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OnePlus Nord CE 5G im Test: OnePlus did it again!

OnePlus Nord CE 5G Titelbild
Bild: TechnikNews
(Beitragsbild: © 2021 TechnikNews)

Das OnePlus Nord CE 5G folgt nicht auf das „originale Nord“, sondern bildet eine neue „Core Edition“ Kategorie. Was das Smartphone kann und wie es sich gegen das originale Nord schlägt, hat TechnikNews.NET getestet
Vielen Dank an OnePlus Deutschland für die Bereitstellung des Testgerätes

Design und Verarbeitung

Das Nord CE orientiert sich sehr stark am Design des Nord, das meine ich positiv. Mir hat das Design des Nord im letzten Jahr sehr gefallen. Der größte Kritikpunkt von mir, das doppelte Punch-Hole, wurde auch auf eine Kamera verkleinert. Mein Testgerät ist in der Farbe „Blue Void“ gehalten, welche mir sehr gefällt. Das „Schlumpf-Blau“ ist an den Seiten leicht lila, was der Farbe einen futuristischen Anstrich gibt. Auch die Verarbeitung ist wieder gelungen, das Gerät ist aus hochwertigem Plastik gebaut. Das ist einerseits negativ, weil Glas sich im Alltag durchaus hochwertiger anfühlt, aber auch positiv, somit kann die Rückseite nicht schnell brechen. Das Nord aus letztem Jahr hatte eine Glasrückseite und wer genau „nachfühlt“, der merkt einen Unterschied. Da das Plastik aber sehr hochwertig verarbeitet ist, der merkt den Unterschied nicht.

Display

Das Display ist auf dem Papier identisch mit dem des Nord. 6,43“ Full-HD+ AMOLED mit einer Bildwiederholrate von 90 Hertz. Und, gibt es zumindest im Alltag Unterschiede zum Nord? Nein. Die Displays sind identisch. Das ist einerseits gut, da das Display des Nord sehr gut für seinen Preis war, andererseits gibt es ca. ein Jahr später starke Konkurrenz von Xiaomi. Das Poco F3 oder Redmi Note 10 Pro bieten bereits 120 Hertz und AMOLED für unter 300Euro. Auf diese Geräte komme ich aber in meinem Fazit nochmals zu sprechen. Generell gilt aber für das Display: Schärfe ist gelungen (es sind keine einzelnen Pixel sichtbar), Schwarzwerte sind dank OLED gut und maximale Helligkeit ist für ein Mittelklasse-Gerät erstaunlich hell. Bei einem schönen Sommertag war selbst bei starker Sonneneinstrahlung das Display gut ablesbar.

OnePlus Nord CE 5G Hardware

Das OnePlus Nord CE 5G übernimmt nicht den Snapdragon 765G des Nord, sondern kommt mit dem neuen „Snapdragon 750G“. Ist das schlimm? Nö. Der Prozessor ist in Benchmarks gleichauf mit dem 765G und performt im Alltag ebenso gut. Der einzige Unterschied liegt in einer leicht besseren GPU und 8 nm vs. 7 nm beim 765G. Apps sowie Spiele laufen flüssig und zusammen mit den 12 Gigabyte an LPDDR4 RAM meines Testgerätes mussten diese nur im Ausnahmefall neu laden. Natürlich ist es noch ein Unterschied, ob ein Flaggschiff oder Mittelklasse-Prozessor verbaut wird, aber 95 % aller Smartphone-Nutzer werden mit der Leistung zufrieden sein. Der Speicher ist bei meinem Testgerät mit 256 Gigabyte groß bemessen, die anderen Konfigurationen haben 128 Gigabyte an UFS 2.1 Speicher.

