verbesserungsbedarf hat und zukünftig unbedingt auf einen Thunderbolt-Anschluss setzen muss, gibt es hingegen beim Display überhaupt nichts zu kritisieren. Das 12,3 Zoll große Display besitzt eine Auflösung von 2736 x 1824 Pixeln und hat so ziemlich die beste und farbtreueste Farbdarstellung, die ich auf einem Notebook je gesehen habe. Hier gibt sich Microsoft echt mühe, tolle Displays in seine Geräte zu stecken.

Die Helligkeit lässt sich auf maximal 410 Nits regeln und bietet ein Kontrastverhältnis von 1290:1. Somit macht sich das satte schwarz und das helle weiß sehr bei Programmen wie Photoshop oder beim Schauen von Videos bemerkbar. Im Farbraum deckt man rund 70 Prozent von AdobeRGB ab – das ist nicht so besonders, das können andere Modelle besser. Leider ist das Arbeiten in der Sonne – aufgrund des Touchscreen – absolut unmöglich. Man sieht nichts außer sich selbst – spiegelnd im Display.

Der micro-SD-Karten-Leser sitzt unter dem Kickstand. (Bild: © 2019 TechnikNews)

Specs und Akkulaufzeit

Der etwa ein Jahr alte i5-8250U Prozessor hat im Alltag ziemlich ordentlich gearbeitet. Darüber hinaus gab es bei meinem Testgerät 8 GB an Arbeitsspeicher. Alternativ kann man auch die Variante mit 16 GB Arbeitsspeicher wählen, welche aber nochmal deutlich teurer ist. Die Performance und das Multitasking im Alltag haben auch überzeugen können. Der Akku hielt bei normalem Surfen sicherlich acht Stunden durch. Auf die 13,5 Stunden, wie von Microsoft angegeben kam ich nie. Somit reicht die Akkulaufzeit aber locker für einen ganzen Arbeits- oder Schultag. Allerdings sollte man das Surface nach Benutzung immer Herunterfahren, da es im „Energie sparen“-Modus ziemlich viel Akku benötigt.

Was mir allerdings negativ aufgefallen ist, dass die Maus während der Nutzung manchmal einfach „stecken geblieben“ ist. Dann musste ich oft einige Sekunden warten, bis sich die Maus wieder bewegte. Ich gehe hier allerdings von einem Bug in Windows 10 aus, da mir das beim Asus ZenBook Pro 15 genau so passiert ist. Trotzdem sehr nervig.

Grafikintensive Anwendungen laufen auf dem Surface Pro 6 nicht wirklich gut – aufgrund mangelnder Grafikkarte (im Surface Pro 6 sitzt ein UHD 620 Grafikchip). Dafür besitzt das Surface auch keinen Lüfter und ist im Betrieb komplett stumm. Das Gehäuse wird bei aufwendigen Arbeiten allerdings etwas warm, was allerdings logisch ist.

Tastatur und Pen

Die Besonderheit eines Convertible ist die herunternehmbare Tastatur und optional ein Pen zum Arbeiten. Während des Tests hat mir die Tastatur sehr gut gefallen. Sie hat einen sehr guten Druckpunkt – diesen finde ich persönlich ziemlich perfekt getroffen. Sehr unverständlich ist, dass die Tastatur allerdings standardmäßig nicht zum Lieferumfang gehört – obwohl Anbieter wie Amazon das Pro 6 meist im Bundle mit Tastatur ausliefern.

Die Tastatur kann aufgestellt werden und hält gut. (Bild: © 2019 TechnikNews)

Auch der Surface Pen, welcher insgesamt 4096 Druckstufen unterstützt, eignet sich gut für Notizen oder sonstigen Skizzen. Wer dies nicht macht, kann aber getrost darauf verzichten – ich nutzte ihn sehr selten. Während man ihn nicht nutzt, hält er ganz leicht magnetisch an dem Gehäuse des Surface Pro 6. Der Surface Pen besitzt zudem auch Knöpfe. Wenn man etwa in OneNote seine Notizen macht, kann man durch Drücken des Knopfes zum Radierer wechseln. Drückt man ihn zwischendurch, startet man damit den Windows-Ink-Arbeitsbereich, wo man unter anderem eine schnelle Notiz erstellen kann. Die Taste auf der Seite macht einen Rechtsklick.

