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Xiaomi Mi Band 5 im Test: Ein Schritt nach vorn, ein Schritt zurück

xiaomi mi band 5 titelbild
(Bild: TechnikNews)
(Beitragsbild: © 2020 TechnikNews))

Das Xiaomi Mi Band 5 ist der Nachfolger des beliebten Xiaomi Mi Band 4. Dies habe ich privat sehr gerne genutzt, da es für seinen geringen Preis eine große Menge an Features bot und trotzdem 14 Tage Akkulaufzeit keine Seltenheit waren. Als im Juni die chinesische Version und im Juli die deutsche Version vorgestellt wurden, war ich doch sehr skeptisch. Nun habe ich das Mi Band 5 getestet. 

Der Lieferumfang des Mi Band 5 ist spartanisch. Das Band selbst kommt in einer kleinen Plastikverpackung und nur mit dem neuen Ladeadapter. Das ist aber für den Preis angemessen.

Design und Verarbeitung

Das Design des Mi Band 5 unterscheidet sich nicht viel vom Mi Band 4. Es ist nur ein kleines bisschen größer als der Vorgänger. Der Sprung vom Mi Band 3 auf das 4er war da schon deutlich größer, aber das macht nichts aus. Das Band 5 ist trotzdem sehr schön designend und vor allem sehr unauffällig.

Xiaomi Mi Band 5 Vergleich

Das Mi Band 5 ist im Vergleich zum 4er größer geworden. (Bild: TechnikNews)

Das Band ist genauso wie sein Vorgänger sehr gut verarbeitet und hat drei Wochen intensive Nutzung ohne Probleme ausgehalten. Das Band hat sich kein einziges Mal gelöst und ich habe es nie abgenommen. Man merkt nach ein paar Minuten gar nicht mehr, dass man das Band trägt. Dank ATM 5 Wasserfestigkeit kann man mit dem Band schwimmen, duschen usw. Hier ist also alles möglich.

Display

Das Display des Mi Band 5 ist 20 Prozent größer als das Display des Vorgängers. In Zahlen also von 0,95 Zoll auf 1,1 Zoll angewachsen. Das Display ist aber nicht nur angewachsen, es ist auch heller als beim Vorgänger. Von 400 auf 450 Nit hat sich die maximale Helligkeit erhöht. Das ist aber die maximale Helligkeit, welche ich meistens nie benutzt habe, da es aufwendig ist diese einzustellen. Ich hoffe, dass für das Mi Band 6 ein „Auto-Helligkeit“-Feature kommt.

Xiaomi Mi Band 5 Display

Das Display des Mi Band 5 ist um 20 Prozent größer, als im Mi Band 4. (Bild: TechnikNews)

Software

Die Software des Mi Band 5 hat einige Neuerungen spendiert bekommen. Hier müssen wir aber zwischen den Versionen unterscheiden. Wir haben dank Tradingshenzhen die chinesische Version testen dürfen. In Deutschland wird aber die „Globale Version“ im Verkauf sein, welche einige der Features nicht unterstützt. Hier müssen wir auf ein mögliches Amazfit Band 6 (Mi Band 5 Plus aber unter anderem Namen) warten, welches noch kein festes Veröffentlichungsdatum hat.

Erstmal vorweg: Bisher konnte ich das Mi Band 5 in der chinesischen Version nur auf Englisch nutzen. Das könnte sich sehr bald mit dem globalen Launch des Mi Band 5 ändern. Es gibt aber keine 100 Prozent Garantie, das basiert nur auf meinen Erfahrungen aus dem letzten Jahr. Mir ist das egal, da ich meine Geräte sowieso auf Englisch habe, aber einige dürfte das sicherlich stören.

Xiaomi Mi Band 5 Sprache

Das Mi Band 5 ist aktuell nur auf Englisch oder Chinesisch benutzbar. Das könnte sich bald ändern. (Bild: TechnikNews)

Nun zu den neuen Features. Der Startbildschirm unterstützt nun kleine „Widgets“, je nach Watchface gibt es einen oder zwei Slots welche mit folgenden Features belegt werden können: Schritte, Puls, Kalorien, Schritte pro Stunde, Pulsgraf, 7 Tage PAI, Events, Wetter, PAI, Akku, Uhrzeit von Sonnenaufgang oder -untergang, Luftfeuchtigkeit/UV/Wind, Luftqualität, Workout oder Wecker.

Die Widgets zeigen euch aktuelle Daten an, funktionieren aber auch als Verknüpfung. Was nun auch verknüpft werden kann, sind die „Apps“ – das funktioniert mit einem Wisch nach rechts oder links vom Homescreen. Diese Funktion erinnert mich an die „Tiles“ von Wear OS oder Tizen OS. Die Reihenfolge ist individuell anpassbar und unterstützt bis zu 10 Funktionen: Benachrichtigungen, Wetter, Musik, Alarm, Workout, Kamera-Fernauslöser, Status, PAI, Puls, Stress, Atemübung, Termine, DND, Stoppuhr, Timer, Smartphone finden, stumm schalten, Menstruationszyklus, Alipay (funktioniert nur in China) und Weltuhr.

Apps

Welche neuen „Apps gibt es denn nun“? Wer wie ich vom Mi Band 4 kommt, wird die „alten“-Apps direkt wiedererkennen: Status (Schritte, Entfernung, Kalorien, Aufstehalarme), die Benachrichtigungen, Terminerinnerungen, Wetter, Workout (Sport), Pulsmessung und mehr. Neu mit dabei sind: PAI, Stress, Atemübungen (wahlweise 1 bis 5 Min), Menstruationszyklus, neue Sportmodi und unter dem „Mehr“-Punkt: Kamera-Fernsteuerung und Weltuhr.

