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Realme 8i im Test: Sehr gutes, günstiges Einsteiger-Smartphone mit 120Hz

Realme 8i Testbericht Header
Bild: TechnikNews
(Beitragsbild: © 2021 TechnikNews)

Der chinesische Hersteller Realme ist schon seit längerer Zeit für gute preis-leistungsstarke Smartphones bekannt. Das Realme 8, 8 Pro oder die GT Master Edition konnten in unseren Testberichten allesamt auf ganzer Linie überzeugen, da sie vergleichsweise viel Hardware für einen fairen Preis bieten. Nun hat der Hersteller mit dem neuen Realme 8i ein weiteres preis-leistungsstarkes Smartphone im Angebot.

Für unter 200 Euro bekommen Kunden unter anderem ein riesiges 6,6 Zoll LC-Display mit 120 Hertz, einen Helio G96 aus dem Hause MediaTek, einen 5.000 mAh starken Akku sowie eine neue 50 Megapixel Triple-Kamera geboten. Auf dem Papier haben wir es hier für relativ wenig Geld mit einem hervorragenden Einsteiger-Smartphone zu tun, aber ob das Realme 8i auch im Alltag überzeugen kann und ob es weiterzuempfehlen ist, erfahrt Ihr in den folgenden Zeilen.

Haptik, Design und Verarbeitung

Mit Abmessungen von 164,1 Millimeter in der Höhe und 75,5 Millimeter in der Breite ordnet sich das Realme 8i ganz klar in den Bereich der größeren Smartphones ein. Es kann auf jeden Fall nicht mehr problemlos mit einer Hand bedient werden. Trotz alledem liegt das Gerät überraschend angenehm sowie griffig in der Hand, da es mit 194 Gramm nicht allzu schwer ist und da Realme die Rückseite nahezu perfekt in den Rahmen einfließen lässt, weshalb zu keiner Zeit ein scharfkantiges Gefühl in der Hand vermittelt wird.

Der Rahmen besteht aus Kunststoff, der aufgrund der matten Oberfläche kaum anfällig für Fingerabdrücke ist und sich merkbar hochwertiger als ein Kunststoffrahmen in Hochglanzoptik anfühlt. Auf der Rückseite ist es leider genau umgekehrt, denn hier kommt hochglänzender Kunststoff zum Einsatz, der keinen allzu hochwertigen Eindruck hinterlässt und sichtbar anfälliger für Fingerabdrücke sowie Gebrauchsspuren ist. Für den angebotenen Preis möchte ich allerdings nicht allzu sehr meckern, denn in diesem Punkt ist kaum ein anderes Smartphone merkbar im Vorteil. Mit Space Black und Stellar Purple habt Ihr zwei ansehnliche Farben zur Auswahl. Letztere habe ich zum Testen bekommen, worüber ich sehr froh bin, da ich solch eine Farbe noch bei kaum einem anderen Smartphone gesehen habe. Sie zeichnet sich durch einen wunderschönen Farbverlauf von Lila auf der Unterseite bis hin zu Silber auf der Oberseite aus. Wer es etwas dezenter mag, sollte unbedingt zur schwarzen Farbe greifen. Neben den Farben dürften auch sofort die Kameras in der linken Ecke auffallen. Was zuallererst nach einer Quad-Kamera aussieht, entpuppt sich beim genaueren Hinsehen als eine Triple-Kamera, denn beim schwarzen Kreis rechts unten handelt es sich nur um einen Blitz. Die Kameras stehen ein wenig aus dem Gehäuse hervor, wodurch das Smartphone bei der Bedienung auf dem Tisch liegend leicht wackelt.

Drehen wir das Smartphone herum, so begrüßt uns ein riesiges Display, welches nur von einer kleinen Punch-Hole, in der die Frontkamera Platz findet, unterbrochen wird. Die Aussparung stört bei der Benutzung im Alltag zu keiner Zeit. Die Ränder um das Panel gehen in dieser Preisklasse völlig in Ordnung.

Bei der Verarbeitung macht das Realme 8i einen soliden Job. Die Rückseite lässt sich kaum eindrücken, was bei vielen Smartphones in dieser Preisklasse ein Problem ist. Außerdem sind die Tasten hervorragend platziert, sitzen ausreichend fest im Gehäuse und besitzen einen ordentlichen Druckpunkt.