Arbeiten unterwegs

Das Arbeiten unterwegs mit dem Surface Pro 6 hat mir sehr gefallen. Es passt in jeden Rucksack, macht sich auch vom Gewicht überhaupt nicht bemerkbar und ist ziemlich kompakt. Arbeitet man an einem Tisch, klappt man das Surface auf und stellt die Tastatur entweder schräg oder gerade auf. Ersteres habe ich eigentlich immer bevorzugt. Wie bereits oben erwähnt, ist das Arbeiten in der Sonne allerdings unmöglich. Hier geht es aber allen Laptops und Convertibles mit Touchscreen gleich. Probiert man es trotzdem, sieht man von den Inhalten nichts mehr. Man sieht sich nur mehr selbst im Display spiegelnd.

Durch den Ständer wackelt das Surface, wenn man es am Schoß stellt. (Bild: © 2019 TechnikNews)

Was mich am meisten gestört hat, ist der Fakt, dass die Tastatur nicht fix am Gehäuse sitzt. So ist auch das Arbeiten im Bus auf dem Schoß nicht wirklich möglich, da es durchgehend wackelt. Ich gebe zu: für meine Einsatzzwecke wäre ein Laptop sicher besser geeignet. Dennoch als wichtiger Punkt bei der Kaufentscheidung hier mal angemerkt. Den Tabletmodus ohne Tastatur habe ich nie wirklich genutzt, da dieser unter Windows 10 – meiner Meinung nach – immer noch spärlich umgesetzt ist.

Kamera, Lautsprecher und Mikrofon

In diesen Punkten hat das Surface Pro 6 sehr gut abgeschnitten. Einerseits das Mikrofon, welches eine gute Soundqualität besitzt und problemlos für Videokonferenzen oder sonstige Telefonate geeignet ist. Allerdings hört der Gesprächspartner ziemlich deutlich das Tippen auf der Tastatur. Andererseits die beiden Kameras – auf der Front und auf der Rückseite – lösen mit 5 bzw. 8 Megapixeln auf. Generell sind die Kameras für ein Convertible erstaunlich gut, für diesen Preis aber unbedingt notwendig.

Einer der zwei Lautsprecher. (Bild: © 2019 TechnikNews)

Fazit

Mir gefällt das Surface Pro 6. Leider gefällt mir weniger, dass man unterwegs oder im Bus auf dem Schoß nur sehr schwer damit arbeiten kann. Das liegt daran, dass das Notebook mit dem Ständer hinten dann ziemlich wackelt und die Tastatur nicht fix am Gehäuse sitzt. Der Tablet-Modus ist etwa zum Schreiben von Artikeln auch keine Option. Diesen finde ich in Windows 10 immer noch nicht ganz ausgereift.

Dennoch ist das Surface aufgrund des niedrigen Gewichts portabel und überall leicht hin mitzunehmen. Was mich aber persönlich vom Kauf abhalten würde, sind die mageren Anschlüsse (kein HDMI, nur 1x USB 3.0). Das Surface Dock, mit welchem diese Anschlüsse nachgereicht werden, kostet rund 200 Dollar – einfach zu viel für Privatpersonen. Die Performance ist zum Arbeiten (auch mit Photoshop) absolut in Ordnung, zum Zocken ist das Surface Pro 6 natürlich nichts – das sollte aber jedem klar sein. Dafür ist es aufgrund der fehlenden Lüfter komplett ruhig.

Abschließend würde ich das Surface Pro 6 nicht unbedingt für Privatpersonen fehlen, genau wegen oben genannten Gründen. Da würde ich lieber zum Surface Laptop 2 oder Surface Book 2 greifen. Dennoch ist und bleibt die Surface-Reihe von Microsoft teuer und richtet sich daher unter anderem eher an Geschäftskunden.

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David Wurm

David hat TechnikNews im Februar 2015 gestartet. Er ist an der aktuellen Technik fasziniert und bloggt gerne über alles Digitale bzw. alles was Smartphones, Tablets, Computer und Gadgets betrifft. Würde sich als Technik-Geek bezeichnen. Ist sonst in der Freizeit oftmals mit Fotografie beschäftigt. Eindrücke davon teilt er gerne auf seinem Instagram-Account.

David hat bereits 602 Artikel geschrieben und 272 Kommentare verfasst.

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Als Privatperson: surface pro 6 oder surface laptop 2 oder surface book 2? 😛