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Skagen Falster 3 X By Kygo im Test: Elegant und rasant

Skagen Falster 3 Titelbild
Bild: TechnikNews
(Beitragsbild: © 2020 TechnikNews)

Die Skagen Falster 3 will die typischen Probleme einer Smartwatch lösen: schlechte Akkulaufzeit und ruckelige Performance. Wir haben die Smartwatch einige Wochen lang ausführlich für Euch getestet. Der Testbericht.

Smartwatches haben mich immer wieder fasziniert. Die Technologie ist schon so weit, dass wir kleine Mikrocomputer am Arm tragen können. Doch den richtigen Durchbruch hat Wear OS noch nicht erlebt. Dies lag vor allem an der schlechten Akkulaufzeit und der ruckeligen Performance. Ob das bei der Skagen Falster 3 anders ist? Wir haben sie getestet.

Lieferumfang

Im Lieferumfang der Skagen Falster 3 liegen noch das Aufladekabel und der normale Papierkram mit dabei.

Design und Verarbeitung

Die Skagen Falster 3 ist für mich die aktuell schönste Smartwatch auf dem Markt. Sie ist minimalistisch, sehr gut und hochwertig verarbeitet und macht sich nicht am Arm bemerkbar. Im Vergleich zum Vorgänger ist das Gehäuse von 40 auf 42 mm angewachsen, den Platz nutzt Skagen für ein größeres Display und einem Lautsprecher. Wir haben die Uhr in der „X by Kygo“-Version. Dies wäre auch meine persönliche Wahl gewesen. Der norwegische DJ Kygo hat bereits in der Vergangenheit seine eigenen Kopfhörer auf den Markt gebracht, die Kollaboration mit Skagen ist mal etwas Neues gewesen. Was sind denn nun die Unterschiede zu den „normalen“ Falster 3 Uhren?

Die X by Kygo hat ein mattschwarzes Gehäuse mit einem schwarzen Silikonband, die einzige Abweichung von diesem Look ist eine weiße Schlaufe mit der Prägung „X by Kygo“. An der Oberseite des Armbands ist ebenfalls ein dezentes X eingeprägt.

Hardware

Bei der Hardware hat Skagen nur das Beste verbaut. Die Hardware ist aber identisch mit der Fossil Gen 5 Smartwatch. Als große Neuerungen zur Falster 2 haben wir den „neuen“ Qualcomm Snapdragon Wear 3100 Prozessor, einen Lautsprecher und ein größeres Display. Ein weiteres großes Update wurde beim RAM gemacht. Dieser wurde glatt verdoppelt. Statt den 512 MB wie bei der Gen 2 verbaut Skagen nun 1 GB RAM. Dies wirkt sich sehr deutlich auf die Performance aus. Ich hatte fast überhaupt keine Ruckler: Wear OS läuft mit der Hardware wirklich gut. Google Pay funktioniert dank des eingebauten NFC Chips auch sehr gut – nur die virtuelle PayPal Master Card funktioniert nicht.

An der Seite der Uhr finden sich noch drei Knöpfe. Der mittlere Knopf ist zusätzlich mit einer „Krone“ versehen. Mit dieser kann man im Menü scrollen, was wesentlich angenehmer als das Scrollen mit dem Finger ist. Die Knöpfe über und unter der Krone sind in der Software anpassbar, denn sie starten Apps.

HardwareSkagen Falster 3Skagen Falster 2
Display1.3-Zoll AMOLED1.2-Zoll OLED
SensorenHerzfrequenz, Beschleunigungsmesser, Höhenmesser, Umgebungslicht, GyroskopHerzfrequenz, Beschleunigungsmesser, Umgebungslicht, Gyroskop
KonnektivitätBluetooth 4.2 Low EnergyBluetooth 4.1 Low Energy
Wasserdicht3 ATM3 ATM
Akkulaufzeit1 Tag und neue Energiesparmodi1 Tag
GPS✔️✔️
NFC✔️✔️
Google Assistant✔️✔️
Wechselbare-Bänder✔️✔️
Lautsprecher✔️
Snapdragon Wear 3100✔️❌ (Snapdragon Wear 2100)

Software

Als Software wurde wieder auf Googles Wear OS gesetzt. Einerseits finde ich das sehr gut, da Wear OS für Android Smartphones einfach die beste Ergänzung ist, andererseits ist Wear OS nicht wirklich energiesparend. Das wirkt sich auch stark auf die Akkulaufzeit aus.

Wear OS hat viele gute Funktionen. Man kann auf Nachrichten antworten, es gibt eine Reihe an Apps, den eingebauten Google Assistenten, Google Pay und vieles mehr. Doch leider wird es von Google eher stiefmütterlich behandelt. Es gibt wenige Updates und Fossil/Skagen haben hier probiert alles herauszuholen. Sie haben Energiespar-Modi entwickelt und eigene Watch-Faces. Die Watch-Faces sind auch individuell anpassbar und sind, wie ich finde, sehr schön und schlicht.