Der Fingerabdrucksensor sitzt ebenfalls wieder unter dem Display und funktioniert zuverlässig. Das Nord CE übernimmt also die grundsätzlich gute Hardware des Nord für einen günstigeren Preis. Doch einiges fehlt schon. Da wäre der „Slider“ für die Stummschaltung. Das ist ein Markenzeichen für OnePlus und macht die Geräte in der Benutzung einfach positiv anders, als alle anderen Smartphones. Diesen hat OnePlus leider nicht im Nord CE verbaut. Ein überraschendes Comeback feiert der Fingerabdrucksensor. Dieser sitzt an der unteren linken Seite des Gerätes und kann für Musikwiedergabe genutzt werden. Was mir auch fehlt, ist ein Stereo-Lautsprecher. Der Monolautsprecher ist „okay“, doch Stereo wäre schon schön gewesen. Ich gehe aber davon aus, dass dies nur einem „Nord 2“ vorenthalten sein wird. Der Vibrationsmotor wurde leider nicht aus dem Nord übernommen, der des Nord CE wirkt, beim Tippen „billiger“, deswegen habe ich ihn nach zwei-drei Tagen ausgestellt.

OnePlus Nord CE 5G: Kameras

Die Hauptkamera des Nord CE ist auf 64 Megapixel erhöht worden. Die Ultraweitwinkelkamera ist identisch mit der des Nords und anstatt einer 2 Megapixel Makro oder Kamera für Tiefeninformationen wurde ein „Mono-Sensor“ verbaut.
Der Hauptsensor gefällt mir wirklich gut. Farben sind natürlich und auch ohne „64 Megapixel-Modus“ sind die schärfen gut. Bisher war ich von solchen „48, 64, 108 Megapixel“ Modi nicht wirklich angetan, OnePlus hat es aber geschafft, um einiges bessere Bilder mit dem Modus zu erzeugen. In meinen Testfotos zum Rhododendron ist bei „normaler“ Kameraeinstellung nur wenig von den Details zu sehen. 64 Megapixel Fotos zeigen bei nicht bewegenden Objekten und einer ruhigen Hand eine deutlich höhere Schärfe. Sobald ich aber probiert habe ein fahrendes Auto oder einen laufenden Hund zu fotografieren waren die Bilder schnell verwaschen. Für solche Fotos reicht der normale Modus aus.

Die Ultraweitwinkelkamera war beim OnePlus Nord bereits „okay“, ein Jahr später ist sie nicht mehr überdurchschnittlich. Der Fokus und die Dynamik sind zwar noch gut, doch gerade am Rand des Bildes ist die Schärfe nicht mehr gut. Dann wäre da noch die Mono-Kamera. Wenn ich auf ein Datenblatt schaue und sehe „2 Megapixel XLZ“ dann sieht das für mich aus wie Datenblattaufhübscherei. Ja, auch beim Nord CE ist das so. Es ist wenigstens nicht mehr so schlimm wie beim Nord. Dort wurden gleich drei solcher Kameras eingebaut. Die Mono-Kamera ist nett für Schwarz/Weiß aufnahmen, im Alltag wird man die wohl nicht oft nutzen. Das Geld hätte man sich sparen können, um zum Beispiel Stereo Lautsprecher einzubauen, oder einen besseren Vibrationsmotor.

Videos:

Videos können in 1080p bis 60 FPS und 4K mit 30 FPS aufgenommen werden. Die Aufnahmen mit 1080p, was ich den meisten empfehlen werde, sind sehr gelungen. Schöne Farben, gute Stabilisierung und mit allen Kameras möglich. Die 4K Aufnahmen sind zwar schärfer, doch (noch?) nicht mit der Ultraweitwinkelkamera möglich. Auch die Stabilisierung ist leicht schlechter und die Videos werden natürlich vom Speicher her größer. Wer wirklich viel und „professioneller“ Filme möchte, der solle lieber zu einem OnePlus 8 etc. greifen. Für Alltagsvideos reicht das Nord CE aber locker aus.

