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Motorola Moto G22 im Test: Licht und Schatten

Motorola Moto G22 Testbericht Header
Bild: TechnikNews
(Beitragsbild: © 2022 TechnikNews)

Motorola stellte Ende März mit dem Moto G22 ein neues Einsteiger-Smartphone für eine unverbindliche Preisempfehlung von 169,99 Euro vor. Es soll besonders mit seiner 50 Megapixel Vierfach-Kamera, dem 90 Hertz Display sowie der riesigen Akkukapazität von 5.000 mAh überzeugen.

Wir haben das Motorola Moto G22 in den letzten Wochen nun ausführlich getestet und ob es nicht nur auf dem Papier, sondern auch in der alltäglichen Nutzung überzeugen konnte, erfahrt Ihr in diesem Testbericht.

Haptik, Design & Verarbeitung

Beim Motorola Moto G22 handelt es sich um ein großes Smartphone, welches in vielen Situationen nicht mehr einhändig bedient werden kann, was allerdings bei nahezu allen Smartphones in dieser Preisklasse der Fall ist. Mit 8,49 Millimeter ist es weder besonders dick noch dünn und das Gewicht von 185 Gramm geht in Anbetracht der Gehäuse-Größe sowie des riesigen Akkus von 5.000 mAh völlig in Ordnung.

Der Rahmen besteht aus Kunststoff, der aufgrund der matten Beschichtung nahezu resistent gegenüber Fingerabdrücken ist. Ähnlich wie bei den aktuellen iPhones ist der Rahmen des Moto G22 sehr kantig und flach, weswegen das Gerät tatsächlich ein wenig scharfkantig in der Hand liegt, aber für ein Einsteiger-Smartphone möchte ich hier nicht meckern. Die Rückseite besteht ebenfalls aus mattem Kunststoff, welcher sich in Anbetracht des Preises sehr angenehm anfühlt und Fingerabdrücke nicht allzu stark hervorheben lässt. Bei den Farben haben Kunden mit Schwarz, Weiß und Blau drei wunderschöne Farben zur Auswahl, die allesamt matt sind. Ich habe die blaue Variante zum Testen bekommen, worüber ich sehr glücklich bin. Es handelt sich um ein schönes helles Blau, welches je nach Lichteinfall immer leicht anders schimmert. Zusammen mit dem mittig platzierten Motorola-Logo und den meiner Meinung nach schön angeordneten Kameras in der linken Ecke haben wir es beim Moto G22 um ein elegantes Einsteiger-Smartphone zu tun.

Drehen wir das Smartphone herum, so erblickt uns ein großes Display, welches lediglich von einer Aussparung, in der die Frontkamera Platz findet, unterbrochen wird. Das Loch könnte natürlich gerne noch etwas kleiner sein, aber im Alltag hat es mich zu keiner Zeit gestört. Die Ränder um den Bildschirm sind definitiv nicht die dünnsten, aber was will man da auch von einem 170 Euro teuren Smartphone erwarten. Selbst Realme ist hier nicht besser.

In Sachen Verarbeitung macht das Moto G22 einen soliden Job. Das Gehäuse hinterlässt einen ordentlich verarbeiteten Eindruck und die Tasten besitzen einen guten Druckpunkt, könnten allerdings gerne noch etwas weiter unten sitzen.

Display – durchschnittlich

Das langgezogene LC-Display im 20:9 Seitenverhältnis misst 6,5 Zoll in der Diagonale und löst mit 1.600 x 720 Bildpunkten relativ gering auf. Bei näherer Betrachtung sind definitiv einzelne Pixel zu erkennen, was im Jahr 2022 eigentlich nicht mehr sein sollte. Realme, Redmi, Poco und das hauseigene G31 lösen mit 1.080p sichtbar höher auf. Immerhin unterstützt der Bildschirm eine flüssige Bildwiederholrate von 90 Hertz, was in dieser Preisklasse zwar lobenswert, aufgrund der schwachen Performance allerdings kaum bemerkbar ist.

Motorola Moto G22 Display

Die Aussparung könnte zwar noch etwas kleiner sein, aber gestört hat es mich bei der alltäglichen Nutzung zu keiner Zeit. (Bild: TechnikNews)

Farben werden etwas zu kräftig wiedergegeben und Schwarz- sowie Kontrastwerte könnten natürlich besser sein, aber dafür kann sich der Weißwert sehen lassen. Die Blickwinkelstabilität geht in Ordnung und auch mit der Helligkeit kann man durchaus auskommen. Es könnte natürlich noch heller sein und an sonnigen Tagen wird es mit der Ablesbarkeit nahezu unmöglich, aber für die meisten Situationen und in Anbetracht des Preises reicht die maximale Helligkeit aus.

