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Redmi Note 11S im Test: Rundum gelungenes Smartphone für 250 Euro

Redmi Note 11S Testbericht Header
Bild: TechnikNews
(Beitragsbild: © 2022 TechnikNews)

Der chinesische Hersteller Xiaomi gibt aktuell mal wieder Vollgas, besonders in der Mittelklasse. Mit der neuen Note 11 Serie stellte die Untermarke Redmi bis zu sechs verschiedene Geräte vor, welche den gesamten Preisbereich von 200 bis 400 Euro abdecken. In diesem Testbericht wollen wir uns das Redmi Note 11S genauer anschauen, welches für eine unverbindliche Preisempfehlung von 249,90 Euro angeboten wird.

Für diesen Preis bekommen Kunden unter anderem ein hochwertiges OLED-Display mit flüssiger Bildwiederholrate von 90 Hertz, den MediaTek Helio G96, einen 5.000 mAh starken Akku mit 33 Watt Fast-Charge, eine 108 Megapixel Quad-Kamera und noch vieles mehr geboten. Auf dem Papier kann das Smartphone also vollends überzeugen, aber ob das auch in der alltäglichen Nutzung der Fall ist und ob sich ein Kauf lohnt, erfahrt Ihr in diesem ausführlichen Testbericht.

Haptik, Design & Verarbeitung

Mit Abmessungen von knapp 160 Millimeter in der Höhe sowie 74 Millimeter in der Breite verfügt das Redmi Note 11S über eine sehr angenehme Größe, mit der viele gut zurechtkommen sollten. Es ist keineswegs klein, aber auch nicht so groß, wie beispielsweise das Poco F3 oder Redmi Note 11 Pro. Des Weiteren trägt das geringe Gewicht von 179 Gramm, zusammen mit der Dicke von 8,09 Millimeter und der leicht abgerundeten Rückseite, zu einem angenehmen Handling bei.

Auf der Rückseite kommt matter Kunststoff zum Einsatz, welcher deutlich pflegeleichter und weniger anfällig für Fingerabdrücke als Kunststoff in Hochglanzoptik ist. Zudem fühlt er sich auch spürbar hochwertiger an. Gepaart mit dem ebenfalls matten Rahmen aus Kunststoff fühlt sich das Redmi Note 11S spürbar hochwertiger als sein Vorgänger oder der Konkurrenz aus dem Hause Realme an. Mit Graphite Gray, Pearl White und Twilight Blue haben Kunden drei wunderschöne Farben zur Auswahl, die alle matt sind. Ich habe die graue Variante getestet, welche je nach Lichteinfall immer leicht anders schimmert. Neben der Farbe sticht auch sofort das Kameramodul in der linken Ecke ins Auge, welches mit dem Schriftzug 108 MP AI Camera beschmückt ist. Hier finden insgesamt vier Sensoren Platz und zumindest der große Hauptsensor steht enorm weit aus dem Gehäuse hervor, weswegen das Smartphone bei der Bedienung auf dem Tisch liegend merkbar wackelt.

Drehen wir das Smartphone herum, so kommt ein großes Display zum Vorschein, welches nur von einer kleinen, mittig sitzenden Punch-Hole unterbrochen wird. Leider ist diese nicht Schwarz, sondern Grau/Silber gefärbt, was nicht wirklich zu den schwarzen Rändern passt. Die Ränder könnten zwar gerne noch etwas dünner sein, aber für 250 Euro möchte ich hier nicht allzu sehr meckern.

Zu guter Letzt widmen wir uns noch der Verarbeitung. Das Gehäuse macht einen stabilen, gut verarbeiteten Eindruck und anders als bei einigen anderen Konkurrenten lässt sich die Rückseite so gut wie nicht eindrücken. Darüber hinaus haben die Tasten einen sehr guten Druckpunkt, sitzen ausreichend fest im Gehäuse und sind hervorragend positioniert, sodass man sie gut mit einer Hand erreichen kann.

Display – eines der Highlights

Auf der Vorderseite kommt ein 6,43 Zoll großes OLED-Panel zum Einsatz, welches mit 2.400 x 1.080 Pixel angenehm scharf auflöst, sodass während der alltäglichen Nutzung einzelne Pixel zu keiner Zeit zu erkennen sind. Lediglich die Auflösung bei YouTube-Videos empfinde ich als etwas komisch, denn es wirkt so, als würde im Hintergrund künstlich nachgeschärft werden, wodurch ein leicht überschärfter Eindruck erweckt wird, aber großartig gestört, hat es mich nicht.  Außerdem unterstützt der Bildschirm eine flüssige Bildwiederholrate von 90 Hertz, wodurch das Scrollen sowie sämtliche Animationen butterweich wirken. Hinzu kommt eine Touch-Sampling-Rate (gibt an, wie oft das Panel Eingaben in einer Sekunde registriert, scannt oder erkennt) von 180 Hertz.

