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Nokia G21 im Test: Viel Positives und zwei große Nachteile

Nokia G21 Testbericht Header
Bild: TechnikNews
(Beitragsbild: © 2022 TechnikNews)

HMD Global stellte vor einigen Tagen mit dem Nokia G21 und G11 zwei neue Einsteiger-Smartphones vor, die besonders mit einer überragenden Akkulaufzeit sowie einer schlichten Software punkten sollen. In diesem Testbericht kümmern wir uns nur um das etwas bessere G21.

Dieses startet bei einer unverbindlichen Preisempfehlung von 189 Euro, was zwar nach wenig klingt, aber für das Gebotene auf dem Papier wohl etwas zu viel ist: Unter der Haube werkelt ein Unisoc T606 mit 4 GB RAM, das LC-Display mit einer HD+ Auflösung unterstützt 90 Hertz, der Akku ist stolze 5.050 mAh groß und bei den Kameras kommt ein 50 Megapixel Hauptsensor aus dem Hause Samsung zum Einsatz. Als Besonderheit für ein solch günstiges Einsteiger-Smartphone verspricht der Hersteller insgesamt 36 Sicherheitsupdates und zwei Jahre lange Android-Versions-Versorgung. Das klingt natürlich super, aber ob das ausreicht, um das G21 weiterempfehlen zu können, erfahrt Ihr in diesem Testbericht.

Haptik, Design & Verarbeitung

Mit Abmessungen von 164,6 Millimeter in der Höhe sowie 75,9 Millimeter in der Breite gehört das Nokia G21 ganz klar zu den eher größeren Smartphones, welches in vielen Situationen nicht mehr einhändig bedient werden kann. Das Gewicht von 190 Gramm sowie die Dicke von 8,55 Millimeter gehen allerdings völlig in Ordnung, vor allem wenn man bedenkt, dass im Inneren ein riesiger 5.050 mAh starker Akku verbaut ist.

Der Rahmen besteht aus mattem Kunststoff, was sich gar nicht so schlecht anfühlt. Er ist sehr kantig (erinnert sehr stark an die iPhones), was zu einem sehr griffigen Handling führt. Es liegt auch keineswegs scharfkantig in der Hand, da die Rückseite leicht zum Rahmen hin abgerundet ist.

Die Rückseite besteht aus Kunststoff, die eine sehr spezielle, geriffelte Struktur vorweist, was mir tatsächlich äußerst gut gefällt und definitiv hochwertiger als die meisten anderen Rückseiten der ähnlich teuren Konkurrenz wirkt. Für 189 Euro liegt das Nokia G21 wirklich super in der Hand, hinterlässt ein angenehmes Gefühl und sieht meiner Meinung nach auch sehr schön aus, besonders in der von mir getesteten Farbe Nordic Blue. Ansonsten wird auch noch die Farbe Dusk angeboten. Neben der Farbe und der Struktur der Rückseite, fällt auch sofort der Kamerabump in der oberen linken Ecke auf. Hier finden insgesamt drei Sensoren Platz, welche nur sehr leicht aus dem Gehäuse hervorstehen, was dazu führt, dass das Smartphone bei der Bedienung auf dem Tisch liegend kaum wackelt.

Bei der Vorderseite entschied sich der Hersteller für eine Notch und nicht für eine Punch-Hole, was ich allerdings nicht weiter schlimm finde. Für 189 Euro gibt es hierzu keinen Grund zur Kritik. Wo hingegen ordentlich Verbesserungsbedarf besteht, ist beim unteren Bildschirmrand, der selbst für ein Smartphone dieser Preisklasse recht dick ist.

Die Verarbeitung geht absolut in Ordnung. Greift man das Smartphone etwas fester mit der Hand, so knarzt es zwar minimal, aber Sorgen muss man sich darüber auf keinen Fall machen. Die Tasten sitzen fest im Gehäuse und haben einen ordentlichen Druckpunkt.

Display – zu wenig

Beim Bildschirm  handelt es sich um ein 6,52 Zoll LC-Display, welches mit 1.600 × 720 Pixel zu gering auflöst, sodass man im Alltag einzelne Pixel erkennt. Wer nichts Schärferes gewohnt ist, dem wird die Auflösung zwar nicht störend auffallen, aber im Jahr 2022 erwarte ich schlichtweg eine höhere Auflösung, auch für unter 200 Euro. Realme, Redmi und Motorola verbauen in ihren Einsteiger-Smartphones Full-HD+ als Auflösung.

