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Realme GT Master Edition im Test: Gutes Smartphone für einen fairen Preis

Realme GT Master Edition Testbericht Header
Bild: TechnikNews
(Beitragsbild: © 2021 TechnikNews)

Mit dem Realme GT brachte der chinesische Hersteller vor wenigen Monaten ein sehr gutes Smartphone für einen durchaus fairen Preis von 450 Euro auf den Markt. Insgesamt konnte es zwar durchaus überzeugen, hatte allerdings für den angebotenen Preis bei den Kameras sowie der Akkulaufzeit leichte Schwächen. Nun gibt es mit der neuen Realme GT Master Edition eine leicht schwächer ausgestattete und vor allem günstigere Alternative, die dank des Snapdragon 778G aus dem Hause Qualcomm deutlich effizienter sein soll.

Aber nicht nur der Prozessor, sondern auch das 120 Hertz OLED-Display, die 64 Megapixel Triple-Kamera, der große 4.300 mAh starke Akku und 65 Watt Fast-Charge lassen einiges erhoffen. Der Preis für die kleinste Speicherversion mit 6 GB RAM und 128 GB an internem Speicher liegt bei 349 Euro, wobei es bis zum 12. September sogar für lediglich 299 Euro angeboten wurde. Wie sich das Gerät für diesen Preis im Alltag geschlagen hat, ob es wirklich so gut ist, wie es das Datenblatt vermuten lässt oder ob es nicht doch ein paar Schwächen vorweist, erfahrt Ihr in den folgenden Zeilen.

Haptik, Design und Verarbeitung

Als ich die Realme GT Master Edition zum ersten Mal in die Hand nahm, war ich überrascht, wie gut und angenehm das Smartphone in der Hand liegt. Die Gründe dafür sind zum einen das leichte Gewicht von nur 174 Gramm sowie die Dicke von lediglich 8 Millimeter und zum anderen die perfekt abgerundete Rückseite, die quasi nahtlos in den Rahmen einfließt. Hinzu kommen die Abmessungen von 159,2 mm in der Höhe und 73,5 mm in der Breite, die heutzutage absoluter Standard sind. Die Master Edition ist also weder besonders groß noch klein und kann dementsprechend noch relativ gut einhändig bedient werden, was mir richtig gut gefällt.

Etwas enttäuscht bin ich allerdings von den verbauten Materialien. Der Rahmen besteht leider nur aus Kunststoff in Hochglanzoptik, was zu etlichen Fingerabdrücken führt und obendrauf fühlt er sich auch nicht besonders hochwertig an. Fairerweise muss man aber auch sagen, dass heutzutage nahezu alle Smartphones in dieser Preisklasse einen Rahmen aus Kunststoff verbauen. Trotzdem finde ich es sehr schade. Auch die Rückseite besteht aus Kunststoff und ist zumindest in der von mir getesteten Farbe Cosmos Black hochglänzend, weswegen ebenfalls enorm viele Fingerabdrücke auffallen, sofern keine Schutzhülle verwendet wird. Glücklicherweise hat Realme mit Luna White und Voyager Grey noch zwei weitere Farben im Angebot, die dank der matten Oberfläche ein wenig hochwertiger sein sollten. Letztere wurde vom Designer Naoto Fukasawa entworfen und zeichnet sich durch einen Koffer-Look aus. Ja richtig gelesen, die Rückseite soll an einen Koffer erinnern. Abgesehen von den Farben fällt auch direkt die Triple-Kamera in der linken Ecke auf. Der Kamerabump steht ein wenig aus dem Gehäuse hervor, wodurch das Smartphone bei der Bedienung auf dem Tisch liegend leicht wackelt.

Die Vorderseite ist eher unspektakulär. Das große Panel wird lediglich von einer kleinen Punch-Hole, in der die Frontkamera Platz findet, unterbrochen und die Displayränder sind angenehm dünn. Klar, der untere Bildschirmrand könnte gerne noch etwas dünner sein, aber für ein Mittelklasse-Smartphone geht das absolut in Ordnung.

Bei der Verarbeitung macht die Master Edition einen soliden Job. Trotz Kunststoff wirkt das Smartphone gut verarbeitet und die Rückseite lässt sich nicht allzu sehr eindrücken. Die Tasten sitzen bombenfest im Gehäuse, haben einen akzeptablen Druckpunkt und sind hervorragend mit einer Hand zu erreichen.