Redmi Note 11S Display

Die Aussparung stört während der alltäglichen Nutzung zu keiner Zeit. (Bild: TechnikNews)

Sowohl die Schwarz- als auch Weißwerte sind richtig gut, vor allem in Anbetracht der UVP. Farben werden intensiv, aber dennoch ausreichend realistisch wiedergegeben und auch bei der Blickwinkelstabilität sowie der Helligkeit gibt es nichts zu meckern. Selbst an sonnigen Tagen kann das Display noch abgelesen werden und Farben verfärben sich erst bei extremen Neigungen.

Software – MIUI 13

Als Software kommt die hauseigene Benutzeroberfläche MIUI in Version 13, auf Basis von Android 11, zum Einsatz. Der Sicherheitspatch ist zum Zeitpunkt des Testberichts auf dem Stand Februar.

Bei MIUI handelt es sich um eine stark angepasste Benutzeroberfläche, die relativ wenig mit Stock-Android zu tun hat. Sie ist recht bunt und an einigen Stellen viel zu unübersichtlich wie ich finde. Dafür gibt es etliche Zusatzfunktionen, wie beispielsweise „Schwebende Fenster“: Bei eingehenden Benachrichtigungen können diese heruntergezogen werden und anschließend öffnet sich diese App in einem kleinen Fenster. Man kann dieses Fenster verschieben und kleiner machen. Des Weiteren gibt es einen Einhandmodus, der bei solch großen Displays definitiv von Vorteil ist. Was mir allerdings nicht ganz so gut gefällt, ist das „immer eingeschaltete Display“ welches allerdings nicht immer eingeschaltet ist. Inhalte, wie beispielsweise die Uhrzeit oder der Akkustand, werden auf dem ausgeschalteten Bildschirm nur 10 Sekunden lang angezeigt, was nicht der Sinn eines „immer eingeschalteten Displays“ ist.

Leider war anfangs mit Netflix, TikTok, Amazon, Amazon Music, Facebook, LinkedIn, WPS Office, Spotify, AliExpress und etlichen Spielen einiges an Bloatware vorinstalliert. Glücklicherweise lassen sich alle Apps problemlos deinstallieren.

Performance – (sehr) gut

Unter der Haube werkelt der Helio G96 von MediaTek, dem 6 GB RAM und wahlweise 64 oder 128 GB Flash-Speicher zur Seite stehen. Der interne Speicher kann problemlos via microSD-Karte erweitert werden.

Der Prozessor sorgt gepaart mit den 90 Hertz für eine gute, schnelle und meist flüssige Performance. Apps starten und schließen angenehm schnell und Ruckler oder Verzögerungen gibt es nur sehr wenig. Auch das RAM-Management ist ziemlich zufriedenstellend, was beim Vorgänger noch ein Kritikpunkt war. Lediglich in der Kamera-App oder bei intensiverer Nutzung merkt man recht schnell, dass es sich beim Redmi Note 11S eben nur um ein Mittelklasse-Smartphone handelt. Eine Realme GT Master Edition beispielsweise ist zwar noch ein gutes Stück besser, aber auch die Performance des Note 11S kann sich für 250 Euro mehr als sehen lassen.

Akku – Starke Laufzeiten

Der 5.000 mAh starke Akku sorgt für fabelhafte Laufzeiten, denn am Ende des Tages hatte ich bei einer Screen-On-Time von 5 bis 5,5 Stunden meist noch zwischen 40 und 49 Prozent Akku übrig. Somit sollten selbst Heavy-User durch einen Tag ohne Ladung kommen und falls der Akku doch mal leer gehen sollte, kann er mit dem mitgelieferten 33 Watt Netzteil in etwa 70 Minuten komplett vollgeladen werden, was völlig annehmbar ist.

Kamera – ordentlich

Einer meiner größten Kritikpunkte am Vorgänger war die enttäuschende Kamera, die der UVP von 250 Euro nicht angemessen war. Umso mehr freut es mich, dass Redmi nun beim 11S einen neuen Hauptsensor mit 108 Megapixel verbaut, der mit 1/1.52 Zoll auch recht groß ist. Die Ultra-Weitwinkelkamera mit 8 Megapixel ist (leider) die gleiche geblieben und auch an den zwei Sensoren mit jeweils 2 Megapixel für Makroaufnahmen und Tiefeneffekte hat der Hersteller keine Änderungen vorgenommen. Für Selfies ist eine 13 Megapixel Frontkamera zuständig.

Die Hauptkamera hat nicht nur auf dem Papier, sondern auch bei der letztendlichen Bildqualität im Vergleich zum Vorgänger ein großes Upgrade erhalten. Vor allem die Farbwiedergabe ist nun deutlich besser und schlichtweg realistischer. Hinzu kommt ein guter Dynamikumfang und eine solide Schärfe, wobei ich mir hier bei 108 Megapixel tatsächlich noch etwas mehr erwartet hätte.

