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Smartphone-Rückblick 2017: Das Jahr der kleinen, aber trotzdem großen Innovationen?

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(Beitragsbild: © 2017 pixabay.com)

Das 2017 neigt sich dem Ende zu. Nur noch wenige Stunden bis Neujahr – Zeit, sich das vergangene Jahr mal etwas genauer anzuschauen. Wir lassen in diesem Artikel das Jahr 2017 nochmals Revue passieren und fassen unsere Technik-Highlights zusammen.

Als erstes geht ein großer Dank an unsere Leser, welche uns auch in diesem Jahr wieder tatkräftig unterstützt haben. Gemeinsam mit euch erfuhren wir wieder einige Neuerungen im Tech-Bereich. Technik, die niemals still steht und sich stetig verändert. Wir von TechnikNews waren auch dieses Jahr wieder Nah am geschehen dabei. Doch: hat sich dieses Jahr wirklich so viel getan? Alles nur große Versprechen aber keine Innovation? Mein persönlicher Smartphone-Rückblick auf 2017.

Top: Der Trend der Infinity-Displays und der Gesichtserkennung

Im vergangenen Jahr hat mich der Trend hin zu den randlosen Displays wirklich überzeugt. Immer mehr Hersteller setzen darauf und die Smartphones verkaufen sich gut. Das hat auch Apple dieses Jahr wahrgenommen, ist auf den Zug aufgesprungen, und siehe da: das iPhone X verkauft sich wie Butter. Trotz des hohen Preises lassen sich viele nicht vom Kauf abhalten. Doch mit einem randlosen Display haben die Hersteller aber auch ein Problem. Wohin mit dem Fingerprintsensor? Auch hier hat Apple mal wieder mit FaceID vorgezeigt – und dieses Jahr das erste mal TouchID komplett wegfallen lassen.

Gesichtserkennung ist heutzutage nicht mehr mit früher vergleichbar!

Am besten haben es dieses Jahr die Köpfe hinter dem OnePlus 5T gelöst. Bei diesem lässt sich auf der Rückseite ein Fingerprintsensor finden, zusätzlich besitzt dieses eine Gesichtserkennung. Und nein, Gesichtserkennung ist etwa mit einer der ersten Iris-Scanner im Lumia 950 vor ein paar Jahren nicht mehr vergleichbar. Dieses war nämlich genau das Gegenteil von dem, wie es funktionieren soll. Somit die perfekte Kombination zum Entsperren eines Smartphones. Bei Apple war für mich trotz Gerüchten im Vorhinein bereits klar: TouchID wird es bei Apple auf der Rückseite nie geben. Auch wenn das große Display trotz des kleinen Gehäuse eines Smartphones eine Umgewöhnung ist: mir gefällt es. Spätestens im Jahr 2018 sind die „klassischen Displays“ out und ich vermisse die randlosen Displays jedes mal bei einem Testgerät ohne. Diese zwei Aspekte zählen für mich zu den zwei besten Punkten des Jahres 2017.

Top: Kleinere und handlichere Smartphones

Könnt ihr euch noch an das Jahr 2016 erinnern, wo es gefühlt nur darum ging, welcher Hersteller das größte Smartphone präsentierte? Oh man. Mit dem vergangenen Jahr scheint sich der Spieß wieder umgedreht zu haben. Endlich werden die Smartphones wieder kleiner. Klar präsentieren Marken wie Samsung immer noch riesige Smartphones mit 6,2 Zoll in der Note-Reihe. Besser man lässt dies so und produziert in den S-, bei Samsung, oder P-Reihen, etwa bei Huawei, wieder die kleineren Smartphones.

Handlichere Smartphones mit randlosem Display sind doch cool!

Ein Riesenproblem war früher auch die Handlichkeit eines Smartphones. Dies bekam man mit 2017 nun endlich in den Griff. Durch Technologien, wie etwa dem Infinity-Display, kann man nun endlich wieder größere Displays auf den Markt bringen und ein gleichzeitig handliches Smartphones anbieten. Gerne nächstes Jahr noch mehr davon.

Naja: Das Jahr mit dem Marketing-Argument Dual-Kamera

In keinem Jahr wurden so viele Smartphones mit Dual-Kamera verkauft wie im Jahr 2017. Doch oft bringen diese Knipsen mit zwei Kameras nicht mal ein besseres Ergebnis. Trotzdem bleibt die Dual-Kamera ein Top-Argument: die Zahlen sprechen für sich. Jedoch gibt es auch wirklich gute Smartphone-Kameras mit Dual-Knipse. Etwa die Modelle von Huawei in Kooperation mit Leica lieferten auch dieses Jahr wieder Top-Ergebnisse. Auch Samsung möchte nun im kommenden Galaxy S9 eine Dual-Kamera verbauen.

Nur Dual-Kameras mit ordentlicher Qualität!

Auch hat Apple dieses Jahr nach dem iPhone 7 wieder zwei iPhones mit zwei Kameras veröffentlicht. Ich möchte hier keinesfalls behaupten, dass Dual-Kameras immer schlecht sein müssen. Da die eine Linse meist Bilder in Monochrom aufnimmt und die Zweite in Farbe lassen sich wirklich gute Ergebnisse erzielen. Dies haben uns die letzteren beiden Hersteller auch gezeigt. Trotz alledem bleiben Dual-Kameras für mich nur eins: ein guter Marketing-Trick. Viele Hersteller zeigen vor, wie man auch ohne Dual-Kamera in Punkto Fotografie am Smartphone sehr gute Ergebnisse erzielt.

