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Xiaomi 12 im Test: Kleines Smartphone, großer Preis!

Xiaomi 12 Design
Bild: TechnikNews
(Beitragsbild: © 2022 TechnikNews)

Mit dem Xiaomi 12 stellte der Hersteller ihr Flaggschiff für 2022 vor, welches durch die kompakte Größe frischen Wind in den Markt bringen soll. Für eine unverbindliche Preisempfehlung von 849 Euro bekommen Kunden viel Hardware in einem kompakten Gehäuse geboten.

Das OLED-Display misst 6,28 Zoll und unterstützt eine flüssige Bildwiederholrate von 120 Hertz, unter der Haube werkelt mit dem Qualcomm Snapdragon 8 Gen1 ein aktueller Top-SoC, der Akku misst 4.500 mAh und mit der 50 Megapixel Triple-Kamera sollen sehr gute Fotos gemacht werden können. All das klingt auf dem Papier richtig gut, aber ob das Xiaomi 12 auch im Alltag überzeugen kann, lest Ihr in den folgenden Zeilen.

Design

Beginnen wir gleich mit meinem Highlight am Xiaomi 12, dem Design, denn neben den ganzen großen Smartphones bringt man mit dem kompakten Xiaomi 12 mal wieder frischen Wind in den Markt. Mit Abmessungen von 152,7 x 69,9 x 8,2 Millimeter und einem Gewicht von 180 Gramm zählt es zu den kompaktesten Smartphones aus dem Android-Lager. Durch die Rundungen sowohl auf der Front- als auch Rückseite liegt das in den Farben Blau, Grau und Lila erhältliche Smartphone hervorragend in der Hand. Die matte Glasrückseite sowie der Aluminiumrahmen unterstreichen dies. Auch die Tasten lassen sich gut erreichen, klicken angenehm und haben gute Druckpunkte.

Leider muss man beim Xiaomi 12 auf eine offizielle IP-Zertifizierung gegen das Eindringen von Wasser und Staub verzichten. Ich finde es auch schade, dass man die in China verfügbare grüne Farbe hier in Europa nicht anbietet. Diese besteht nämlich aus veganem Leder und würde somit mal für etwas Abwechslung sorgen. Was ich ebenfalls ansprechen möchte, ist die in meinen Augen fehlende Konsistenz beim Design. Während Hersteller wie Apple, Sony und mittlerweile auch Google ihre ganz eigene Designsprache gefunden haben, sieht gefühlt jedes Xiaomi anders aus. Hier fehlt mir persönlich einfach eine gewisse Konsistenz. Aber ihr merkt sicherlich, wenn ich mich über so einfache Dinge, wie die Farbauswahl oder fehlende Konsistenz beschwere, bedeutet das, dass Xiaomi mit dem kompakten 12 ein optisch sehr schönes Smartphone gelungen ist.

Display

Das Display des Xiaomi 12 misst 6,28 Zoll und hat mir im Alltag wirklich gut gefallen. OLED, 120 Hz, Full HD+ Auflösung und eine wirklich gute Helligkeit. Doch der Teufel liegt hier im Detail, denn verglichen mit dem Vorgänger, dem Xiaomi Mi 11, gibt es Rückschritte bei der Auflösung. Ja, man könnte jetzt argumentieren, dass das Display kleiner ist und 419 PPI vollkommen ausreichend sind, aber das ändert nichts daran, dass das Display im Vorgänger besser war. Leider verzichtet man beim Xiaomi 12 auf die LTPO-Technik, welche dafür sorgt, dass sich die Bildwiederholrate adaptiv anpasst. Dieses Feature ist dem Xiaomi 12 Pro vorbehalten. Was mich wiederum positiv überrascht hat, war die Helligkeit. Die ist wirklich ordentlich und ich hatte nie Probleme mit der Ablesbarkeit.

Xiaomi 12 Vorderseite

Bild: TechnikNews

Performance

Wie üblich setzt man auch dieses Jahr auf den Spitzen-SoC aus dem Hause Qualcomm, den Snapdragon 8 Gen 1. Dieser wird von 8 GB RAM und wahlweise 128 oder 256GB UFS 3.1 Speicher unterstützt. Wie nicht anders zu erwarten, fliegt das Xiaomi 12 durch alle Anwendungen und meistert diese mit Bravour. Apps öffnen schnell und direkt, Spiele laufen flüssig und das ganze Bedientempo ist auf einem hohen Niveau.

Letztes Jahr hatte das Xiaomi Mi 11 ja noch mit Hitzeproblemen zu kämpfen und auch dieses Jahr scheint sich das Problem erneut zu ereilen. Durch das kleinere Gehäuse bleibt weniger Platz für die Kühlung und so kommt es, dass das Xiaomi 12 sehr schnell spürbar warm wird. Doch für alle, die jetzt aufspringen, möchte ich Entwarnung geben, denn im Alltag stellte sich dies nie als problematisch heraus. Anders sah es wiederum bei längeren Gaming-Sessions aus. Wenn Ihr also viel zockt, würde ich nicht zum Xiaomi 12 greifen.