Display – besser als gedacht

Das LC-Display misst 6,6 Zoll, löst mit 2.412 x 1.080 Pixel angenehm scharf auf und unterstützt eine sehr flüssige Bildwiederholrate von 120 Hertz, was bedeutet, dass der Bildschirm 120 Einzelbilder in der Sekunde wiedergeben kann. Dadurch wirken sämtliche Animationen sowie das Scrollen butterweich, was für ein tolles Nutzungserlebnis sorgt. Vor allem für unter 200 Euro ist das extrem lobenswert. Um etwas Akku zu sparen, schaltet das Display je nach Szenario auch automatisch auf 30Hz, 48Hz, 50Hz, 60Hz bzw. 90Hz.

Realme 8i Display

Beim Display hat das Realme 8i (links) im Vergleich zum ähnlich teuren Redmi 10 (rechts) klar die Nase vorn. (Bild: TechnikNews)

Anfangs war ich etwas skeptisch, denn anders als beim Realme 8 handelt es sich hierbei nur um ein LCD und nicht um ein hochwertiges OLED-Panel. Auch wenn das Realme 8 natürlich etwas die Nase vorn hat, war ich durchaus überrascht, wie gut das LC-Display im 8i eigentlich ist. Der Weißwert ist hervorragend und Farben werden ansehnlich wiedergegeben, was beim ähnlich teuren Redmi 10 ein großes Problem darstellt. Darüber hinaus ist auch die Blickwinkelstabilität überraschend gut, was ich bei einem LC-Display für einen solch günstigen Preis nicht erwartet hätte. Klar, bei extremen Blickwinkeln verfärben sich auch hier die Farben, aber es ist bei Weitem nicht so schlimm wie beim Redmi 10 und Poco X3 NFC. Die maximale Helligkeit ist gut genug, um den Bildschirm selbst an sonnigen Tagen noch gut ablesen zu können.

Software – viele Personalisierungen dank der Realme UI 2.0

Als Software kommt die hauseigene Benutzeroberfläche Realme UI in Version 2.0, basierend auf Android 11, zum Einsatz. Sie ist recht bunt und für meinen Geschmack an manchen Stellen etwas unübersichtlich, vor allem die Einstellungen. Dafür lässt sich aber einiges nach seinem eigenen Geschmack nach anpassen. So kann man beispielsweise die Farben der UI, den Symbolstil der Apps oder die Animation beim Entsperren über den Fingerabdrucksensor ändern. Darüber hinaus integriert Realme auf der linken Seite des Home-Screens den beliebten Google-Discover-Feed und es gibt selbstverständlich auch einen App-Drawer.

Als Zusatzfunktionen kann der Nutzer beispielsweise die Symbole der Apps konfigurieren, die Navigation verändern und es gibt Screen-Off-Gesten (Gesten für das ausgeschaltete Display). Des Weiteren lässt sich das Gerät durch zweimaliges Tippen auf das ausgeschaltete Display aufwecken und durch zweimaliges Tippen auf eine freie Stelle wieder ausschalten. Wie ich finde ein sehr nützliches und praktisches Feature, welches ich im Alltag sehr oft nutzte. Ich wünsche mir allerdings noch, dass es in Zukunft eine Schnellstartfunktion für das Starten der Kamera geben wird.

Realme installiert mit Facebook, TikTok, Booking.com und WhatsApp etwas an Bloatware vor. Glücklicherweise können alle Apps problemlos deinstalliert werden.

Performance – flott und (meist) flüssig

Unter der Haube werkelt der Helio G96 von MediaTek, der im 12-Nanometer-Verfahren gefertigt ist und auf dem Papier für unter 200 Euro äußerst leistungsstark ist. Mit dazu gibt es je nach Version 4 oder 6 GB RAM (inklusive RAM-Erweiterung um bis zu 5 GB) und 64 oder 128 GB an internem Speicher, der problemlos via microSD-Karte erweitert werden kann. Zusätzlich kann das Smartphone im Dual-SIM-Betrieb genutzt werden und dabei ist es wichtig zu erwähnen, dass bei einer Speichererweiterung via microSD-Karte nach wie vor zwei SIM-Karten eingelegt werden können. Ihr müsst Euch also nicht zwischen Dual-SIM und Speichererweiterung entscheiden. Großes Lob an Realme.