Flop: Teure Smartphones und unmengen an Modellen

Bereits letztes Jahr sah man sie schon kommen: die teuren Smartphones. Dies hat im Jahr 2017 ein noch größeres Ausmaß genommen. Hersteller wie Apple und Samsung übertrumpfen sich in Preisbereichen von mittlerweile 1000(!) Euro mit neuen Smartphones. Zwar macht es für mich Sinn, für seinen doch treuen Begleiter für Performance, Kamera & Co. etwas Geld auszugeben, jedoch nicht mehr im vierstelligen Bereich. Da die meisten User das Smartphone sowieso nur für Social Media, surfen und sogar weniger für das Telefonieren benutzen, braucht es kein teures Smartphone sein. Wieso ist es mittlerweile cool, so teure Smartphones auf den Markt zu bringen? Auch Google hat mit dem Pixel 2 dieses Jahr ein Tausend Euro-Smartphone vorgestellt.

Produziert wieder Smartphones mit unterschiedlicher Ausstattung in verschiedenen Preisklassen!

Doch das ist nicht das einzige Problem der aktuellen Smartphones. Hatte man die letzten Jahre noch einigermaßen Überblick über alle neuen Smartphones, ist das heute nahezu unmöglich. Jeder Hersteller hat meist seine drei Modellreihen: Einsteiger/Lite, Mittelklasse und Highend. Doch das ist manchen auch noch nicht genug. Während es bei Samsung einigermaßen besser aber immer noch nicht übersichtlich genug wird, geht es aktuell und speziell bei Huawei erst so richtig los. Etwa haben die Koreaner im vergangenen Jahr das Huawei P9 Lite (2017) vorgestellt, welches exakt dieselbe Hardware und Ausstattung wie das Huawei P10 Lite besaß und im selben Preissegment lag. Hört bitte wieder auf damit, gleich teure Smartphones mit gleicher Hardware vorzustellen! Chaos pur.

Flop: Das Sterben des Kopfhöreranschluss

Seit 2016 ist der Trend, bei Smartphones keinen Klinkenstecker mehr einzubauen, mit 2017 noch beliebter geworden. So haben sich Hersteller, wie etwa Google, Huawei, HTC und LG dieses Jahr erstmals vom 3,5mm-Klinkenstecker verabschiedet. Für mich ist das absolut nicht nachvollziehbar. Wieso sollte man jetzt, nachdem es Apple mit dem iPhone 7 das erste mal vorgezeigt hatte, auf einmal keine Klinke mehr einbauen? Damals musste man sich schon Gedanken darüber machen, wie gleichzeitiges Musikhören und Laden mit dem iPhone 7 überhaupt möglich ist. Dieses Jahr hatte ich auch schon zahlreiche Smartphones ohne Klinke gesehen und getestet. Immer dieser Kabelsalat und die fehlende Kompatibilität unter den Herstellern bei den USB-C-zu-Klinke-Adaptern.

Die Klinke ist für viele immer noch nicht unverzichtbar!

Diese Ansicht scheine aber nicht nur ich zu teilen: Laut einer Umfrage von GSMArea ist für 69% von etwa 18.500 Stimmen der Website-Besucher die Klinke immer noch unverzichtbar. Was ich dann aber noch weniger verstehe: ein Smartphone ohne Klinke und nicht wasserfest. Dann lieber die Klinke eingebaut lassen und komplett auf wasserfest verzichten. Hand aufs Herz: Wer braucht schon ein wasserfestes Smartphone? Wir Nutzer haben auch nie nach einem Smartphone ohne Klinke gefragt. Dann wird man wohl in Zukunft auf Bluetooth-Kopfhörer setzen müssen. Doch eines haben sie alle gemeinsam: Wenn der Akku mal leer wird, funktionieren sie eben nur mit Kabel. Das ist aber die Klinke.

Im Namen der TechnikNews Redaktion darf ich allen einen guten Rutsch ins neue Jahr 2018 wünschen! Wir lesen uns dann nächstes Jahr mit frischen Technik News wieder!

Das war mein persönliches Smartphone-Jahr 2017. Wie denkt ihr darüber? Gefallen euch die randlosen Displays? Sind euch teure Smartphones egal? Was sagt ihr zu Smartphones ohne Klinke: ein No-Go? Diskutieren wir gerne in den Kommentaren!

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Hinweis zu "Kolumne"

Bei diesem Artikel handelt es sich um eine Kolumne eines Autors. Dieser muss entweder nicht die Meinung von TechnikNews vertreten und wiederspiegeln oder kann die persönliche Meinung des jeweiligen Autors enthalten. Möglicherweise ist dieser Artikel im Gegensatz zu News nicht objektiv. Enthält ev. Links zu Partnerseiten.

David Wurm

David ist an der aktuellen Technik fasziniert und bloggt daher gerne über Spiele und alles was Smartphones, Tablets, Computer und Gadgets betrifft. Ist sonst in der Freizeit mit Fotografieren und Lernen beschäftigt.

David Wurm hat bereits 298 Artikel geschrieben und 160 Kommentare verfasst.

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Christian

Sehr guter Artikel. Trifft es auf den Punkt. Auch ich als Technik-Kenner habe mittlerweile keinen Überblick mehr über den ganzen Markt. Ist aber auch kein wunder, wenn man andauernd neue Smartphones veröffentlicht.
Zudem bin ich auch nicht so blöd und gebe etwa 1100 Euro für ein iPhone 10 aus, wieso kauft man sich um diesen Preis ein Smartphone?!