Nokia G21 Display

Die Blickwinkelstabilität könnte besser sein. (Bild: TechnikNews)

Glücklicherweise unterstützt das Panel eine flüssige Bildwiederholrate von 90 Hertz, was sehr lobenswert ist. Leider können die Blickwinkel, die Farbwiedergabe und die Helligkeit nicht ganz überzeugen. Bis auf den Weißwert – der tatsächlich richtig gut ist- wirken Farben etwas zu kalt kalibriert und bei direkter Sonneneinstrahlung kann es zu Problemen mit der Ablesbarkeit kommen.

Abschließend kann ich also sagen, dass das Display im G21 zwar nicht grottenschlecht, wie beispielsweise beim Samsung Galaxy A32 5G, ist, aber für die UVP von 189 Euro eigentlich noch etwas besser sein sollte bzw. muss.

Software – Stock-Android mit langer Updateversorgung

Als Software kommt Stock-Android auf Basis von Android 11 zum Einsatz. Ein Update auf Android 12 soll bald folgen. Nokia verspricht tatsächlich 36 Sicherheitsupdates und zwei Jahre lang Softwareupdates, was in dieser Preisklasse äußerst lobenswert ist, aber warum es für mich dennoch kein allzu großer Vorteil im Vergleich zur Konkurrenz ist, lest Ihr im folgenden Absatz zum Thema Performance.

Performance – etwas träge

Im Inneren werkelt der Unisoc T606. Mit dazu gibt es 4 GB RAM und 64 GB an internem Speicher, welcher problemlos via microSD-Karte erweitert werden kann. Zusätzlich kann das Smartphone im Dual-SIM Betrieb genutzt werden. Ihr müsst Euch also nicht zwischen Dual-SIM und Speichererweiterung entscheiden. An dieser Stelle ein großes Lob an Nokia.

Leider kann die alltägliche Performance des G21 nicht wirklich überzeugen. Hin und wieder läuft das System eigentlich ganz okay, aber insgesamt wirkt das Bedientempo einfach etwas träge. Es kommt zu Rucklern und besonders die Kamera-App macht keinen Spaß zu verwenden. Leicht aufwendigere Spiele können zwar gezockt werden, aber sehen dann nicht wirklich gut aus und die Ladezeiten sind enorm lang. Schon jetzt stößt das Smartphone stark an seine Grenzen und zukünftige Updates können da leider nicht viel verbessern. Von daher bringt mir eine lange Updateversorgung leider nichts, wenn die Hardware dafür nicht gut genug ist.

Wer nichts Besseres gewohnt ist, wird mit der Performance des Nokia G21 vermutlich zurechtkommen, aber die Mehrheit der Smartphones für unter 200 Euro, wie beispielsweise das Realme 8, 8i und Motorola G31 performen spürbar besser. Schade Nokia!

Akku – traumhafte Laufzeiten

Der Akku mit einer Kapazität von stolzen 5.050 mAh kann mit dem mitgelieferten Netzteil mit bis zu 18 Watt geladen werden, was dieser Preisklasse angemessen ist.

Die Laufzeiten sind einfach nur überragend und definitiv das Highlight am G21. Bei einer Screen-on-Time von 5 bis 6 Stunden hatte ich am Ende des Tages meist noch zwischen 50 und 60 Prozent Akku übrig. Somit kam ich immer locker durch einen Tag und selbst zwei Tage waren nie ein Problem. Sehr gute Arbeit Nokia!

Kamera – dem Preis angemessen

Auf der Rückseite findet eine Triple-Kamera Platz, welche von einem 50 Megapixel JN1 Sensor aus dem Hause Samsung angeführt wird. Mit dazu gibt es noch zwei (unnötige und schlechte) Sensoren mit jeweils 2 Megapixel, die für Makroaufnahmen und Tiefeneffekte zuständig sind. Auf eine Ultra-Weitwinkelkamera wurde leider verzichtet. Für Selfies kommt eine 8 Megapixel Frontkamera zum Einsatz.