Software

Xiaomis MIUI wird seit Jahren kontrovers diskutiert. Die einen mögen sie, die anderen hassen sie. So bietet die auf Android 12 basierende MIUI in Version 13 schöne Animationen und viele nützliche Funktionen. Allerdings kann man argumentieren, dass die Optik nicht originell und einiges an Bloatware sowie Werbung vorinstalliert ist. Bei einem 300 Euro teuren Smartphone noch verständlich, bei einem 849 Euro Smartphone jedoch nicht. Positiv anrechnen, muss man, dass man beim Xiaomi 12 ein Updateversprechen von drei Jahren OS- und 4 Jahren Sicherheitsupdates bietet.

Kamera

Bei den Kameras will Xiaomi dieses Jahr einiges verbessert haben. So setzt man nicht mehr auf den 108 Megapixel Sensor, sondern verbaut den Sony IMX766 mit 50 Megapixel. Dieser leistete ja bereits im Huawei P50 Pro und Oppo Find X5 Pro hervorragende Arbeit. Ihm zur Seite steht eine 13 Megapixel Ultraweitwinkelkamera sowie eine 5 Megapixel Telemakrokamera. Dem einen oder anderen dürften die Sensoren bekannt sein, denn es handelt sich um altbekannte. So kam der 13 Megapixel Sensor von OmniVision bereits im Xiaomi Mi 9T, Mi 10 und Mi 11 zum Einsatz. Die Makrokamera hingegen wurde bereits im Xiaomi Mi 11 eingesetzt.

Vielleicht fangen wir mit letzterer gleich an, denn für eine dedizierte Makrokamera hat sie mir echt gut gefallen. Das Besondere bei ihr ist, dass es eine Telemakrokamera ist, welche mit einer 50mm Brennweite daherkommt. So muss man nicht ganz nah an das Objekt ran, um gute Aufnahmen zu erzielen. Klar, 5 Megapixel sind nicht viel und auf dem PC betrachtet, fehlt es den Bildern auch definitiv an Schärfe, dennoch handelt es sich in meinen Augen hierbei um die beste dedizierte Makrokamera. Man muss aber auch ehrlich zu sich sein und einsehen, dass Smartphones, die den Makromodus über den Ultraweitwinkel lösen hier immer noch die Nase vorn haben.

Auch die Hauptkamera konnte mich überzeugen. Der Sony IMX766 sorgt in Kombination mit dem ISP aus dem Snapdragon 8 Gen 1 für wirklich gute Bilder. Hohe Bildschärfe und ein guter Dynamikumfang zeichnen die Bilder aus. Was auffällt ist, dass die Farben etwas übersättigt sind. Gerade bei Bildern, bei denen viel Grün zu sehen ist, fällt das auf. Auch bei Nacht weiß die Kamera des Xiaomi 12 zu überzeugen.

Beim Ultraweitwinkel war ich zunächst skeptisch und ich finde es auch ehrlich gesagt nicht gut, dass man hier den selben Sensor wie im drei Jahre alten Xiaomi Mi 9T verbaut. Doch wenn wir in den letzten Jahren eines gelernt haben, dann, dass der Bildsensor nicht ausschlaggebend für die letztendliche Bildqualität ist. So kommt es, dass dank neuem ISP und überarbeiteter Software die Bilder bei Tag deutlich besser sind. Was mir allerdings aufgefallen ist, ist die fehlende Konsistenz bei der Farbwiedergabe von Hauptkamera und Ultraweitwinkel.

Bei Nacht baut die Qualität der Ultraweitwinkelkamera stark ab und kann kann meiner Meinung nach nicht mit der Konkurrenz mithalten.

Hier findet Ihr alle Testbilder.

Akkulaufzeit

Gerade bei kompakten Smartphones stellt sich die Akkulaufzeit häufig als Achillesferse heraus, denn ein kleineres Gehäuse bedeutet eben auch einen kleineren Akku. Nicht so beim Xiaomi 12. Keine Ahnung wie es Xiaomi möglich war, aber in ein so kleines Gehäuse, einen 4.500 mAh Akku zu verbauen, ist in meinen Augen eine Meisterleistung. Zum Vergleich, das deutlich größere Samsung Galaxy S22+ hat die selbe Akkukapazität und ein Xiaomi 12 Pro nur 100 mAh mehr.