Software – Material You

Als Software kommt mit Material You auf Basis von Android 12 die gleiche Software wie beim Google Pixel 6 zum Einsatz. Die größte Veränderung im Vergleich zu Stock-Android 11 betrifft sicherlich die neue Benachrichtigungsleiste. Die Buttons für die Steuerelemente (beispielsweise Bluetooth, Internet oder Taschenlampe) sind nun viel größer und können farblich passend zum verwendeten Hintergrundbild angepasst werden, wovon ich ein großer Fan bin. Des Weiteren können nun endlich die App-Raster frei konfiguriert werden, was ich zuvor immer kritisiert habe. Auch die Einstellungen sind leicht verändert worden und Google bzw. Motorola hat die Gestensteuerung sowie das komplette System mit noch schöneren Animationen beschmückt.

Leider gibt es an Material You auch ein paar Punkte, die meiner Meinung nach völlig unlogisch sind. Wenn man den Dark-Mode deaktiviert, bleibt der Bereich mit den Steuerfeldern (über dem Benachrichtigungsfeld) nach wie vor schwarz. Außerdem ist der Regler für die Helligkeit viel zu weit oben angebracht, sodass ich ständig umgreifen muss und das Steuerfeld „Internet“ beinhaltet sowohl das WLAN als auch Mobilfunknetz, was ich etwas umständlich finde. Ich hätte hierfür gerne, wie bei allen anderen Smartphones, zwei getrennte Steuerfelder gesehen.

Performance – leider sehr schwach

Unter der Haube werkelt der Helio G37 aus dem Hause MediaTek, dem 4 GB RAM zur Seite stehen. An internem Speicher stehen 64 GB zur Verfügung, welcher mittels einer microSD-Karte erweitert werden kann.

Der Prozessor beziehungsweise die Performance ist mein größter Kritikpunkt am Motorola Moto G22. Apps starten und schließen recht langsam und selbst auf dem Startbildschirm treten Ruckler sowie Verzögerungen gefühlt jede Sekunde auf. Die Software ist zwar mit wunderschönen Animationen beschmückt, aber der Prozessor schafft es leider nicht, diese flüssig und korrekt wiederzugeben. Die Performance ist leider ziemlich schlecht, was ich so ganz klar betonen muss. Selbst bei alltäglichen und nicht-aufwendigen Dingen, wie dem Öffnen von WhatsApp oder Surfen im Internet, brauchen Nutzer viel Geduld. Ein Realme 8 und 8i zeigen ausdrücklich, dass man selbst für unter 200 Euro deutlich mehr erwarten kann. Schade Motorola.

Akku – phänomenale Laufzeiten

Der 5.000 mAh starke Akku sorgt für phänomenale Laufzeiten. Am Ende des Tages hatte ich bei einer Screen-On-Time von 5 bis 6 Stunden meist noch etwa 60 Prozent Akku übrig, was einfach nur der absolute Wahnsinn ist. Damit sollte eigentlich jeder durch zwei Tage ohne Ladung kommen und einige dürften vielleicht sogar bis zu drei Tage schaffen. Ganz großes Lob an Motorola.

Mit dem mitgelieferten 10 Watt Netzteil ist das Smartphone in etwa 2,5 Stunden wieder vollständig aufgeladen, was selbst für 170 Euro eher mäßig ist.

Kamera – dem Preis angemessen

Auf der Rückseite finden sich in der linken Ecke vier Kameras, die ein wenig aus dem Gehäuse hervorstehen. Die Hauptkamera löst mit 50 Megapixel auf und stammt aus dem Hause Samsung. Mit dazu gibt es eine Ultra-Weitwinkelkamera, welche mit 8 Megapixel auflöst. Hinzu kommen noch zwei weitere Sensoren mit jeweils 2 Megapixel, die für Makroaufnahmen sowie Tiefeneffekte zuständig sind. Die Frontkamera besitzt eine Auflösung von 16 Megapixel.