Display – eine sehr große Stärke

Der Bildschirm hat eine Diagonale von 6,43 Zoll, löst mit 2.400 x 1.080 Pixel angenehm scharf auf und unterstützt eine flüssige Bildwiederholrate von 120 Hertz, was bedeutet, dass sich das Bild innerhalb von einer Sekunde bis zu 120 mal aktualisiert. Gepaart mit dem Snapdragon 778G fühlt sich die GT Master Edition bei der Bedienung extrem flüssig an. Für nur 349 Euro ist das richtig stark.

Realme GT Master Edition Display

Die Aussparung stört im Alltag zu keiner Zeit. (Bild: TechnikNews)

Dank der OLED-Technologie ist der Schwarzwert auf einem extrem hohen Niveau und hinzu kommt auch die hervorragende Farbwiedergabe, die sich in den Einstellungen mit ein paar wenigen Klicks nach seinem eigenen Geschmack nach anpassen lässt. Während die Farben Im Farbmodus „Mild“ schön realistisch wiedergegeben werden, wirken sie im Modus „Lebhaft“ etwas gesättigter. Der Weißwert ist ebenfalls gut, wobei er für meinen Geschmack ein wenig zu warm ist, aber auch das lässt sich in den Einstellungen unter dem Punkt „Bildschirmfarbtemperatur“ nach seinem eigenen Geschmack nach anpassen. Die maximale Helligkeit ist mehr als ausreichend, sodass man selbst bei direkter Sonneneinstrahlung keine Probleme mit der Ablesbarkeit des Panels hat. Zu guter Letzt möchte ich noch die Blickwinkelstabilität positiv erwähnen. Selbst bei seitlicher Neigung verfärben sich Farben kaum. Abschließend lässt sich also sagen, dass die GT Master Edition für 349 Euro mit einem sehr hochwertigen Display ausgestattet ist.

Software – viele Personalisierungen dank der Realme UI

Als Software kommt die hauseigene Benutzeroberfläche Realme UI, basierend auf Android 11, zum Einsatz. Sie ist recht bunt und für meinen Geschmack an manchen Stellen etwas unübersichtlich, vor allem die Einstellungen. Dafür lässt sich aber einiges nach seinem eigenen Geschmack nach anpassen. So kann man beispielsweise die Farben der UI, den Symbolstil der Apps oder die Animation beim Entsperren über den Fingerabdrucksensor ändern. Darüber hinaus integriert Realme auf der linken Seite des Home-Screens den beliebten Google-Discover-Feed und es gibt selbstverständlich auch einen App-Drawer.

Als Zusatzfunktionen kann der Nutzer beispielsweise die Symbole der Apps konfigurieren, die Navigation verändern und es gibt Screen-Off-Gesten (Gesten für das ausgeschaltete Display). Des Weiteren lässt sich das Gerät durch zweimaliges Tippen auf das ausgeschaltete Display aufwecken und durch zweimaliges Tippen auf eine freie Stelle wieder ausschalten. Wie ich finde ein sehr nützliches und praktisches Feature, welches ich im Alltag sehr oft nutzte. Ich wünsche mir allerdings noch, dass es in Zukunft eine Schnellstartfunktion für das Starten der Kamera geben wird.

Realme installiert mit Facebook, TikTok, PUBG Mobile, Amazon, Amazon Music, Booking.com, Twitter, LinkedIn und Netflix leider einiges an Bloatware vor. Glücklicherweise können alle Apps problemlos deinstalliert werden.

Performance – schnell und flüssig

Unter der Haube werkelt der Snapdragon 778G aus dem Hause Qualcomm, dem wahlweise 6 oder 8 GB RAM und 128 oder 256 GB an internem Speicher zur Seite stehen. Leider kann der Speicher nicht via microSD-Karte erweitert werden.

Die alltägliche Performance der Master Edition ist besonders für ein Mittelklasse-Smartphone sehr gut, sodass man fast keinen Unterschied zu teureren Smartphones erkennen kann. Apps starten und schließen recht zügig und was mir an der Realme UI so gut gefällt, sind die flüssigen Animationen, die aufgrund der 120 Hertz Bildwiederholrate noch flüssiger dargestellt werden. Auch Spiele laufen ohne größere Probleme. Nur bei extrem aufwendigen Dingen kommt es zu vereinzelten Ruckler, aber das ist ganz normal. Das RAM-Management ist bei der von mir getesteten Version mit 8 GB RAM völlig zufriedenstellend.