Nokia G21 Kamera

Die Triple-Kamera des Nokia G21. (Bild: TechnikNews)

Mit der Hauptkamera gelingen meist brauchbare Ergebnisse, die vor allem mit einer überraschend guten Farbwiedergabe überzeugen können. Der Dynamikumfang ist in Ordnung, aber bei der Schärfe gibt es auf jeden Fall viel Luft nach oben. Leicht positiv überrascht, wurde ich von der Lowlight-Performance. Das Nokia G21 vollbringt hier natürlich keine Wunderdinge und generell sind die Aufnahmen natürlich nicht wirklich gut, aber für ein 189 Euro Budget-Smartphone hätte ich tatsächlich mit noch weniger gerechnet. Die ähnlich teuren Konkurrenten aus dem Hause Redmi, Poco und Realme sind hier auch nicht besser, teilweise sogar leicht schlechter.

Die dedizierte Makrokamera ist wie bei der kompletten Einsteiger-Konkurrenz komplett unbrauchbar. Aufnahmen werden selbst bei guten Lichtbedingungen viel zu unscharf und fangen schnell an zu rauschen. Ich empfehle, die Hauptkamera für Makros zu verwenden. Selfies sind eher mittelmäßig. Farben gehen zwar noch völlig in Ordnung, aber die Bilder sehen oftmals verrauscht aus.

Testfotos

Schauen wir uns dazu noch ein paar Testfotos an. Die folgenden Bilder sind wie immer absolut unbearbeitet, aber verlustfrei komprimiert, um die Ladezeiten sowie den Speicherverbrauch der Webseite gering zu halten.

Sonstiges – guter Fingerabdrucksensor, gewöhnlicher Lautsprecher und mehr

Entsperren lässt sich das Smartphone über den seitlich platzierten Fingerabdrucksensor im Rahmen, der super zu erreichen ist. Sowohl die Schnelligkeit als auch die Zuverlässigkeit konnten mich ebenfalls vollends überzeugen.

Recht durchschnittlich empfinde ich den Mono-Lautsprecher auf der Unterseite. Er wird nicht allzu laut und klingt ab 80 Prozent der Lautstärke ziemlich blechern, aber für das ein oder andere Video schauen reicht der Lautsprecher völlig aus und für den angebotenen Preis erwarte ich auch noch keine Stereo-Lautsprecher.

Der verbaute Vibrationsmotor ist wie bei allen Smartphones in dieser Preisklasse (außer dem Redmi 10) sehr schlecht, aber da kann man meiner Meinung nach nicht viel mehr erwarten.

Fazit

Das Nokia G21 ist ein Budget-Smartphone mit Höhen und Tiefen. Auf der einen Seite liefert es eine überragende Akkulaufzeit, eine schlichte Software mit langer Updateversorgung, ein schönes sowie ausreichend hochwertiges Gehäuse, einen tollen Fingerabdrucksensor und 90 Hertz. Allerdings gibt es mit dem Display und besonders der Performance zwei große Schwächen, weswegen es mir leider extrem schwer fällt, das G21 weiterempfehlen zu können. Ich sehe keinen Grund, warum man nicht eher zu einem Realme 8 oder 8i greifen sollte, denn diese Smartphones überzeugen ebenfalls mit einer hervorragenden Akkulaufzeit und sind mit ihren jeweiligen Prozessoren um Welten zukunftssicherer aufgestellt.

Selbst wenn der Preis in naher Zukunft auf 150 Euro sinken würde, kann ich das Smartphone nicht wirklich weiterempfehlen, es sei denn Ihr wollt unbedingt Stock-Android und legt keinen großen Wert auf die Performance.

Wir bedanken uns bei Nokia Deutschland für die Bereitstellung des Nokia G21!

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Fabian Menzel

Fabian ist schon seit Mitte September 2020 ein Teil von TechnikNews und versorgt die Seite regelmäßig mit diversen News, aber auch mit einigen Testberichten zu Smartphones. Ihm macht es unglaublich viel Spaß und er ist extrem dankbar, so ein tolles Team an seiner Seite zu haben. In seiner Freizeit hört er gerne Musik und fotografiert gelegentlich mit seinem Huawei P50 Pro.

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Daniel

Hallo Fabian, ich würde einen großen Vorteil vom Nokia gegenüber dem genannten anderen Phone sehen: das G21 ist ein Europa-Phone, kein China-Phone. Klar werden die alle in China gebaut, aber beim Nokia kann man sich sicher sein, dass hier keine Regierung dainter mit etwaiger Zensur sitzt.