Das Telefonieren hat erstaunlich gut geklappt. Anstatt einer E-Sim wird hier auf Bluetooth 4.2 BLE gesetzt. Das Feature ist aber nur für kurze Telefonate in leiser Umgebung gedacht. Über längere Zeit sollte man auf Kopfhörer oder auf das Telefon wechseln.

Fitness

Wear OS Uhren sind keine Smartwatches, die für professionelle Sportler gedacht sind. Wer viel Sport macht und diesen gerne gut und genau tracken möchte, sollte sich lieber eine Garmin oder Fitbit kaufen. Trotzdem bietet Google Fit einige Sportmodi. Von A wie Aerobic über F wie Floss Dance zu Z wie Zumba kann alles getrackt werden. Trotzdem sollten die Werte nicht als „Gesundheitsangaben“ gewertet werden.

Für alle Hobby-Sportler sollte das Tracking per GPS und dem Herzfrequenz-Sensor völlig ausreichen. Schwimmen ist mit der Uhr auch möglich, da die bis zu 30M wasserfest ist.

Skagen Falster 3 Sport

Die Skagen Falster 3 hat sehr viele verschiedene Sport-Modi. (Bild: TechnikNews)

Akku

Nun wird’s spannend. Mein Ziel war es mindestens einen Tag ohne irgendwelche Beschwerden zu schaffen, da meine Erwartungen an Wear OS immer ziemlich niedrig sind. Das habe ich auch tatsächlich auch ohne Probleme geschafft. So habe ich es kein einziges Mal geschafft, die Uhr in einem Tag leer zu kriegen. An einem normalen Tag (7 Uhr aufstehen und ca. 0 Uhr schlafen) hatte ich abends ca. 25-35 Prozent übrig. Für einen zweiten Tag reicht es aber nicht.

Geladen wird die Uhr mit einem magnetischen Ladegerät – hier hätte ich mir eine Option für QI Laden gewünscht. Von 0 auf 100 Prozent benötigt die Skagen knapp eine Stunde. Ja, man muss die Uhr jeden Abend laden, mich stört das aber nicht. Es gibt kein Schlaf-Tracking, also ergibt das Tragen nachts sowieso keinen Sinn.

Trotzdem ist die Akkulaufzeit für eine Smartwatch sehr schlecht, denn die Konkurrenz-Modelle von Samsung oder Huawei haben eine viel bessere Laufzeit.

Preis und Verfügbarkeit

Die Skagen Falster 3 gibt es in drei verschiedenen Versionen. Leder, Blau, Milanaise und in einer Kollaboration mit dem norwegischen DJ Kygo (unser vorliegendes Modell). Der UVP liegt bei 299 Euro, doch die Uhr ist schon bei manchen Händlern für 250 Euro zu haben.

Skagen Falster 3 Fazit

Die Skagen Falster 3 ist eine der besten Wear OS Uhren gerade auf dem Markt. Durch ihre Performance und dem Design hat sie mich überzeugt. Die Akkulaufzeit ist nicht gut, aber nicht mehr so unterirdisch wie noch vor zwei Jahren. Damals bin ich mit meiner Asus Zenwatch 3 nicht mehr durch den Vormittag gekommen, ohne Bluetooth auf der Uhr zu deaktivieren.

Dem ist nicht mehr so. Wear OS hat viele Features, die ich nicht mehr missen möchte: Google Pay, auf Nachrichten antworten, Apps wie Spotify, Kicker oder auch die unendlich vielen Watch-Faces.

Huawei und Samsung Uhren sind dennoch eine ernstzunehmende Konkurrenz und auch ich würde einen Kauf einer Galaxy Watch in Zukunft nicht ausschließen. Mir fehlen noch auf den Smartwatches der Konkurrenz eine Möglichkeit zu bezahlen, doch Huawei Pay steht für Deutschland schon in den Startlöchern.

Mein Kollege David hat im letzten Dezember auch die Fossil Sport getestet.

Vielen Dank an Fossil für die Bereitstellung des Testgerätes. Unsere Meinung bleibt selbstverständlich unverändert.

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Nils Ahrensmeier

Nils ist sehr interessiert in Mobile-Geräte wie Smartphones, Wearables und "TWS"-Kopfhörer. Er schreibt hier ganz neu auf TechnikNews - vor allem News und Testberichte. In seiner Freizeit spielt er Schlagzeug oder geht seinem Hobby, der Leichtathletik, nach.

Nils hat bereits 59 Artikel geschrieben und 6 Kommentare verfasst.

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