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Fossil Gen 6 im Test: Schöne Smartwatch, zur falschen Zeit

Fossil Gen 6 Titelbild
Bild: TechnikNews
(Beitragsbild: © 2021 TechnikNews)

Die Fossil Gen 6 ist das lang erwartete Upgrade zur 5. Generation der Smartwatch-Serie von Fossil. Wir haben die Uhr getestet und verraten euch, ob sie sich lohnt.  

Lieferumfang

Neben der Uhr selbst liegt noch das Ladekabel sowie ein Quick-Start-Guide dabei. Bei unserem Edelstahlmodell lag aber kein Tool dabei, um die Stifte des Armbands zu entfernen. Dies führte zu Experimenten und einem Juwelier-Besuch, um das Armband einzustellen.

Design und Verarbeitung

Das wohl größte Alleinstellungsmerkmal der Fossil-Generation 6 ist das Design und die Verarbeitung. Die Uhr gibt es in 4 Ausführungen für Männer und in drei für Frauen. Die Auswahl ist relativ unterschiedlich, da sollte für jeden etwas dabei sein. Mein Edelstahlmodell ist hervorragen verarbeitet, gerade im Vergleich zur Konkurrenz von Mobvoi. Man merkt einfach die Expertise von Fossil im Bereich des Uhrenbaus, dieser wird auch bei den Smartwatches voll ausgeschöpft. Das „generelle Design“ aller Modelle gefällt mir sehr gut. An der rechten Seite ist in der Mitte eine drehbare Krone angebracht, welche auch in der Software funktioniert. Darüber und darunter sitzen zwei Knöpfe, welche frei belegbar Aktionen ausführen können (Training starten, oder Google Pay aufrufen).

Da die Uhr 3ATM Wasserfest ist, sollte Schwimmen im Süßwasser möglich sein. Tauchen würde ich mit der Uhr aber nicht riskieren.

Hardware der Fossil Gen 6

On Hardware verbaut Fossil nur das beste, was aktuell in eine Smartwatch kann. Der Snapdragon Wear 4100+ ist der neueste und energieeffizienteste SoC im WearOS Bereich, unterstützt wird dieser von 1 Gigabyte an RAM und 8 Gigabyte internem Speicher. Das 1,28″ große Display löst mit 416 × 416 Pixeln auf und stellt Inhalte scharf und dank AMOLED Technologie in guten Farbwerten dar. Neben einem Mikrofon ist noch ein Lautsprecher verbaut worden, dadurch ist telefonieren oder der Google Assistant ohne Probleme nutzbar. LTE hat die Uhr aber nicht. Dafür NFC zum Zahlen mit Google Pay sowie GPS für Sporttracking.

Die Hardware hat ebenfalls im Alltag einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Die Software lief flüssig, die Krone und die Knöpfe fühlten sich sehr hochwertig an und das Display war immer gut ablesbar. Das liegt aber auch daran, dass das aktuelle Wetter nicht mehr stark herausfordernd ist (für Displays). Das Display kann wie folgt genutzt werden. Entweder es aktiviert sich bei Benachrichtigungen automatisch und wird per Knopfdruck aktiviert oder per Armdrehung. Letzteres verbraucht mehr Akku, ist aber angenehmer. Das Always-On-Display ist je nach Watchface klassisch gehalten und erfüllt seinen Job sehr gut.

Software

Kommen wir zum (aktuell) größten Nachteil der Fossil Gen 6. Als Software läuft nämlich noch „altes“ WearOS 2 auf der Uhr. Ein Update auf das neuere WearOS 3.o kommt erst Mitte 2022. Der Clou: Laut einem Bericht von den Kollegen des „androidcentral“ wurde WearOS 3 hinter verschlossenen Türen entwickelt. Das ist erst einmal nicht verwunderlich, doch es war in die Entwicklung nur Samsung mit eingebunden, Hersteller wie Mobvoi oder die Fossil-Group nicht. Diese wussten bis zur Google I/O nichts von der neuen Version, also genau dann als wir Presse/Kunden es erst erfahren haben. Wenn dieser Bericht stimmt (wurde von Google Seite nicht bestätigt), dann könnte Fossil nichts für diese Situation. WearOS 3 ist aktuell eh noch in einer „Beta-Phase“, die fertige Version wird vermutlich erst im Frühling/Sommer 2022 mit einer Pixel Watch erscheinen. Soviel zu der Situation von WearOS, nun kommen wir zur Software.