OnePlus Nord CE 5G Akku:

Der Akku des OnePlus Nord CE 5G ist sehr gut. Im Vergleich zum Nord aus letztem Jahr wurde der Akku von 4115 Milliampere auf 4500 mAh vergrößert. Laut OnePlus soll die Ladezeit aber identisch sein, denn sie haben ihre Ladetechnologie „Warp Charge 30T“ auf eine „30T Plus“ Version verbessert.
Ich konnte auch unter sehr starker Nutzung den Akku nicht leer kriegen. Selbst 5h an SoT (Bildschirmzeit) konnten den Akku nicht leermachen. Wenn dieser Akku leer ist, dann wird er innerhalb 32 Minuten von 0-70% dank „Warp Charge 30T Plus“ wieder aufgeladen. Das Schnellladegerät liegt mit einem hochwertigen USB-C Kabel im Lieferumfang dabei.

Software:

Als Software läuft auf dem OnePlus Nord CE 5G die neueste Android-Version 11 mit eigenem „Oxygen OS“ UI. Diese wird aber voraussichtlich im August-September mit Android 12 ersetzt. OnePlus verspricht aber zwei Jahre an Software-Upgrades und drei Jahre lang an Sicherheitsupdates. Das ist ein sehr wichtiger Schritt für mich, denn Softwareupgrades werden in einer Zeit von viel Elektroschrott immer wichtiger.
Oxygen OS ist ein heiß diskutierter Android-Skin. Manche lieben ihn, manche mögen ihn nicht. Ich persönlich tendiere eher zu „lieben“. Es ist nicht mein Lieblings UI, doch es ist definitiv eines der besseren. Die Software läuft schnell, gibt viele Anpassungsmöglichkeiten und bietet viele eigene Apps. Funktionen wie „Zen Mode“ fördern die Konzentration und das „Canvas“ erstellt euch ein Hintergrundbild von euch, basierend auf einem Bild.

Fazit:

Das OnePlus Nord CE ist ein gutes Smartphone für unter 300 Euro, doch das Nord bekommt man ebenfalls (in derselben Konfiguration) für 339 Euro (10 Euro mehr). Welches Smartphone sollte man nun kaufen?

Ich würde sagen Nord CE. Denn das Nord CE ist für mich eine „2021 Neuauflage“ des Nord aus letztem Jahr. Display, Prozessor und auch die Kameras sind mindestens gleichauf mit dem Nord, der Akku und die Software sind sogar besser. Gerade die mindestens zwei weiteren Upgrades (Android 12 und 13) sollte man als Nutzer mitnehmen. Was mir aber sehr fehlt, sind Stereo-Lautsprecher und ein besserer Vibrationsmotor. Die Mono-Kamera ist überflüssig, das Geld hätte man in einen der Kritikpunkte investieren können.

Nun ist seit letztem Jahr auch Xiaomi offiziell in Deutschland vertreten und drückt sehr stark auf den Preis. Für bereits 300 Euro kriegt man ein Poco F3 oder für ca. 230 ein Redmi Note 10 Pro. Diese haben auf dem Papier eine stärkere Hardware. Doch wie schafft Xiaomi das/OnePlus nicht?

1. Xiaomi installiert Bloatware auf dem Gerät (diese kann aber direkt entfernt werden), OnePlus nicht. Ebenso zeigt OnePlus keinerlei Werbung in der Software an.

2. Xiaomi bietet bei den meisten Geräten nur ein Jahr an Softwareupgrades, OnePlus 2 – 3 Jahre. Anders sieht es bei Google aus. Diese bieten für den Preis eher schwächere Hardware, dafür 3 Jahre an Upgrades (direkt am Launchtag). OnePlus liegt genau in der Mitte. Eine ausgewogene Hardware, eine ausgewogene Software und ein ausgewogener Preis.

Als stärkster Konkurrent wird wohl Samsungs A52 5G gelten, dieses bieten ebenfalls ein ausgewogenes Verhältnis an Hardware/Software und einen guten Preis.

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Nils Ahrensmeier

Nils ist sehr interessiert in Mobile-Geräte wie Smartphones, Wearables und Kopfhörer. Er schreibt seit 2019 auf TechnikNews - vor allem News und Testberichte. In seiner Freizeit spielt er Schlagzeug und Klavier oder geht seinem Hobby, der Leichtathletik, nach.

Nils hat bereits 227 Artikel geschrieben und 23 Kommentare verfasst.

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