Doch wie ist die Akkulaufzeit? Nun, im Alltag kam ich immer über einen Tag, meist so bei 5 bis 5,5 Stunden Screen-on-Time. Auch wenn ein iPhone 13 Pro und Google Pixel 5 hier besser sind, war ich dennoch angetan. Gerade für diesen Formfaktor ist die Akkulaufzeit durchaus brauchbar. Leider setzt man hier nicht auf die 120Watt Ladetechnologie, welche vergangenes Jahr mit dem Xiaomi 11T Pro zum ersten Mal nach Europa gekommen ist und bereits im deutlich günstigeren Redmi Note 11 Pro+ zum Einsatz kommt. Das ist allerdings Meckern auf sehr hohem Niveau, denn auch die verbauten 67 Watt sind einigen Konkurrenten überlegen. Das dies immer noch über USB-C 2.0 geschieht, ist in meinen Augen eines Flaggschiffes nicht würdig. Klar, kann man argumentieren, dass das keine Auswirkungen auf die Ladegeschwindigkeit hat, aber es geht darum, was Kunden für 849 Euro erwarten können.

Anders als beim Xiaomi 12X, welches mein Kollege Nils getestet hat, muss man beim Xiaomi 12 nicht auf Wireless-Charging verzichten und bekommt mit 50 Watt sogar einiges geboten. Positiv anrechnen muss man, dass Xiaomi das 67 Watt Netzteil gleich mitliefert. Das ist in der heutigen Zeit ja nicht mehr selbstverständlich.

Sonstiges

Unter dem Punkt „Sonstiges“ möchte ich ein paar Kleinigkeiten ansprechen, die das Xiaomi 12 wirklich gut macht. So ist beispielsweise der verbaute X-Achse-Vibrationsmotor schön angenehm und gehört für mein Empfinden zu den Besten auf dem Markt. Oft unterschätzt sorgt gerade ein guter Vibrationsmotor für ein angenehmes Bedienerlebnis und das bietet das Xiaomi 12 allemal. Und auch die im Zusammenarbeit mit Harman Kardon entstandenen, verbauten Stereolautsprecher tragen dazu bei. Anders als die meisten anderen Hersteller nutzt man hier nicht die Hörmuschel zur Ergänzung, sondern verbaut einen weiteren dedizierten Lautsprecher. Das sorgt dafür, dass man trotz des kompakten Formfaktors richtig gute Lautsprecher geboten bekommt.

Xiaomi 12 Design

Bild: TechnikNews

Vergleich mit dem Xiaomi 12X

Neben dem Xiaomi 12 und 12 Pro präsentierte man auch ein Xiaomi 12X. Da dieses dem Xiaomi 12 sehr ähnlich ist, wollte ich einmal in einem separaten Absatz die Unterschiede aufzeigen.

So verbaut Xiaomi beim 12X lediglich den Snapdragon 870 und nicht den aktuellen 8 Gen 1 wie im Xiaomi 12. Dieser wirkt sich auch auf die Kamera aus, denn bei identischer Hardware macht das Xiaomi 12 dank des besseren ISP etwas bessere Bilder. Des Weiteren müssen Käufer des Xiaomi 12X auf Wireless-Charging verzichten, kommen aber ebenso in den Genuss von 67 Watt Fast-Charging. Der wohl signifikanteste Unterschied betrifft allerdings die Software. Denn während das Xiaomi 12 mit Android 12 und einer Update-Garantie von drei Jahren OS- und vier Jahren Sicherheitsupdates startet, bringt man das Xiaomi 12X lediglich mit Android 11 und ohne Updateversprechen auf den Markt. Dies dürfte dem Snapdragon 870 geschuldet sein, der ja auch schon zwei Jahre alt ist. Aber bei einem Smartphone für 699 Euro keine Garantie für Updates zu geben, ist sehr schwach.

Fazit

Wie Ihr sicherlich schon entnehmen konntet, hat mir das Xiaomi 12 wirklich gut gefallen. Ein hochwertiges Design, gutes Display, tolle Performance, lange Updates, eine ordentliche Hauptkamera und eine brauchbare Akkulaufzeit schüren ein gutes Gesamtpaket. Für 849 Euro kann man das aber auch erwarten. Wenn man sich allerdings die aktuellen Marktpreise anschaut, fällt auf, dass das Xiaomi 12 die 700 Euro Grenze unterschritten hat, was ein Preis ist, bei dem man in meinen Augen bedenkenlos zuschlagen kann, vor allem wenn man auf der Suche nach einem kompakten Flaggschiff ist. Es muss aber auch jedem klar sein, dass man mit dem Xiaomi 12X ein ähnlich gutes Produkt für weniger Geld bekommt, sofern Updates keine große Rolle spielen. Und auch ein Galaxy S22 sollte man nicht außer Acht lassen. Dieses bietet beispielsweise eine bessere Kamera und einen längeren Update-Support, macht dafür aber Abstriche bei der Akkulaufzeit und der Ladegeschwindigkeit. Letztendlich ist alles eine Frage des persönlichen Geschmacks.

Xiaomi 12 kaufen

Wir bedanken uns bei Xiaomi Deutschland für die Bereitstellung des Testgeräts.

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Jacob Kluge

Wenn Jacob nicht gerade mit der Uni beschäftigt ist hört er sehr gerne Musik und informiert sich über die neuste Technik.

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Nils90

Hab 500 bezahlt…bin gespannt 🙂