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Realme 8 im Test: Unschlagbar für aktuell 170 Euro

Realme 8 Testbericht Header
Bild: TechnikNews
(Beitragsbild: © 2021 TechnikNews)

Das Realme 8 Pro konnte in unserem Testbericht auf ganzer Linie überzeugen, vor allem für den angebotenen Preis von etwa 265 Euro. Damit aber nicht genug, denn der Hersteller hat noch ein weiteres preis-leistungsstarkes Smartphone im Angebot, nämlich den günstigeren Bruder, das Realme 8.

Mit diesem Smartphone möchte Realme ein Statement in der Einsteigerklasse setzen, denn Kunden bekommen für aktuell nur 170 Euro ein hochwertiges OLED-Panel, eine Ultra-Weitwinkelkamera, einen 5.000 mAh starken Akku, der mit bis zu 30 Watt schnell geladen werden kann, NFC und einen Helio G95 aus dem Hause MediaTek geboten, welcher bereits im Redmi Note 10S sehr gute Arbeit leistete. Im Vergleich zum Pro-Modell muss man auf dem Papier hauptsächlich bei der Hauptkamera Abstriche machen. Sie löst nur mit 64 statt 108 Megapixel auf und ist rein von der Sensorgröße auch deutlich kleiner. Wie sich das Realme 8 im Alltag geschlagen hat und ob es weiterzuempfehlen ist, erfahrt Ihr in den folgenden Zeilen.

Haptik, Design und Verarbeitung

Mit Abmessungen von 160,6 mm in der Höhe und 73,9 mm in der Breite gehört das Realme 8 für heutige Verhältnisse weder zu den größeren noch zu den kleineren Smartphones. Hinzu kommen das äußerst angenehme Gewicht von nur 177 Gramm sowie die Dicke von lediglich 8 mm, was eine Einhandbedienung enorm erleichtert. Für ein so günstiges Smartphone liegt das Realme 8 sehr ansprechend in der Hand, da die Rückseite geschmeidig in den matten Rahmen aus Kunststoff einfließt und dieser nicht allzu scharfkantig gestaltet ist.

Die Rückseite besteht aus Kunststoff in Hochglanzoptik und ist dementsprechend anfällig für Fingerabdrücke, besonders in der von mir getesteten Farbe Cyber Black, welche sich durch den riesigen „DARE TO LEAP“ Schriftzug auszeichnet. Mir persönlich hätte die Rückseite ohne Schriftzug zwar besser gefallen, aber je nach Lichteinfall ist dieser kaum zu erkennen und glücklicherweise hat Realme mit der Farbe Punk Black auch noch eine Version ohne jeglichen Schriftzug im Angebot. Wer es noch etwas bunter mag, kann auch zu Cyber Silver greifen, die wiederum den Slogan „DARE TO LEAP“ vorweist. Oben links positioniert der Hersteller eine Quad-Kamera, die ein wenig aus dem Gehäuse hervorsteht, wodurch das Smartphone bei der Bedienung auf dem Tisch liegend nur sehr leicht wackelt.

Auf der Vorderseite sehen wir ein gewohntes Bild der Einsteigerklasse. Die Ränder sind an drei von vier Seiten schön dünn und das große Display wird lediglich von einer Punch-Hole unterbrochen, in der die Frontkamera untergebracht ist.

In Sachen Verarbeitung kann ich für den niedrigen Preis nicht meckern. Das Realme 8 macht einen stabilen Eindruck, die Rückseite lässt sich nicht allzu sehr wie beispielsweise beim Poco X3 NFC eindrücken, die Tasten sind ordentlich verarbeitet und haben einen soliden Druckpunkt. Darüber hinaus sind sie auf der rechten Seite auch sehr gut mit einer Hand zu erreichen.