Die alltägliche Performance ist für ein so günstiges Smartphone klasse. Apps starten und schließen recht flott und größere Ruckler gibt es nur sehr selten. Teilweise werden Animationen nicht ganz flüssig wiedergegeben, was meiner Meinung nach daran liegt, dass die 120 Hertz nicht immer aktiviert sind, aber in den meisten Fällen sind sie das, was gepaart mit dem Helio G96 für ein tolles, flüssiges Nutzungserlebnis sorgt. Nur bei sehr intensiver Nutzung kommt das Smartphone an seine Grenzen, was in dieser Preisklasse aber völlig normal ist.

Akku – starke Laufzeiten

Für extrem lange Laufzeiten sorgt im Inneren der 5.000 mAh starke Akku. Trotz aktivierter Bildwiederholrate von 120 Hertz kam ich immer locker durch einen Tag und selbst zwei Tage ohne Ladung waren hin und wieder problemlos möglich. Am Ende des Tages hatte ich bei einer Screen-On-Time von 5 bis 6 Stunden meist noch 35 bis 50 Prozent Akku übrig. Selbst Heavy-User sollten das Realme 8i an einem Tag nicht leer bekommen. Die Akkulaufzeit ist einfach nur hervorragend.

Mit dem mitgelieferten 18 Watt Netzteil wird das Smartphone in etwa 100 Minuten komplett vollgeladen, was in Ordnung geht, aber hier bietet das normale Realme 8 mit bis zu 30 Watt noch etwas mehr.

Kamera – überdurchschnittlich in dieser Preisklasse

Bei den Kameras wird es sehr spannend, denn Realme möchte genau in diesem Punkt auf ganzer Linie überzeugen. Sie verbauen auf der Rückseite drei Sensoren, die oben links Platz finden. Bei der Hauptkamera handelt es sich um einen neuen 50 Megapixel Samsung Sensor mit einer Größe von 1/2.6 Zoll, der für unter 200 Euro hervorragende Ergebnisse liefern soll. Mit dazu gibt es noch zwei weitere Sensoren mit jeweils 2 Megapixel, die für Makroaufnahmen und Tiefeneffekte zuständig sind. Eine Ultra-Weitwinkelkamera sucht man hier leider vergeblich, was ich durchaus schade finde. Die Frontkamera hat eine Auflösung von 16 Megapixel.

Realme 8i Kamera

Die Triple-Kamera des Realme 8i. (Bild: TechnikNews)

Die Hauptkamera überzeugt vor allem mit einer akkuraten Farbwiedergabe sowie einem ausgezeichneten Dynamikumfang, der in dieser Preisklasse seinesgleichen sucht. Auch die Schärfe gefällt mir sehr gut, wobei es hier kaum Verbesserungen im Vergleich zum Realme 8 gibt und hin und wieder werden Aufnahmen für meinen Geschmack etwas zu sehr künstlich nachgeschärft. Bei schlechten Lichtbedingungen nimmt die Qualität trotz Nachtmodus natürlich sichtbar ab, was allerdings völlig normal für ein Einsteiger-Smartphone ist. Trotzdem sehe ich hier merkbare Verbesserungen im Vergleich zum Realme 8 und insgesamt können sich Schärfe, Helligkeit sowie die Farbwiedergabe für unter 200 Euro mehr als sehen lassen. Ein Redmi 10 mit gleichem Sensor, das Poco M3 und auch das Poco X3 NFC performen schlechter.

Die dedizierte Makrokamera ist wie bei der kompletten Einsteiger-Konkurrenz komplett unbrauchbar. Aufnahmen werden selbst bei guten Lichtbedingungen viel zu unscharf und fangen schnell an zu rauschen. Ich empfehle, die Hauptkamera für Makrofotos zu verwenden (siehe Testfoto 3). Mit der Frontkamera gelingen ganz passable Selfies.

Testfotos

Schauen wir uns dazu noch ein paar Testfotos an. Die folgenden Bilder sind wie immer absolut unbearbeitet, aber verlustfrei komprimiert, um die Ladezeiten sowie den Speicherverbrauch der Webseite gering zu halten.

Vergleich mit dem Redmi 10

Zu guter Letzt wollen wir die Kamera in verschiedenen Situationen mit der Kamera des ähnlich teuren Redmi 10 vergleichen. Beide Smartphones verfügen über denselben 50 Megapixel Hauptsensor.