Anfangs war ich noch ein wenig skeptisch, was die Wärmeentwicklung des Snapdragon 778G angeht, da der ähnliche Snapdragon 780G im Xiaomi Mi 11 Lite 5G auffällig warm wurde, aber bei der GT Master Edition ist mir glücklicherweise nichts Negatives aufgefallen. Nutzt man es intensiver, so wird es natürlich etwas wärmer, aber keineswegs besorgniserregend.

Akku – ordentliche Laufzeiten, grandiose Ladezeiten

Realme verpasst dem Smartphone einen 4.300 mAh starken Akku, der mit dem mitgelieferten 65 Watt Netzteil in etwa 30 Minuten komplett vollgeladen ist. Hier kann für unter 350 Euro aktuell kein anderes Smartphone mithalten. Solch beeindruckende Werte kennt man eigentlich nur von aktuellen Flaggschiffen. Ganz großes Lob an Realme.

Mit den Laufzeiten der Master Edition bin ich durchaus zufrieden, auch wenn es sich hierbei auf gar keinen Fall um einen Dauerläufer handelt. Mit aktivierten 120 Hertz kam ich immer gut durch einen Tag und hin und wieder waren auch 1,5 Tage drin. Am Ende des Tages hatte ich bei einer Screen-On-Time von 4,5 bis 5,5 Stunden meist noch 15 bis 35 Prozent Akku übrig. Insgesamt ist die Akkulaufzeit trotz kleinerem Akku ein gutes Stück besser als beim normalen Realme GT mit dem Snapdragon 888.

Kamera – grundsolide

Auf der Rückseite kommt ein ziemlich unspektakuläres Kamera-Setup zum Einsatz, welches auch beim teureren GT zum Einsatz kommt. Beim Hauptsensor handelt es sich um den IMX 682, der mit 64 Megapixel auflöst und 1/1.73 Zoll groß ist. Die Ultra-Weitwinkelkamera mit einer Sensorgröße von nur 1/4 Zoll löst mit 8 Megapixel auf und mit dazu gibt es noch eine 2 Megapixel Makrokamera, die mit 1/3 Zoll etwas größer ist. Die Frontkamera unterscheidet sich allerdings von der des Realme GT, denn in der Master Edition kommt eine 32 statt 16 Megapixel Frontkamera zum Einsatz.

Realme GT Master Edition Kamera

Die Triple-Kamera der GT Master Edition. (Bild: TechnikNews)

Angefangen mit der Hauptkamera, die für 350 Euro grundsolide Ergebnisse mit ordentlicher Schärfe, solidem Dynamikumfang und einer mittlerweile echt guter Farbwiedergabe liefert. Gefühlt hat Realme in den letzten Monaten die Farbwiedergabe von Modell zu Modell stets leicht verbessert. Ein OnePlus Nord oder Xiaomi Mi 11 Lite 5G haben zwar in manchen Situationen noch leicht die Nase vorn, aber die Unterschiede halten sich in Grenzen. Sobald es dunkler wird, kommt der Nachtmodus zum Einsatz, der die Bilder für wenige Sekunden lang belichtet. Die Ergebnisse sind dem Preis völlig angemessen. Ich bin hier durchaus zufrieden, aber Wunderdinge dürft Ihr auf keinen Fall erwarten.

Auch die Ultra-Weitwinkelkamera ist grundsolide. Bei guten Lichtbedingungen liefert sie durchaus einen Mehrwert, wobei Ihr im Vergleich zur Hauptkamera merkbare Qualitätseinbußen hinnehmen müsst, was vor allem an den Randbereichen sichtbar wird, aber für aktuell 330 Euro geht das meiner Meinung nach völlig in Ordnung, vor allem da es in dieser Preisklasse kaum etwas Besseres gibt.

Die Makrokamera hätte sich der Hersteller sparen können. Sie produziert unscharfe und viel zu blasse Fotos. Hier liefern Samsung und Xiaomi deutlich bessere Ergebnisse. Für Makroaufnahmen empfehle ich, die Hauptkamera zu nutzen und anschließend in das Bild zu croppen. Selfies haben mir insgesamt sehr gut gefallen, vor allem die Bildschärfe. Nur bei den Gesichtsfarben gibt es noch ein wenig Luft nach oben, denn Gesichter werden für meinen Geschmack etwas zu soft wiedergegeben.