Viel Neues ist also nicht dabei. Als „App“ kann man die Kamera-Fernsteuerung nicht wirklich zählen. Sie hat nur einen einzigen Knopf, der macht aber was er soll. Die Kamera auslösen. Das funktioniert aber im Gegensatz zum Honor Band 5 nicht nur auf Geräten vom Hersteller (in diesem Fall Xiaomi), sondern auch auf allen anderen Geräten.

Die restlichen Apps funktionieren genauso wie auf dem Mi Band 4 (mit allen Vor- und Nachteilen). Die Musiksteuerung ist zuverlässig, kann aber nicht bei aktivem Tracking benutzt werden. Benachrichtigungen zeigen zuverlässig alle Nachrichten an (sofern in der Mi Fit App eingestellt). Bei den „großen Apps“ wie WhatsApp, Instagram oder Twitter wird wie beim Vorgänger auch ein kleines Icon angezeigt.

Tracking

Trotz all den smarten Features ist das Mi Band immer noch ein Fitness-Tracker. Als ich die Präsentation gesehen habe, hat mich ein Satz hellhörig werden lassen: „Das Mi Band 5 wird noch bessere Sensoren als das Mi Band 4 haben“. Okay super, dann werden die Ergebnisse noch besser als vorher sein, oder? Jein. Denn wie sich herausstellt, gibt es dieses Upgrade nur für die NFC-Version. Ich habe die Version ohne NFC vorliegen, da diese in Deutschland keinen Sinn ergibt. Es sind aber trotzdem einige Verbesserungen zum Tracking dazugekommen.

Schlaftracking

Vor allem das Schlaftracking hat einige neue Verbesserungen spendiert bekommen. Nun kann der Schlaf bis zu 24 Stunden getrackt werden und auch die REM-Phasen werden getrackt. Wer auch Tagsüber ein Nickerchen macht, wird auch vom Mi Band 5 getrackt werden.

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Das Mi Band 5 kann nun euren Schlaf genauer tracken als jemals zuvor (Bild: TechnikNews)

PAI

Der PAI ist wie ein wöchentlicher Wettbewerb. Ziel ist es, einen Score von 100 Punkten zu erreichen. Diese Punkte verdient man, indem man seinen Puls erhöht. Egal ob man gerade Sport macht oder sein Zimmer aufräumt, der PAI Wert erhöht sich. Die an einem Tag gesammelten Punkte gelten dann für sieben Tage, danach verfallen sie. So soll man immer wieder motiviert werden weiter zu machen.

Stress

Der Stress wird basierend auf der Herzfrequenz berechnet, aber Xiaomi spricht von einer Schätzung.

Sport

Beim Sport-Tracking hat sich auch einiges getan. Das Mi Band 4 bot schon einige Modi: Laufen Indoor, Laufen Outdoor, Gehen, Radfahren Outdoor, Schwimmen, Gehen, Radfahren, Laufen (Outdoor/Indoor) und freies Training. Nun kommen noch dazu: Radfahren Indoor, Crosstrainer, Seilspringen, Yoga und Rudermaschine.

Ich bin eine Runde laufen gegangen. Mit dabei hatte ich das Mi Band 5 und die von uns bereits getestete Skagen Falster 3. Beide hatten kein GPS aktiviert. Ich bin insgesamt 4 Runden (5,1 KM gelaufen). Während die Falster 3 genau die 5,11 Kilometer gemessen hat, fehlen dem Mi Band 5 etwa 2 km.

Deswegen muss man, um eine Strecke zu messen, sein Smartphone mitnehmen – die restlichen Werte werden gut gemessen. Beim Seilspringen werden wichtige Daten wie Sprünge, Sprünge/Minute und beim Rudern Züge, Zugrate, Pull- und Release-Zeiten aufgezeichnet.

Akku

Der Akku des Mi Band 5 wurde von 135 auf 125 mAh verkleinert. Xiaomi bewirbt nun selbst auch 14 anstatt 20 Tage. Ich hatte alles aktiviert. Fast durchgehende Herzfrequenz, ausführliches Schlaf Tracking. Damit bin ich auf 7 Tage gekommen. Die 14 Tage werden also mit den geringsten Einstellungen erreicht werden. Dafür ist das Laden per neuem Magnet-Adapter angenehmer, dauert von 0 bis 100 Prozent mit einer Ladezeit von 2 Stunden aber länger.

xiaomi mi band 5 akku

Das Mi Band 5 hat einen deutlich schlechteren Akku als das Mi Band 4 (Bild: TechnikNews)

Fazit

Das Mi Band 5 ist nicht das Upgrade, auf welches ich gehofft habe. Das neue Design ist schick, das Display ist super, die neuen Widgets sind cool und auch die neuen Funktionen wie die Kamera-Auslöse oder die „Atemübungen“ habe ich ab und zu mal benutzt. Doch es war niemals dieser „WOW-Effekt“ da. Die Neuerungen sind sehr gering. Letztendlich muss der Kunde entscheiden: Möchte ich ein Mi Band mit langer Akkulaufzeit (Mi Band 4 mit 14 Tagen, Mi Band 5 mit 7 Tagen) oder mehr aufladen, dafür neuere Features und größerer Tracker.

Vielen Dank an Tradingshenzhen für die Bereitstellung des Testgerätes. Dies hat sich nicht auf die Bewertung des Produktes ausgewirkt.

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Nils Ahrensmeier

Nils ist sehr interessiert in Mobile-Geräte wie Smartphones, Wearables und "TWS"-Kopfhörer. Er schreibt hier ganz neu auf TechnikNews - vor allem News und Testberichte. In seiner Freizeit spielt er Schlagzeug oder geht seinem Hobby, der Leichtathletik, nach.

Nils hat bereits 65 Artikel geschrieben und 6 Kommentare verfasst.

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