Sobald die Lichtbedingungen schlechter werden, sollte man definitiv den Nachtmodus verwenden, der die Bilder für wenige Sekunden lang belichtet, um somit bessere Ergebnisse liefern zu können. Die Qualität geht für 250 Euro völlig in Ordnung, aber auch hier hätte ich von einem solch großen Sensor noch etwas mehr erwartet. Die Realme GT Master Edition oder das HUAWEI nova 9 SE haben noch geringfügig mehr zu bieten.

Bei der Ultra-Weitwinkelkamera kommt zwar ein altbekannter Sensor zum Einsatz, welcher in einigen Einsteiger- und Mittelklasse-Smartphones enttäuscht, aber beim Redmi Note 11S tatsächlich für solide und brauchbare Aufnahmen sorgt. Auch hier werden Farben weitestgehend natürlich wiedergegeben und im Vergleich zu einigen Konkurrenten werden Bilder an den Rändern nicht allzu sehr verzerrt.

Die dedizierte Makrokamera ist wie bei der kompletten Einsteiger-Konkurrenz komplett unbrauchbar. Aufnahmen werden selbst bei guten Lichtbedingungen viel zu unscharf und fangen schnell an zu rauschen. Ich empfehle, die Hauptkamera für Makrofotos zu verwenden. Mit der Frontkamera gelingen ganz passable Selfies.

Sonstiges – gute Lautsprecher, toller Fingerabdrucksensor und mehr

Redmi verbaut Stereo-Lautsprecher, welche ausreichend laut werden und bis zu einer bestimmten Lautstärke prima klingen.

Entsperren lässt sich das Smartphone über den seitlich platzierten Fingerabdrucksensor im Rahmen. Der Sensor ist hervorragend mit einer Hand zu erreichen und kann sowohl bei der Geschwindigkeit als auch der Zuverlässigkeit auf ganzer Linie überzeugen.

Zu guter Letzt möchte ich mich noch dem Vibrationsmotor widmen. Er vermittelt, zumindest für eine UVP von 249,90 Euro, ein ausreichend hochwertiges Gefühl in der Hand, aber klingt etwas störend, vor allem wenn das Gerät auf einem Tisch liegt und bei eingehenden Benachrichtigungen vibriert. Ein Samsung Galaxy A52, OnePlus Nord CE oder Vivo V21 5G sind hier trotzdem merkbar schlechter, von daher bin ich mit dem Vibrationsmotor des Note 11S recht zufrieden.

Fazit

Das Redmi Note 11S ist ein gutes Mittelklasse-Smartphone für 250 Euro, welches in dieser Preisklasse zwar keine neuen Maßstäbe setzt, aber in nahezu allen Punkten überzeugen kann: Angefangen mit der guten Verarbeitung, dem tollen 90 Hertz OLED-Display sowie der guten Performance bis hin zur überragenden Akkulaufzeit, den ausreichend schnellen Ladezeiten, der ordentlichen Kamera und den guten Lautsprechern. Lediglich das fehlende 5G sowie die Makrokamera kann man kritisieren, aber da es nach wie vor viele Mittelklasse-Smartphones ohne 5G und mit ebenfalls schlechter Makrokamera gibt, ist das für mich kein wirklicher Kritikpunkt.

Für aktuell 220 Euro (nur bei Amazon) kann man ohne Bedenken zum Note 11S greifen und bekommt dafür ein tolles Smartphone, wobei ich allen potenziellen Käufern empfehlen würde, sowohl das reguläre Note 11, das letztjährige Note 10 Pro als auch die Realme GT Master Edition nicht aus den Augen zu lassen. Beim Note 11 muss man zwar beim Prozessor sowie der Kamera leichte Abstriche machen, aber dafür müssen auch nur knapp 200 Euro in die Hand genommen werden. Das Note 10 Pro hingegen bietet für aktuell 30-40 Euro mehr ein 120 Hertz OLED-Display, ein hochwertigeres Gehäuse sowie eine bessere Makrokamera, kann allerdings beim Prozessor nicht ganz mit dem Note 11S mithalten. Die GT Master Edition vom Realme für 20 bis 80 Euro mehr (je nach Shop) setzt beim Display, der Performance, der Kamera, den Ladegeschwindigkeiten sowie dem Vibrationsmotor eine Schippe obendrauf. Egal wie Ihr Euch am Ende entscheidet, Ihr macht mit keinem der genannten Smartphones einen Fehler.

Wir bedanken uns bei Xiaomi Deutschland für die Bereitstellung des Redmi Note 11S!

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Fabian Menzel

Fabian ist schon seit Mitte September 2020 ein Teil von TechnikNews und versorgt die Seite regelmäßig mit diversen News, aber auch mit einigen Testberichten zu Smartphones. Ihm macht es unglaublich viel Spaß und er ist extrem dankbar, so ein tolles Team an seiner Seite zu haben. In seiner Freizeit hört er gerne Musik und fotografiert gelegentlich mit seinem Huawei P50 Pro.

Fabian hat bereits 248 Artikel geschrieben und 22 Kommentare verfasst.

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