Display – überdurchschnittlich für den Preis

Das 6,4 Zoll große OLED-Panel ist in dieser Preisklasse tatsächlich eine kleine Besonderheit, da die meisten Hersteller für unter 200 Euro auf günstigere LC-Displays setzen, die besonders beim Schwarzwert schwächeln. Es löst mit 2.400 × 1.080 Pixel angenehm scharf auf, wodurch im Alltag keine einzelnen Pixel zu erkennen sind. Auf eine höhere Bildwiederholrate muss bei diesem Smartphone aufgrund der niedrigen UVP natürlich verzichtet werden. Zwar bietet beispielsweise das ähnlich teure Poco M3 Pro eine 90 Hertz Bildwiederholrate, jedoch hat dieses nur ein LC-Display verbaut, welches in Sachen Qualität nicht mal ansatzweise mit dem OLED-Bildschirm des Realme 8 mithalten kann.

Realme 8 Display

Die Aussparung in der linken Ecke stört im Alltag zu keiner Zeit. (Bild: TechnikNews)

Farben werden OLED-typisch intensiv, aber ausreichend realistisch wiedergegeben, besonders im Farbmodus „Mild“. Die Blickwinkelstabilität geht völlig in Ordnung und auch mit der maximalen Helligkeit kann man mehr als zufrieden sein. Selbst bei direkter Sonneneinstrahlung kann das Panel noch ausreichend gut abgelesen werden. Für unter 200 Euro handelt es sich hierbei um ein überdurchschnittlich gutes Display.

Software – viele Personalisierungen dank der Realme UI

Als Software kommt die hauseigene Benutzeroberfläche Realme UI, basierend auf Android 11, zum Einsatz. Sie ist recht bunt und für meinen Geschmack an manchen Stellen etwas unübersichtlich, vor allem die Einstellungen. Dafür lässt sich aber einiges nach seinem eigenen Geschmack nach anpassen. So kann man beispielsweise die Farben der UI, den Symbolstil der Apps oder die Animation beim Entsperren über den Fingerabdrucksensor ändern. Darüber hinaus integriert Realme auf der linken Seite des Home-Screens den beliebten Google-Discover-Feed und es gibt selbstverständlich auch einen App-Drawer.

Als Zusatzfunktionen kann der Nutzer beispielsweise die Symbole der Apps konfigurieren, die Navigation verändern und es gibt Screen-Off-Gesten (Gesten für das ausgeschaltete Display). Des Weiteren lässt sich das Gerät durch zweimaliges Tippen auf das ausgeschaltete Display aufwecken und durch zweimaliges Tippen auf eine freie Stelle wieder ausschalten. Wie ich finde ein sehr nützliches und praktisches Feature, welches ich im Alltag sehr oft nutzte. Ich wünsche mir allerdings noch, dass es in Zukunft eine Schnellstartfunktion für das Starten der Kamera geben wird.

Realme installiert mit Facebook und TikTok erfreulicherweise nur sehr wenig an Bloatware vor. Beide Apps können sogar deinstalliert werden.

Performance – angenehm schnell und flüssig

Unter der Haube werkelt der MediaTek Helio G95, der wahlweise von 4 oder 6 GB RAM unterstützt wird. Mit dazu gibt es je nach Version 64 oder 128 GB an internem Speicher, der problemlos via microSD-Karte erweitert werden kann. Zusätzlich kann das Smartphone im Dual-SIM-Betrieb genutzt werden und dabei ist es wichtig zu erwähnen, dass bei einer Speichererweiterung via microSD-Karte nach wie vor zwei SIM-Karten eingelegt werden können. Ihr müsst Euch also nicht zwischen Dual-SIM und Speichererweiterung entscheiden. Großes Lob an Realme.

Die alltägliche Performance ist sehr gut. Apps starten und schließen angenehm schnell und größere Ruckler oder Verzögerungen kamen in meiner Testzeit nur sehr selten vor. Anders als bei Samsung oder Xiaomi laufen Animationen bei der Gestensteuerung deutlich flüssiger, was ein großer Vorteil der hauseigenen Realme UI ist. Nur bei sehr intensiver Nutzung kommt das Smartphone an seine Grenzen, was in dieser Preisklasse aber völlig normal ist.