Motorola Moto G22 Kamera

Die Quad-Kamera des Motorola Moto G22. (Bild: TechnikNews)

Die Hauptkamera ist bei guten Lichtbedingungen für das ein oder andere Foto gut zu gebrauchen. Farben werden ausreichend realistisch wiedergegeben und der Dynamikumfang ist okay. Leider gehen Details sehr schnell verloren, vor allem bei minimal schwächeren Lichtbedingungen oder Kunstlicht. In Innenräumen würde ich das Moto G22 zum Fotografieren nicht verwenden und bei Lowlight erst recht nicht, aber das war für 170 Euro auch nicht anders zu erwarten.

Mit der Ultra-Weitwinkelkamera kann deutlich mehr eingefangen werden, was in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich ist. Bei Tageslicht ist sie auch durchaus zu gebrauchen, wobei auch schon hier einige Details verloren gehen, besonders an den Randbereichen. Sind die Lichtbedingungen nur minimal schlechter, so ist die Ultra-Weitwinkelkamera nahezu unbrauchbar, aber auch das ist völlig normal.

Wie bei allen anderen Smartphones in der Einsteigerklasse ist die Bildqualität der 2 Megapixel Makrokamera auch beim Moto G22 sehr enttäuschend. Aufnahmen lassen einige Details vermissen und Farben werden zu blass dargestellt. Motorola hätte sich diese Kamera also sparen können.

Testfotos

Schauen wir uns dazu noch ein paar Testfotos an. Die folgenden Bilder sind wie immer absolut unbearbeitet, aber verlustfrei komprimiert, um die Ladezeiten sowie den Speicherverbrauch der Webseite gering zu halten.

Sonstiges – guter Fingerabdrucksensor, mittelmäßiger Lautsprecher und mehr

Entsperren lässt sich das Motorola Moto G22 über den seitlich platzierten Fingerabdrucksensor im Rahmen, welcher angenehm schnell und zuverlässig arbeitet.

Für den Klang sorgt ein Mono-Lautsprecher auf der Unterseite. Er wird weder besonders laut noch klingt er sonderlich gut, aber für den angebotenen Preis kann man auch nicht mehr erwarten. Für das ein oder andere Video reicht er auf jeden Fall vollkommen aus. Realme beispielsweise ist beim Lautsprecher auch nicht wirklich besser.

Zu guter Letzt wollen wir uns dem Vibrationsmotor widmen. Wie es in dieser Preisklasse zu erwarten war, vermittelt er natürlich kein sonderlich hochwertiges Gefühl in der Hand, aber das ist für 170 Euro auch nicht anders zu erwarten. Realme empfinde ich in dieser Preisklasse sogar als noch etwas schlechter.

Fazit

Mein Fazit zum Motorola Moto G22 fällt mir ziemlich schwer. Mit der Haptik, dem Design, der phänomenalen Akkulaufzeit, dem Vorhandensein einer Ultra-Weitwinkelkamera und dem sehr guten Fingerabdrucksensor gibt es zwar einige Punkte, die das G22 für seinen Preis von 170 Euro richtig gut macht, aber leider überwiegen für mich die Nachteile: Angefangen mit dem eher durchschnittlichen Display sowie der sehr schwachen Performance, bis hin zu den langen Ladezeiten. Besonders die Performance macht es für mich nahezu unmöglich, das Motorola Moto G22 vernünftig weiterempfehlen zu können. Ich würde allen potenziellen Käufern empfehlen, 10 bis 30 Euro mehr für das hauseigene Moto G31 in die Hand zu nehmen, welches nicht nur mit einer besseren Performance, sondern auch mit einem hochwertigen OLED-Display punkten kann. Ansonsten lohnt sich auch, einen Blick auf das Realme 8, 8i oder Redmi Note 11 zu werfen.

Wir bedanken uns bei Motorola Deutschland für die Bereitstellung des Motorola Moto G22!

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Fabian Menzel

Fabian ist schon seit Mitte September 2020 ein Teil von TechnikNews und versorgt die Seite regelmäßig mit diversen News, aber auch mit einigen Testberichten zu Smartphones. Ihm macht es unglaublich viel Spaß und er ist extrem dankbar, so ein tolles Team an seiner Seite zu haben. In seiner Freizeit hört er gerne Musik und fotografiert gelegentlich mit seinem Huawei P50 Pro.

Fabian hat bereits 248 Artikel geschrieben und 22 Kommentare verfasst.

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