Denn WearOS bietet einiges an Funktionen, neben dem erwähnten Google Pay, Benachrichtigungen (auch beantwortbar), Spotify Downloads, Wetter und viel mehr. Auf die Fitness/Gesundheits-Funktionen gehe ich im nächsten Absatz noch genauer ein. Die Software ist aber nicht wie bei Mobvoi angepasst, sondern im klassischen WearOS Stil gehalten. So wurde zum Beispiel die App Übersicht nicht verändert, da durch diese per Krone gescrollt werden kann. Die Ladeanimation sowie eine Fossil-App sind noch die stärksten Anpassungen, in der Fossil-App finden sich die exklusiven Watchfaces wieder. Wer weitere Apps herunterladen möchte, kann dies im Google Play Store machen, die besten sind meiner Meinung die Kicker-App (für Fußballergebnisse), Outlook und Spotify/YouTube Music. Die neue Google-Maps Version bleibt aber noch der Galaxy Watch 4 vorenthalten.

Fitness

Der Name „Smartwatch“ trifft bei der Fossil Gen 6 ziemlich gut zu. Die Uhr ist nicht auf Fitness-Tracking ausgelegt, wer viel Sport treibt, sollte eher zu einer Garmin Uhr oder einem Modell der Fitbit-Serie greifen. Für normales Tracking, also Puls, Blutsauerstoff oder den Schlaf reichen die Sensoren aber voll aus. Die Schritte wurden akkurat gezählt, mit leichten Abweichungen um ungefähr 100–150 Schritte, der Schlaf stimmte um 2–3 Minuten mit meinem Nest Hub überein. Beim Schlaftracking werden auch die Herzfrequenz sowie die Schlafphasen aufgezeichnet. Leider werden die Sauerstoffsättigung und die überwundenen Höhenmeter noch nicht in der App erfasst und sind nur auf der Uhr selbst einsehbar.

Akku der Fossil Gen 6

Der Akku der Fossil Gen 6 war in den ersten Tagen ziemlich holprig. Die Software musste sich erst an mein Nutzungsverhalten anpassen, mittlerweile komme ich einen Tag in normaler Nutzung mit Always-On-Display und „Hand-Dreh-Erkennung“ locker aus. Für einen langen Abend reicht der Akku meist auch noch, für den nächsten Tag muss dann wieder geladen werden. Wer weniger Funktionen nutzt und zum Beispiel das Always-On-Display deaktiviert, der wird auch 2, wenn nicht sogar drei Tage mit der Uhr klarkommen. Die Akkulaufzeit ist aber schlechter als bei der TicWatch Pro 3/Ultra, da Mobvoi bei ihren Uhren auf ein zweites FSTN Display zurückgreift. Dies ist um einiges energiesparender, aber macht die Uhr auch dicker.

Fossil verspricht beim Schnelladen 80 Prozent in 30 Minuten, also um einiges schneller als noch bei Gen 5. Ich kann diese Ladezeit bestätigen, bin in meinen Testladungen auf 78 Prozent in den dreißig Minuten gekommen. Leider unterstützt die Uhr nicht wie die Galaxy Watches drahtloses Laden per QI-Standard, dies wünsche ich mir für eine Generation 7.

Fossil Gen 6 Fazit

Die Fossil Gen 6 ist eine gute Android-Smartwatch. Sie kann vor allem durch den Fashion/Uhr Faktor überzeugen, da sie trotz ihrer vielen Funktionen den Status als Uhr nicht verliert. Die Hardware ist auch auf dem neuesten Stand, die Software bedauerlicherweise nicht. Deswegen kommt die Generation 6 zu einem „schlechten“ Zeitpunkt, da wir uns gerade in der Mitte zwischen WearOS 2 und WearOS 3 stehen. Das optionale Update ist aber bereits bestätigt worden, bis dahin ist es aber noch mindestens ein halbes Jahr. Deswegen kann ich sie zu dem UVP von 299/329 nicht uneingeschränkt empfehlen, da aktuell die Galaxy Watch 4/Classic für 200–300 Euro zu haben ist. Das scheinen auch die Händler gemerkt zu haben, welche die Fossil Gen 6 schon teils für um die 200 Euro verkaufen. Für den Preis ist die Uhr definitiv zu empfehlen, gerade für Menschen, die nicht auf den Faktor „Uhr“ bei einer Smartwatch verzichten wollen.

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Nils Ahrensmeier

Nils ist sehr interessiert in Mobile-Geräte wie Smartphones, Wearables und Kopfhörer. Er schreibt seit 2019 auf TechnikNews - vor allem News und Testberichte. In seiner Freizeit spielt er Schlagzeug und Klavier oder geht seinem Hobby, der Leichtathletik, nach.

Nils hat bereits 285 Artikel geschrieben und 30 Kommentare verfasst.

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