Obwohl beide Smartphones denselben Hauptsensor verwenden, fallen die Unterschiede bei den Endergebnissen tatsächlich größer aus als ich vermutet hätte. Bei guten Lichtbedingungen gibt das Realme 8i Farben sichtbar natürlicher sowie ansehnlicher wieder und helle Bereiche werden nicht allzu sehr überbelichtet. Der Dynamikumfang ist sichtbar besser, was sich nicht nur in Bild 2, sondern auch in einigen anderen Vergleichen, die ich in meinem Testzeitraum durchgeführt habe, widerspiegelt. In Sachen Schärfe halten sich die Unterschiede stark in Grenzen und sind auf den ersten Blick gar nicht zu erkennen, aber wenn man heranzoomt, so sieht man den minimal höheren Detailgrad des Redmi 10.

Sobald die Lichtbedingungen schlechter werden, kann das Redmi 10 nicht mehr wirklich mit dem Realme 8i mithalten. Die Aufnahmen werden zu dunkel, fangen sehr schnell an zu rauschen und sind farblich inakkurat. Für 180 Euro ist das zwar völlig in Ordnung, aber das 8i setzt im direkten Vergleich noch eine Schippe obendrauf.

Sonstiges – ordentlicher Fingerabdrucksensor, solider Lautsprecher und mehr

Realme integriert in den Power-Button auf der rechten Seite einen physischen Fingerabdrucksensor, welcher sehr gut zu erreichen ist. Er entsperrt das Smartphone angenehm schnell und fast immer zuverlässig. Hin und wieder reagiert der Sensor nicht, weswegen ich den Finger ein zweites Mal auf den Sensor legen muss.

Der Mono-Lautsprecher auf der Unterseite klingt ordentlich, muss sich aber den Stereo-Lautsprechern aus dem Hause Xiaomi klar geschlagen geben. Auch beim Vibrationsmotor machen aktuelle Xiaomi-Smartphones in dieser Preisklasse einen besseren Job. Zu guter Letzt möchte ich noch positiv erwähnen, dass das Realme 8i über einen 3,5 mm Klinkenanschluss verfügt, über den kabelgebundene Kopfhörer mit Klinkenstecker angeschlossen werden können.

Preise

Die kleine Version mit 4 GB RAM und 64 GB an internem Speicher kostet bis zum 20. Oktober nur 179 Euro und danach bekommt man sie zur unverbindlichen Preisempfehlung von 199 Euro. Für doppelten Speicher und 2 GB mehr RAM müssen 20 Euro mehr in die Hand genommen werden.

Fazit

Das Realme 8i konnte mich auf ganzer Linie überzeugen, weil hier für relativ wenig Geld einiges geboten wird und quasi in keinem Punkt große Abstriche gemacht werden müssen: Angefangen mit dem guten 120 Hertz Display, bis hin zur starken Performance, der erstklassigen Akkulaufzeit und der Hauptkamera, welche für unter 200 Euro überraschend brauchbare Ergebnisse liefert. Nur beim Vibrationsmotor sowie dem Lautsprecher gibt es noch ein wenig Luft nach oben, aber fairerweise muss man auch ganz klar erwähnen, dass in diesen Punkten kaum ein anderes günstiges Smartphone signifikant besser ist. Das Einzige, was ich schade finde und im Vergleich zum ähnlich günstigen Realme 8 nicht ganz verstehen kann, ist die Tatsache, dass Realme beim 8i auf eine Ultra-Weitwinkelkamera verzichtet.

Aufgrund des starken Gesamtpaketes kann ich das Realme 8i auf ganzer Linie weiterempfehlen, vor allem denjenigen, die auf der Suche nach einem günstigen Smartphone mit starker Prozessorleistung sowie einer ordentlichen Hauptkamera sind. Wer allerdings viel Wert auf ein hochwertiges OLED-Display und schnellerem Aufladen ist, sollte auf jeden Fall das reguläre Realme 8 (hier ist unser Testbericht) in Erwägung ziehen und ansonsten lohnt sich auch einen Blick auf das etwas teurere Poco X3 Pro, welches besonders in Sachen Performance und Lautsprecher-Qualität punkten kann.

Wir bedanken uns bei Realme Deutschland, die uns das Realme 8i bereits vor Veröffentlichung zukommen ließen!

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Fabian Menzel

Fabian ist schon seit Mitte September 2020 ein Teil von TechnikNews und versorgt die Seite regelmäßig mit diversen News, aber auch mit einigen Testberichten zu Smartphones. Ihm macht es unglaublich viel Spaß und er ist extrem dankbar, so ein tolles Team an seiner Seite zu haben. In seiner Freizeit hört er gerne Musik und fotografiert gelegentlich mit seinem Huawei P50 Pro.

Fabian hat bereits 220 Artikel geschrieben und 16 Kommentare verfasst.

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