Testfotos

Schauen wir uns dazu noch ein paar Testfotos an. Die folgenden Bilder sind wie immer absolut unbearbeitet, aber verlustfrei komprimiert, um die Ladezeiten sowie den Speicherverbrauch der Webseite gering zu halten.

Vergleich mit dem OnePlus Nord & Nord CE

Zu guter Letzt wollen wir die Kameras in verschiedenen Situationen mit der Konkurrenz vergleichen. Hierfür habe ich mich zum einen für das OnePlus Nord und zum anderen für das Nord CE entschieden, da beide aktuell ähnlich viel kosten.

Bei guten Lichtbedingungen halten sich die Unterschiede zwischen allen drei Geräten tatsächlich stark in Grenzen. Das normale Nord hat bei der Schärfe, die GT Master Edition wiederum bei den Farben meist die Nase minimal vorne. Die Ultra-Weitwinkelkamera gefällt mir bei Realme am besten, da Farben meist ansehnlicher und natürlicher dargestellt werden und weil am meisten Details erhalten bleiben, auch wenn hier der Unterschied nur sehr gering ist. Sobald die Lichtbedingungen schlechter werden, sind kaum signifikante Unterschiede zwischen dem Nord CE und der Master Edition zu erkennen. Hier merkt man ganz gut, dass der gleiche Sensor verbaut wurde, wobei Realme mit Software in Sachen Farbwiedergabe und Schärfe noch etwas mehr rausholt.

Der verbaute Vibrationsmotor kann auf ganzer Linie überzeugen. Er vermittelt ein hochwertiges Gefühl in der Hand und klingt zu keiner Zeit störend laut. Samsung, Sony und OPPO können in dieser Preisklasse bei Weitem nicht mithalten.

Ebenfalls überzeugend, ist der Fingerabdrucksensor, welcher ins Display integriert wurde. Er reagiert extrem schnell und entsperrt das Smartphone sehr zuverlässig. Für nur 349 Euro ist der Fingerabdrucksensor überdurchschnittlich gut.

Nach all dem Lob muss ich die Master Edition abschließend aber noch ein wenig kritisieren, denn Realme verbaut leider nur einen Mono-Speaker auf der Unterseite, der zwar ganz in Ordnung klingt, aber in Anbetracht der Konkurrenz hätte man durchaus Stereo-Lautsprecher erwarten können.

Fazit

Bei der Realme GT Master Edition handelt es sich um ein rundum gelungenes Mittelklasse-Smartphone, welches kaum größere Schwächen liefert. Die Lautsprecher könnten zwar noch ein wenig besser sein und das Smartphone fühlt sich zumindest in der von mir getesteten Farbe „Cosmos Black“ nicht allzu hochwertig an, aber davon abgesehen, kann ich für den aktuellen Preis von 330 Euro nicht meckern. Vor allem für diejenigen, die mit Xiaomi-Smartphones aufgrund der Software nicht viel anfangen können, bekommen mit der GT Master Edition eine tolle, preis-leistungsstarke Alternative mit beeindruckenden Ladezeiten, einem hervorragenden Display und toller Performance geboten.

Wer allerdings mit der MIUI klarkommt, sollte sich auf jeden Fall das Poco F3 etwas genauer ansehen, welches bei den Lautsprechern und der Haptik die Nase vorn hat. Wenn Ihr den Fokus wiederum auf eine sehr gute Hauptkamera legt, lohnt es sich, einen Blick auf das OnePlus Nord 2 zu werfen.

Wir bedanken uns bei Realme Deutschland für die Bereitstellung der GT Master Edition!

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Fabian Menzel

Fabian ist schon seit Mitte September 2020 ein Teil von TechnikNews und versorgt die Seite regelmäßig mit diversen News, aber auch mit einigen Testberichten zu Smartphones. Ihm macht es unglaublich viel Spaß und er ist extrem dankbar, so ein tolles Team an seiner Seite zu haben. In seiner Freizeit hört er gerne Musik und fotografiert gelegentlich mit seinem Huawei P50 Pro.

Fabian hat bereits 220 Artikel geschrieben und 16 Kommentare verfasst.

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