Trotz der ordentlichen 6 GB an Arbeitsspeicher hätte ich mir beim RAM-Management noch ein wenig mehr erwartet. Apps werden recht schnell im Hintergrund geschlossen, aber in Anbetracht des Preises möchte ich nicht allzu sehr meckern.

Akku – sehr gute Ladezeiten, noch bessere Laufzeiten

Für extrem lange Laufzeiten sorgt im Inneren der 5.000 mAh starke Akku, der mit dem mitgelieferten 30 Watt Netzteil in etwa 70 Minuten komplett vollgeladen werden kann, was ein guter Wert ist.

Noch besser sind allerdings die Laufzeiten. Ich kam immer problemlos durch einen Tag und selbst 1,5 bis 2 Tage waren fast immer möglich. Am Ende des Tages hatte ich bei einer Screen-On-Time von 5 bis 6 Stunden meist noch 45 bis 55 Prozent Akku übrig, was richtig starke Werte sind. Selbst Heavy-User sollten mit dem Realme 8 keine Probleme haben, durch einen Tag ohne Ladung zu kommen.

Kamera – dem Preis angemessen

Realme verbaut auf der Rückseite eine Quad-Kamera, bestehend aus einer 64 Megapixel Hauptkamera mit lichtstarker Blende von f/1.79, einer 8 Megapixel Ultra-Weitwinkelkamera und zwei weiteren Sensoren mit jeweils 2 Megapixel, die für Makroaufnahmen und Tiefeneffekte zuständig sind. Die Frontkamera hat eine Auflösung von 16 Megapixel.

Realme 8 Kamera

Die Quad-Kamera des Realme 8. (Bild: TechnikNews)

Angefangen mit der Hauptkamera, die durchaus brauchbare Ergebnisse liefert, vor allem in Anbetracht des niedrigen Preises. Besonders der Dynamikumfang kann auf ganzer Linie überzeugen und auch die Schärfe geht in Ordnung, wobei für meinen Geschmack mal wieder zu sehr künstlich nachgeschärft wird, was mir auch schon beim Realme 7 5G, dem 8 Pro und ebenso dem GT negativ aufgefallen ist. Farben, besonders Grüntöne, werden hin und wieder etwas zu kräftig wiedergegeben, aber das geht noch völlig in Ordnung. Eher unbrauchbar werden die Aufnahmen bei schlechten Lichtbedingungen, was in dieser Preisklasse allerdings normal ist. Den Bildern fehlt es hauptsächlich an Helligkeit, auch wenn der Nachtmodus ein paar Verbesserungen mit sich bringt. Ein Poco X3 NFC sehe ich bei Lowlight zwar etwas weiter vorn, aber andere Smartphones in dieser Preisklasse, wie beispielsweise das Poco M3, OnePlus Nord N100, Redmi Note 10S oder Redmi 9 sind nicht wirklich besser, teilweise sogar etwas schlechter. Von daher bin ich mit der Hauptkamera durchaus zufrieden.

Sichtbar schlechter performt die Ultra-Weitwinkelkamera. Auch wenn deutlich mehr eingefangen werden kann und ich es für unter 200 Euro extrem lobenswert finde, dass überhaupt eine mit an Board ist, können die Aufnahmen leider nicht wirklich überzeugen. Selbst bei sehr guten Lichtbedingungen gehen einige Details verloren und an den Randbereichen rauscht es enorm. Aber mal ehrlich, was will man in dieser Preisklasse auch erwarten. Selbst das Realme 8 Pro oder das deutlich teurere Vivo V21 5G machen keine signifikant besseren Aufnahmen mit der Ultra-Weitwinkelkamera.

Die Makrokamera ist wie bei allen Smartphones in dieser Preisklasse komplett unbrauchbar. Aufnahmen werden selbst bei guten Lichtbedingungen viel zu unscharf und fangen schnell an zu rauschen. Ich empfehle, die Hauptkamera für Makrofotos zu verwenden. Mit der Frontkamera gelingen ganz passable Selfies.

Testfotos

Schauen wir uns dazu noch ein paar Testfotos an. Die folgenden Bilder sind wie immer absolut unbearbeitet, aber verlustfrei komprimiert, um die Ladezeiten sowie den Speicherverbrauch der Webseite gering zu halten.

Vergleich mit dem Poco X3 NFC und Redmi 9

Zu guter Letzt wollen wir die Kameras in verschiedenen Situationen mit ähnlich teuren Konkurrenten vergleichen. Hierfür habe ich mich zum einen für das Poco X3 NFC und zum anderen für das Redmi 9 entschieden.

Insgesamt schneidet das Poco X3 NFC am besten ab. Sowohl die Haupt- als auch die Ultra-Weitwinkelkamera überzeugen mit einer tollen Schärfe und der besten Lowlight-Performance. Realme kann besonders bei der Farbwiedergabe sowie der Schärfe nicht ganz mithalten, punktet allerdings mit einem tollen Dynamikumfang. Das Redmi 9 liefert meiner Meinung nach zwar die natürlichsten Farben, kann allerdings in Sachen Dynamikumfang, Schärfe und der Lowlight-Performance nicht mit den anderen Smartphones mithalten.

Sonstiges – ordentlicher Fingerabdrucksensor, solider Lautsprecher und mehr

Physische Fingerabdrucksensoren auf der Rückseite oder im Rahmen sind in dieser Preisklasse eigentlich üblich, aber Realme entschied sich, einen optischen Fingerabdrucksensor ins Display zu integrieren. Dieser sitzt für meinen Geschmack ein wenig zu weit unten und könnte das Gerät noch etwas schneller entsperren, aber dafür ist er recht zuverlässig.

Der Mono-Lautsprecher auf der Unterseite klingt ordentlich, muss sich aber den Stereo-Lautsprechern aus dem Hause Xiaomi klar geschlagen geben. Auch beim Vibrationsmotor machen aktuelle Xiaomi-Smartphones in dieser Preisklasse einen besseren Job. Zu guter Letzt möchte ich noch erwähnen, dass das Realme 8 über einen 3,5 mm Klinkenanschluss verfügt, über den kabelgebundene Kopfhörer mit Klinkenstecker angeschlossen werden können.

Fazit

Das Realme 8 ist ein rundum gelungenes Smartphone für unter 200 Euro, welches sich für diesen Preis keine größeren Schwächen erlaubt. Besonders das Display sowie die Akkulaufzeit sind auf einem extrem hohen Niveau und hinzu kommen eine ordentliche Performance, einen soliden Lautsprecher und eine tolle Software mit etlichen Personalisierungen. Die Kameras sind zwar nichts Besonderes, aber das ist in dieser Preisklasse völlig normal und für das ein oder andere Foto reichen die Kameras des Realme 8 definitiv aus.

Für aktuell 170 Euro kann ich das Smartphone also auf ganzer Linie weiterempfehlen, da es in diesem Preisbereich kaum ein anderes Smartphone mit einem solch guten Gesamtpaket gibt. Wer allerdings noch etwas mehr ausgeben möchte und auch kann, sollte sich definitiv das Poco X3 NFC und X3 Pro genauer anschauen. Diese können zwar beim Display nicht mithalten, punkten jedoch mit besseren Kameras und im Falle des X3 Pro auch mit einem stärkeren Prozessor.

Wir bedanken uns bei Realme Deutschland für die Bereitstellung des Realme 8!

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Fabian Menzel

Fabian ist schon seit Mitte September 2020 ein Teil von TechnikNews und versorgt die Seite regelmäßig mit diversen News, aber auch mit einigen Testberichten zu Smartphones. Ihm macht es unglaublich viel Spaß und er ist extrem dankbar, so ein tolles Team an seiner Seite zu haben. In seiner Freizeit hört er gerne Musik und fotografiert gelegentlich mit seinem Huawei P50 Pro.

Fabian hat bereits 220 Artikel geschrieben und 16 Kommentare verfasst.

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